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Theorie des Irregulären Partisanen, Guerillas und Terroristen im modernen Kleinkrieg von Freudenberg, Dirk (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.09.2008
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
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Theorie des Irregulären

Dr. Dirk Freudenberg ist Lehrbeauftragter an der Universität Bonn im Rahmen des Studienganges 'Katastrophenvorsorgemanagement'.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 27.09.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531908519
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
    Größe: 3638 kBytes
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Theorie des Irregulären

III. Zusammenfassung und Schluss (S. 425-426)

Terrorismus ist nicht ein spezifisches Phänomen, sondern Teil eines Kontinuums von Konflikten unterhalb der Kriegsschwelle, Subversion und Guerillakampftechniken, hin zu Aktionen spektakulärer Gewalt, welches eher entwickelt ist, um einen politischen als einen militärischen Punkt zu machen. Ebenso sind Anti-Terroroperationen ebenso Teil eines Kontinuums, welches als angebrachtes und flankierendes Mittel von den staatlichen Verantwortlichen gebraucht wird, um allen Eventualitäten zu begegnen. Es ist Mode geworden, den Gegner als "Terroristen" zu diffamieren und ihn damit zu diskreditieren, ihm damit nicht mal mehr den Rechtsstatus eines "Feindes" zuzuerkennen.

Die Erscheinungen unter Begriffe zu subsumieren, welche die Akteure von Vorneherein ausgrenzen, bzw. in Abhängigkeit vom eigenen Standpunkt und von eigenen Interessen mit politisch abwertenden Begriffen belegen, kann nicht Ziel führend sein. Insofern ist der Begriff "Terrorismus" zugunsten der Bezeichnung "Irregulärer Kampfführung" aufzulösen und die Formen der Reaktion und Auseinandersetzung in der komplexen Form als "moderner Kleinkrieg" zu bezeichnen. Kriege bleiben Kriege, wenngleich sie in ihren Formen immer unberechenbarer geworden sind, und Terror und Kriminalität keine neuen Elemente sind, welche die heutigen Kriege brutalisieren oder vorbereiten.

Wo der Irreguläre Kampf nicht soziale, sondern politische Ursachen hat oder Ausdruck kultureller Abgrenzung ist, muss mit ihm als pathologisches Phänomen einer sich globalisierenden Welt zwangsläufig gerechnet werden. Wir haben auch zukünftig einen Preis dafür zu zahlen, Freiheit und Wohlstand zu erhalten und zu verteidigen. Es wird entscheidend darauf ankommen, die Gelassenheit zu bewahren und entschlossen das Richtige zu tun. Verantwortungsvolle Staatsführungen, die dem Wohl ihrer Nationen zu dienen haben, sind verpflichtet, langfristige außen- und sicherheitspolitische Strategien festzulegen, die sich an den Interessen ihrer Staaten orientieren.

Daraus leiten sich die notwendigen Instrumentarien zur Erreichung der festgelegten Ziele und möglichen Optionen ab. Auch die notwendigen militärischen Potenziale sind hier zu definieren. Der Aufbau und die Ausrüstung von erweiterten nachrichtendienstlichen, polizeilichen und militärischen Kapazitäten nimmt viele Jahre in Anspruch, wenn man über keine ausbaufähigen Grundkapazitäten verfügt, weil man seine Reserven aufgegeben oder vernachlässigt hat. Das betrifft zudem in besonderem auch "Know-how" und Ausbildung. Da es sich hier um eine für einen Staat existentielle Fragestellung handelt, ist die Frage nach den Kosten bei einer ganzheitlichen Betrachtung sekundärer Natur und auch in dieser Reihenfolge zu beantworten. Die Sicherheitskultur eines Staates ist Teil seiner politischen Kultur.

Es ist Aufgabe der Politik, die vitalen Ressourcen bereitzustellen und in der Öffentlichkeit diese Maßnahmen zu vertreten. Der umgekehrte Weg, den Auftrag und die personelle und materielle Ausstattung der Streitkräfte von dem abhängig zu machen, was man sich vermeintlich im Augenblick glaubt leisten zu können, verrät außen- und sicherheitspolitische Kurzsichtigkeit. Darüber hinaus gefährdet eine solche Kosten-Nutzen-Relation die Auftragserfüllung, Effizienz und Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte und nicht zuletzt das Leben und die Gesundheit der eingesetzten Soldaten sowie das der übrigen Sicherheitsdispositive.

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