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Antisemitismus als politische Waffe Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte von Finkelstein, Norman G. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2015
  • Verlag: Piper
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Antisemitismus als politische Waffe

Nach seinem viel diskutierten Bucherfolg "Die Holocaust-Industrie" setzt sich Norman G. Finkelstein erneut mit einem sehr umstrittenen Thema auseinander: dem Missbrauch des Antisemitismus-Vorwurfs als politische Waffe. Wer Israel kritisiert, so Finkelstein, wird als Antisemit denunziert. Im Detail zeigt er, dass nicht falsche Rücksichtnahme, sondern Offenheit gegenüber Israel das wirkungsvollste Mittel gegen wirklichen Antisemitismus ist. Felicia Langer, die israelische Menschenrechtsanwältin, unterstreicht in ihrem Vorwort, wie recht Finkelstein damit hat.
"Man kann die Vielfalt und Seriosität der von Finkelstein herangezogenen Geschichts- und Rechtsquellen kaum genug hervorheben." Frankfurter Allgemeine Zeitung

Norman Finkelstein, geboren 1953, studierte an der Princeton University und in Paris. Er lehrte Politikwissenschaft an der City University in New York. Heute lebt er in Chicago, wo er an der DePaul University lehrt. Zusammen mit Ruth Bettina Birn veröffentlichte er "Eine Nation auf dem Prüfstand. Die Goldhagen-These und die historische Wahrheit", 2001 folgte das aufsehenerregende Buch "Die Holocaust-Industrie". Zuletzt erschien von ihm auf deutsch "Antisemitismus als politische Waffe. Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 11.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492970525
    Verlag: Piper
    Größe: 3034 kBytes
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Antisemitismus als politische Waffe

Vorwort von Felicia Langer

Antisemitismus als politische Waffe ist ein Thema, das dringend einen Autor gesucht hat - es hat ihn in Norman Finkelstein gefunden, einem Autor, der bisher schon einiges gewagt hat. Wie das vorliegende Buch bezeugt, ist er dem Thema gewachsen; die Genauigkeit und Akribie seiner Recherchen und Analysen sind bewundernswert.

Im ersten Teil des Buches befaßt sich der Autor vor allem mit der Instrumentalisierung von Antisemitismus durch die proisraelische Lobby in den USA und in Europa, zugunsten der israelischen Politik. Immer wenn die Gefahr besteht, die internationale Gemeinschaft könnte mit verstärktem Druck von Israel verlangen, die besetzten Gebiete gemäß dem Völkerrecht zu räumen, wird, so Finkelsteins Analyse, ein neuer Antisemitismus inszeniert: "eine weitere, bis ins kleinste Detail durchkomponierte Oper, die den Zuschauern medienwirksam die erschrecklichen Ausmaße des weltweiten Antisemitismus vor Augen führen soll."

Mit ihrem Antisemitismusvorwurf bezwecken die amerikanisch-jüdischen Eliten vor allen Dingen eines: Wer Israel kritisiert, soll als verkappter Antisemit erscheinen, und Berichte über die Lage der Palästinenser unter der Besatzung, ihre Unterdrückung und ihr Leid sollen tabu sein; denn nur Israel steht die Rolle des Opfers zu. Das bedeutet, die wahre Situation soll auf den Kopf gestellt werden, und Israel soll Immunität genießen.

Die Hysterie bezüglich eines "neuen Antisemitismus" dient nicht nur dazu, berechtigte Kritik an Israel im Keim zu ersticken, sie soll auch von Verletzungen des Völkerrechts und grundlegender Menschenrechte ablenken. So wurde die Weigerung, sich am Angriffskrieg gegen den Irak zu beteiligen, mit Judenhaß gleichgesetzt. Der Schriftsteller Elie Wiesel, Auschwitz-Überlebender und Friedensnobelpreisträger, sagte am 27. Februar 2003 zum amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der Irak sei ein terroristischer Staat und die Intervention sei eine moralische Pflicht. Hätte der Westen 1938 in Europa eingegriffen, hätten der Zweite Weltkrieg und der Holocaust verhindert werden können, gab Wiesel zu bedenken. "Das war ein bedeutender Moment für mich", erinnerte Bush sich später, "denn ich fühlte mich in diesem Moment bestätigt."

Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat die deutsche Ablehnung des Irakkrieges scharf verurteilt und ähnlich wie Elie Wiesel argumentiert. Seine Worte hatten einen sehr schlechten Klang angesichts der Millionen, die in Deutschland und überall auf der Welt gegen den Krieg demonstrierten, darunter auch sehr viele Juden.

Erschreckend, welche Verbündete diese Lobby auch am rechten Rand der Gesellschaften hat, so zum Beispiel Silvio Berlusconi, Gianfranco Fini von der neofaschistischen Nationalen Allianz in Italien, Jean-Marie Le Pen in Frankreich ... Was die christlichen Fundamentalisten in den USA betrifft, sagen die Lobbyisten, deren sprichwörtliche Intoleranz wirke sich derzeit nicht allzu schlimm aus. Was zähle, sei ihre freundschaftliche Haltung gegenüber Israel.

Ich möchte mit dem Leser meine Erfahrungen in Deutschland teilen, als israelische Jüdin und Überlebende des Holocaust. Mein Mann Mieciu hat fünf Nazikonzentrationslager als einziger seiner Familie und nur am Rande des Todes überlebt. Meine ganze Familie wurde ermordet, außer meiner Mutter und mir, die wir damals in der UdSSR waren. Mein Mann und ich leben seit fünfzehn Jahren in Deutschland, das unser geliebtes Zuhause geworden ist. Wir selbst haben in all den Jahren keine Erfahrung mit Antisemitismus in Deutschland gemacht. Das zu betonen ist wichtig, weil mein Mann seit Jahren über seine qualvollen Erlebnisse während der Nazizeit in Schulen spricht, und im Laufe der Jahre hatte er viele Tausende Zuhörer. Ich möchte die Existenz von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland aber auch nicht leugnen. Unser erstes Erlebnis in dieser Hinsicht war da

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