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Allein gegen Goliath Wie mein rundumversichertes Leben zum Albtraum wurde von Bono-Hörler, Caroline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Wörterseh Verlag
eBook (ePUB)
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Allein gegen Goliath

Dr. iur. Caroline Bono-Hörler war eine stolze Mutter und erfolgreiche Juristin. Sie war kerngesund, sehr sportlich und wusste, was sie wollte. Doch dann machte ein einziger Augenblick alles zunichte. Ihr Auto stand vor einer Ampel, als es von hinten gerammt wurde. Ihre Verletzungen waren derart gravierend, dass die folgenden Jahre für sie zum Albtraum wurden. Gänzlich arbeitsunfähig, verlor sie ihre Stelle, ihr ganzes Einkommen und - das absolut Schmerzvollste - musste zwei ihrer vier Kinder weggeben. Die Juristin, die rundumversichert war, als das Schicksal zuschlug, hat bis heute weder von einer Versicherung noch von der staatlichen Invalidenversicherung die ihr zustehenden Leistungen erhalten. Sie wurde von Sozialhilfe abhängig und verlor zwei Prozesse, die sie in ihrem Kampf um Gerechtigkeit focht. Und sie verlor ihren Glauben an unseren Rechtsstaat, und zwar gründlich. In ihrem Buch 'Allein gegen Goliath' erzählt sie aufwühlend, schonungslos und fesselnd über ihre dramatischen Erlebnisse. Aber auch darüber, wie es ihr gelang, aus der Spirale der Negativität auszubrechen, den Schmerz zu ertragen und das Glück wieder zu finden. Ein ganz neues Glück diesmal. Ein Glück, das weder auf Geld noch auf Wohlstand gründet, sondern auf der Gewissheit, dass Zufriedenheit sich aus dem Fokus aufs Positive ergibt und daraus, (sich) nicht aufzugeben. Dr. iur. Caroline Bono-Hörler, geb. 1963, ließ sich nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften, als Familienmediatorin ausbilden. 1999 dissertierte sie an der Universität Zürich zu diesem Thema. Danach folgte die Ausbildung zur Wirtschaftsmediatorin in New York. In der Folge unterrichtete sie Mediation an der Universität Zürich und an der Fachhochschule Zentralschweiz. Am Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis der Universität St. Gallen leitete und unterrichtete sie einen Ausbildungslehrgang für Wirtschaftsmediation. Im Jahr 2000 trat sie eine Stelle in einer renommierten Wirtschaftsanwaltskanzlei an. Im selben Jahr kam es zur Trennung von ihrem Ehemann und Vater der vier Kinder. In ihrem Beruf, aber auch als alleinerziehende Mutter war Caroline Bono-Hörler zufrieden mit sich und der Welt, als sie im November 2002 ein Auffahrunfall komplett aus der Bahn warf. Ihr Schicksal veränderte nicht nur ihr Leben, sondern erschütterte auch ihr Vertrauen in den Rechtsstaat tief greifend. Sie lebt in der Nähe von Zürich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037635063
    Verlag: Wörterseh Verlag
    Größe: 1454 kBytes
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Allein gegen Goliath

Der Tag, der mein Leben veränderte

Es ist Dienstag, der 19. November 2002. Ich befinde mich auf dem Weg nach Zürich in die Kanzlei von Hammer Kaltenbach Rechtsanwälte, wo ich als juristische Mitarbeiterin und Mediatorin angestellt bin. Ich habe dort ein Mediationsteam von Wirtschaftsanwälten aufgebaut, leite dieses und freue mich jetzt auf das Wochenende, denn ich habe mit meinen Kindern für den Samstagvormittag einen Einkaufsbummel in Deutschland und für den Nachmittag einen Besuch im Circus Conelli geplant. Am Sonntag wollen wir mit meinen Eltern in die Gueteregg wandern. Ich bin alleinerziehende Mutter von vier Kindern und werde durch das Au-pair Katrina unterstützt. Oliver ist fünfzehn, Larissa zwölf, Laura zehn Jahre alt. Rahel hat gerade ihren sechsten Geburtstag gefeiert. Von meinem Mann Leonardo bin ich seit zwei Jahren getrennt, aber noch nicht geschieden.

Auf der Autofahrt zum Büro nehme ich ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend wahr. Ich verspüre einen starken Drang, umzukehren und nach Hause zu fahren. Was soll das? Ich habe mir für heute so viel vorgenommen, und ich werde im Büro erwartet!

Erst am Tag zuvor habe ich das volle Arbeitspensum in der Kanzlei wieder aufgenommen, weil ich mich nach der schriftlichen Anwaltsprüfung im September zunächst noch meinem Lehrauftrag an der Universität St. Gallen widmen musste. Ich bin dort Dozentin, unterrichte Wirtschaftsmediation und habe ein neues Modul gestaltet, das im kommenden Dezember zum ersten Mal unterrichtet wird. Die Arbeit hat sich gelohnt, diesen Lehrgang werde ich noch viele Jahre unterrichten können. Darüber hinaus ist er ausbaufähig.

In der Kanzlei hat sich sehr viel angestaut. Ich werde voll arbeiten müssen, um bis Ende Januar 2003, wenn meine letzte Lernphase für die mündliche Anwaltsprüfung beginnt, mit der Arbeit durchzukommen. Vor wenigen Tagen habe ich erfahren, dass ich die schriftliche Prüfung bestanden habe.

Die Arbeit in der Kanzlei gefällt mir, wir sind wie eine kleine Familie - das mag vielleicht abgedroschen klingen, doch genauso empfinde ich es. Für meine Arbeit habe ich ausnahmslos Lob und Anerkennung erhalten. Ich gehe jeden Tag mit Freude an die Arbeit. Wer kann das schon von sich behaupten? Nicht zuletzt arbeite ich auch sehr gerne mit Alfred Risi zusammen, einem der Kanzleipartner. Wir sind ein Paar. Alfred ist ein genialer Jurist. Er ist reich an Ideen, und die Argumente, die er wählt, um einen Fall zu gewinnen, begeistern mich immer wieder aufs Neue.

Die Weihnachtstage werde ich mit meinem Sohn in New York verbringen. Gleichzeitig wird es auch eine geschäftliche Reise sein, weil ich gemeinsam mit den amerikanischen Trainern Gary Friedman und Jack Himmelstein zusätzlich zur Grundausbildung ein neues Weiterbildungskonzept für von uns ausgebildete Mediatoren entwickle. Mit den beiden Einkommen aus der Anwalts- und der Lehrtätigkeit werde ich endlich am Ziel angelangt sein. Es wird meinen Kindern an nichts mangeln.

Heute muss ich die Konvention für ein Ehepaar mit sehr komplexer güterrechtlicher Auseinandersetzung fertigstellen, es geht um nicht weniger als 35 Liegenschaften. In der ersten Sitzung hatten die beiden noch den Eindruck gemacht, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten. In der zweiten Sitzung gifteten sie sich an, und in der dritten beschimpften sie sich aufs Heftigste. Es war eine harte Arbeit. Ich hätte damals nicht gedacht, dass die beiden sich einigen können. Doch jetzt kooperieren sie; alle Punkte sind ausgehandelt, und sie können anständig auseinandergehen. Es bleibt nur noch, alles in eine klare, juristisch durchdachte Vereinbarung zu packen. Ein so strittiges Scheidungsverfahren hätte sich, wäre es vor Gericht gekommen, über viele Jahre hingezogen.

Ich liebe meinen Beruf. Es macht einfach Sinn, die Vergangenheit aufzuräumen und möglichst schne

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