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Adabei Die große Zeit der Stars. Herausgegeben von Michael Horowitz von Schliesser, Roman (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.06.2016
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
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Adabei

Roman Schliesser war der König der Society-Berichterstattung. Für Aufsehen sorgte er mit pikanten Geständnissen und Intimitäten, die die Stars nur ihm erzählten. Die Knef, Falco und Brandauer, Senta Berger und Helmut Berger, Schwarzenegger und Karajan, der zuckerlsüße Peter Alexander und das ewige Enfant terrible der Kulturszene - Helmut Qualtinger. Mit den meisten war Schliesser befreundet, der faire Partner am Jahrmarkt der Eitelkeiten. Dieses Buch präsentiert Roman Schliessers beste Geschichten aus einem halben Jahrhundert als Adabei. Herausgeber Michael Horowitz erinnert sich an seine Jugend als fotografischer Adabei-Begleiter. An Nächte mit lockeren Weltstars und eitlen Selbstdarstellern. Und an Roman Schliesser, den Meister des Wiener Boulevard-Journalismus. Roman Schliesser, geboren 1931 in Wien, begann 1951 seine Karriere als Hilfsredakteur bei der "BZ am Abend". Weitere Stationen: "Arbeiter Zeitung", "Bild Telegraph", "Elmira Stargazette " (USA) und "Express". Am 4. September 1966 erschien seine erste tägliche Adabei-Kolumne in der "Kronen Zeitung", für die er bis zu seinem 75. Geburtstag schrieb. Er starb am 7. Oktober 2015 in Wien. Michael Horowitz, geboren 1950 in Wien, Fotograf, Journalist, Schriftsteller. Biografien u. a. über Heimito von Doderer, Egon Erwin Kisch, Karl Kraus, Helmut Qualtinger, Otto Schenk und H. C. Artmann. Prix de la Jeunesse für das Drehbuch "Caracas" bei den Filmfestspielen von Cannes. Gründer des "Kurier"-Magazins "Freizeit". Schon als Gymnasiast begleitete er Roman Schliesser als Fotograf: in der Eden-Bar und in Floridsdorf, Saint-Tropez und New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 06.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783903083394
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 7758 kBytes
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Adabei

Curd Jürgens
Den Jahren mehr Leben geben

E ine Ohrfeige war wohl der Grundstein für meine Freundschaft mit Weltstar Curd Jürgens, die am 4. März 1961 begann und ein halbes Leben lang dauerte. Kein besonders schöner Auftakt, so eine Watschn. Dazu passend der Schauplatz: das Eve, damals ein Strip-Etablissement, das ursprünglich "Daddy" Blatzheim, der deutsche Stiefvater von Romy Schneider, besaß. Doch nackte Kurven gehörten zu Curds Nachtleben wie das Eis im Whisky. Seine damalige Frau Simone war als Französin einer Ménage-à-trois auch nicht abgeneigt.

Das ging ihr dann allerdings doch zu weit: Nadja Nadlova, die deutsche Strip-Walküre, stramme 1,81 Meter strotzender Weiblichkeit, hatte sich ihren überlangen Zigarettenspitz ins flinsige Höschen geschoben und dann unter Curds Nase durchgezogen - sehr zu Simones Missfallen. Kurze französische Schimpfkanonade gegen Curd und der "normannische Schrank" - als Ohrfeigenmacho verschrien - klatschte seine Pranke auf Simones Wange: Patsch. Ein Klescher für den Klatschkolumnisten.

Zwei Tage später traf ich Curd und Simone auf dem Fußballplatz in Wien-Meidling wieder. Kein Wort über meine Adabei -Kolumne von der Eve-Nacht. Ganz im Stil von Curd: "Egal, was da berichtet wird - Hauptsache, mein Name ist richtig geschrieben."

Spätestens seit Des Teufels General war Jürgens, den Willi Forst zum Film holte, ein Weltstar. In seinem Debütfilm Königswalzer hatte er zwei kleine Szenen als junger Kaiser Franz Joseph, und die Kritik maulte ganz kurz: "... als Kaiser reichlich hochdeutsch redend." Als er 1937 mit Zarah Leander Zu neuen Ufern tanzte, verpatzte er zwei Mal die Tanzszene. Curd grinsend: "Da hatte ich die Regieanweisung - erotisch - intensiv missverstanden."

Mit Willi Forst als Regisseur drehte er Operette an der Seite von Paul Hörbiger und Maria Holst, Frauen sind keine Engel mit Forst und Axel Ambesser. Dazwischen spielte er den Benvolio in Romeo und Julia an der Burg, den Oberst Wallenstein in Ein Bruderzwist in Habsburg und Wallenstein und 1941 zum ersten Mal den Selim Bassa in Mozarts Entführung aus dem Serail (Dirigent: Karl Böhm) an der Wiener Staatsoper.

Dann kam am 14. September 1944 der Gestellungsbefehl der Deutschen Wehrmacht. Wiens Statthalter Baldur von Schirach hob die U.K.-Stellung (unabkömmlich) von Jürgens und anderen Schauspielern auf, Schanzenbau war angesagt. Curd sagte mit anderen Schauspielern - darunter Judith Holzmeister, die 1947 seine zweite Frau wurde, in Richtung Weimar, wo bereits die Amis waren, französisch Adieu: "Ich bin abgehauen, bevor ich noch Soldat war ..."

Als die Burg 1947 mit Stella zu einem Gastspiel nach Zürich musste, besorgte ihm Burg-Chef Ernst Haeusserman innerhalb einer Woche die österreichische Staatsbürgerschaft.

Er drehte insgesamt 160 Filme. Und immer lockt das Weib mit Brigitte Bardot, die ihm den Namen "armoire normande" (der "normannische Schrank") verpasste. "Irgendein Depp, der nicht französisch konnte, hat das fälschlicherweise zum 'Kleiderschrank' erhoben, und seither bin ich den 'normannischen Kleiderschrank' nicht mehr losgeworden", grollte Curd deshalb. Er selbst war ja zweisprachig aufgewachsen. Vater Kurt - wohlgemerkt mit "t" - war Hamburger dänischer Herkunft, Curds Mama Marie-Albertine, geborene Noir, aus Évian-les-Bains, erzog ihn französisch, sie hatte noch zur Zarenzeit in St. Petersburg gelebt.

Er stand mit allen großen Stars der Zeit vor der Kamera. Für Duell im Atlantik mit Robert Mitchum - "nach dem Motto: No ac

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