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Vereint marschieren - Marcher uni Die deutsch-französische Streitkräftekooperation als Paradigma europäischer Streitkräfte?

  • Erscheinungsdatum: 17.08.2008
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
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Vereint marschieren - Marcher uni

Dr. Nina Leonhard ist Wissenschaftlerin am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr in Strausberg und Lehrbeauftragte in Berlin, Potsdam und Frankfurt/Oder.
Dr. Sven Bernhard Gareis ist Honorarprofessor am Institut für Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und Stv. Leiter des Fachbereiches Sozialwissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 244
    Erscheinungsdatum: 17.08.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531908755
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
    Größe: 14692 kBytes
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Vereint marschieren - Marcher uni

V Criss-Crossing - Ein alternatives Modell der Gruppenzusammensetzung (S. 183-184)

Heike Abel

Das vertiefte bi- bzw. multinationale Zusammenwirken unterschiedlich geprägter Streitkrafte erzeugt nicht nur Synergieeffekte und groljere Gestaltungsfreiraume, sondern fuhrt auch zu Widerspruchen und neuen Herausfor- derungen im militarischen Alltag. Im vorangegangenen Kapitel wurden Besonderheiten und Probleme der deutsch-franzosischen Kooperation aus Sicht der beteiligten Akteure dargestellt. Dabei wurde deutlich, dass trotz aller Euphorie und positiver Einstellungen dem deutsch-franzosischen Projekt gegenüber die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Franzosen im militarischen Alltag noch nicht so gut wie gewunscht funktioniert. Seitens der Soldaten wird immer wieder mit Blick auf die nachst hohere Entscheidungsebene bzw. die Politik allgemein gefordert, die grorjten Hindernisse zu beseitigen.

Wie im Einzelnen erlautert, zahlen hierzu vor allem die Unterschiede in den rechtlichen Rahmenbedingungen, aber auch die verschiedenen Führungs- und Arbeitsstile, die auf die unterschiedlichen Ausbildungssysteme zuruckgehen bzw. in den jeweils national unterschiedlichen kulturellen Gegebenheiten begrundet sind. Andere Untersuchungen zur interkulturellen Alltagspraxis zeigen ahnliche Mechanismen und Probleme auf, wie sie in dieser Studie zur deutsch-französischen Militarkooperation herausgearbeitet wurden. Entsprechend Iasst sich folgern, dass die Schwierigkeiten innerhalb internationaler Kooperationsvorhaben zu einem groljen Teil auf ,,underlying cleavages - cultural, economic, political, military, etc." (SherifISherif 1953: 13) - zuruckzuführen sind. Die hier fur den deutsch-franzosischen Kontext herausge- arbeiteten Stbken, Probleme und Konflikte bilden somit keine Ausnahme.

Denn da sich nationale kulturelle Unterschiede in einem internationalen Umfeld jeweils zu verstarken scheinen (Barmeyer 2000: 49, 95f., 105, Adler 1991: 58) ist Vergleichbares uberall dort zu beobachten, wo zwei oder meh- rere Kulturen aufeinander treffen. Im Folgenden sollen die bisherigen Beobachtungen und Ergebnisse vor dem Hintergrund einschlagiger sozial- und organisationspsychologischer Theorieansatze reflektiert werden, um auf diese Weise zu neuen bzw. weit- reichenderen Losungsvorschlagen zur Überwindung der festgestellten Differenzen und Kommunikationsschwierigkeiten zu kommen. Davon ausgehend sollen schließlich praxisorientierte Konzepte zur weiteren Planung und Gestaltung der deutsch-fianzösischen Milithkooperation abgeleitet werden.

1 Theoriegeleitete Betrachtungen der bisherigen Ergebnisse

1.1 Die Gruppenzusammensetzung und ihre Auswirkungen auf Kooperation

Eine zentrale Erkenntnis dieser Studie ist, dass die Gruppenzusammensetzung die Qualitat der multinationalen Zusammenarbeit beeinflusst. Dieser Befund repliziert ahnliche Ergebnisse, wie sie schon in Studien von Early Mosa- kowski (2000), Soeters et al. (2005) oder Brewer (1981, 1999, 2002) mit ih- rem erweiterten Konzept der ,,social identity complexity" dargestellt wurden. Die empirischen Beobachtungen zur deutsch-franzosischen Milithkooperati- on stiitzen die These, dass dort, wo zwei Kulturen gleichberechtigt - im Verhältnis 5050 (paritatische Gruppenzusammensetzung) - nebeneinander stehen, kaum Integration im Sinne einer ,,vertieften Integration` stattfindet, obwohl genau dies doch das Ziel beispielsweise der integrierten deutsch- französischen Verbande Die folgende Äußerungeines binational eingesetzten Soldaten illustriert dieses Phanomen der Separierung, das in integrierten deutsch-franzosischen Organisationsstrukturen zu beobachten ist.

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