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Nicht jeder Fleck muss weg von Leck, Freddy (eBook)

  • Erschienen: 12.02.2014
  • Verlag: Patmos Verlag
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Nicht jeder Fleck muss weg

Der Duft von Weichspüler, das Plätschern in den Waschtrommeln: Freddy Leck liebt seine Waschmaschinen - und seine Kunden! Egal ob Professor, Oma oder gestrandeter Großstadtcowboy - in Freddy Leck sein Waschsalon ist jeder willkommen. Die kuriosen Storys, die Freddy in seinem Buch auf schrägliebevolle Weise erzählt, haben sich so oder so ähnlich tatsächlich im Waschsalon abgespielt. Doch er war nicht immer der flinke Dienstleister, als den wir ihn in diesen Geschichten kennenlernen. In Rückblicken erzählt er von seinem rastlosen und extremen Leben, von Abstürzen, Irrwegen und einer dramatischen Liebe, die ihn komplett aus der Bahn geworfen hat. Bis er sein Glück beim Wäschewaschen fand. Ein Buch, so komisch, traurig und wunderbar wie das Leben selbst.
Freddy Leck, der eigentlich Dirk Martens heißt, ist Waschsalonbesitzer in Berlin Moabit. Bekannt geworden ist er als Schauspieler, der in vielen Fernsehfilmen, meistens als Bösewicht, vor der Kamera steht, u.a. in Tatort, SK Kölsch, Polizeiruf 110.

Produktinformationen

    Größe: 9002kBytes
    Herausgeber: Patmos Verlag
    Untertitel: Aus dem Leben eines Waschsalonbesitzers
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 204
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783843603263
    Erschienen: 12.02.2014
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Nicht jeder Fleck muss weg

Die Cookie-Sisters
9 . April, 6.50 Uhr
Die Sechs sieht gar nicht gut aus heute Morgen.
Irgendjemand hat hier gestern was mit reichlich Papier in den Hosentaschen gewaschen und jetzt ist die arme Maschine bis rauf ins Waschpulver-Einfüllfach eingesaut mit klumpig nasser Zellulose. Das ist bitter. Ich schaue auf die Uhr: Zehn vor sieben ist es, gleich stürmt mir die Kundschaft den Laden. Höchste Zeit für Erste-Hilfe-Maßnahmen .
Ich ziehe mir ein paar Hygienehandschuhe über, nehme das Einfüllfach heraus, reinige es unter fließend warmem Wasser und fummele es wieder zurück in die Schiene, dann knie ich mich vor das offene Bullauge und befreie die Waschtrommel von den bleichen Rückständen aus Tempotaschentüchern, Bonbonpapier, U-Bahn-Fahrscheinen und was nicht noch alles. Eine einsame schwarze Herrensocke klebt an der Seitenwand der gelochten Chromtrommel. Gut, dass mir die noch aufgefallen ist, gar nicht auszudenken, was die mit der nächsten Kochwäsche angestellt hätte. Das war knapp.
Ausgerechnet die Sechs hat es erwischt, die ist eh schon so sensibel und braucht immer meine besondere Fürsorge. Sie ist die jüngste im Team meiner fleißigen Maschinen, ein Neuerwerb aus einer Salonauflösung, und sie hatte am Anfang allerlei Wehwehchen. Mal lief sie beim Schleudern unrund, mal blinkte das Display nervös und der Grund war auch für den Techniker nicht festzustellen. Ich hoffe, sie übersteht den Tag heute.
Eigentlich wäre das Reinigen der Sechs Mandys Job gewesen, die hatte gestern Abend Dienst. Mandy Eckstein ist meine jüngste Mitarbeiterin, die bringt schon mal solche Dinger. Ich müsste ihr mal eine ordentliche Ansage machen. Das ist schon längst überfällig. Schließlich bin ich hier der Chef. Aber Chef sein ist nicht leicht, denn wirklich mit ihr schimpfen kann ich gar nicht. Denn sie hat ganz andere Qualitäten, unsere Mandy. Aber dazu später mehr!
Ich entsorge den Papiermatsch und deponiere die Singlesocke fürs Erste in der Schublade unter der Kasse, wo das Schreibzeug und der Quittungsblock lagern. Irgendwo hier im Laden haben wir für verwaiste Wäschestücke einen Extrakorb, der ist prall gefüllt mit T-Shirts, Büstenhaltern, Slips und so weiter – und eben mit Singlesocken. Falls irgendein Kunde tatsächlich danach fragen sollte, man weiß ja nie. Aber gefragt hat noch nie jemand. Ich finde das seltsam: Die Kundschaft scheint das Mysterium einfach zu akzeptieren, dass sich etwas in der Waschtrommel in nichts auflöst.
Vor der Achtundzwanzig , das ist der letzte in der Parade meiner acht Trockner, parkt noch ein herrenloser Koffer. Wo kommt der denn her? Hat den hier gestern jemand vergessen? Ich nehme den-- -braunen Koffer mit in die Abstellkammer, um den werde ich mich später kümmern.
Dort öffne ich den Metallspind, nehme mir einen frischen, schneeweißen Kittel vom Bügel, ziehe ihn über und knöpfe ihn zu; ich schließe den Spind ab, gehe zur Kasse und zähle das Wechselgeld nach, hundertfünfzig Euro sind es genau. Die Waschmittel- und Weichspülervorräte auf dem Regal sind gut bestückt; dann schalte ich die Kaffeemaschine ein. Ein letzter prüfender Blick durch den Laden, alles scheint in bester Ordnung: Der Linoleumboden glänzt, die Displays der vierzehn Waschmaschinen blinken dienstbereit, die acht Trockner sind ebenfalls startklar, meine chromstrahlende Kaffeemaschine wartet auf ihren Einsat

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