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Aufmerksamkeitsdefizite Wie das Internet unser Bewusstsein korrumpiert und was wir dagegen tun können von Neider, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2015
  • Verlag: Verlag Freies Geistesleben
eBook (ePUB)
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Aufmerksamkeitsdefizite

Das Internet in seiner heutigen Form hat gravierende Folgen für die Entwicklung unseres Bewusstseins. Andreas Neider macht diese Wirkungen anhand vieler Beispiele deutlich. Er bleibt jedoch nicht bei einer kritischen Betrachtung stehen, sondern zeigt, wie durch einen beherrschenden Umgang mit den neuen Medien und durch seelische Übungen unser Bewusstsein gestärkt werden kann.

Andreas Neider, geboren 1958, studierte Philosophie, Ethnologie, Geschichte und Politologie in Berlin. Er war 17 Jahre im Verlag Freies Geistesleben als Lektor und Verleger tätig. Seit 2002 leitet er die Kulturagentur "Von Mensch zu Mensch" und ist Referent für Medienpädagogik und digitale Medien in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Zudem veranstaltet er die jährlichen Stuttgarter Bildungskongresse. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher u.a.: "Medienbalance. Erziehen im Gleichgewicht mit der Medienwelt - Ein Elternratgeber", "Brauchen Jungen eine andere Erziehung als Mädchen?" und "Flucht in virtuelle Welten? Reale Beziehungen mit Kindern gestalten".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 196
    Erscheinungsdatum: 05.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783772541292
    Verlag: Verlag Freies Geistesleben
    Größe: 1399kBytes
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Aufmerksamkeitsdefizite

Die Korrumpierung des
Bewusstseins durch das Internet

Aufmerksamkeitsdefizite. Die "Taylorisierung" des Bewusstseins durch digitale Medien

Nicholas Carr, ein amerikanischer Journalist, der vor allem für wissenschaftliche Zeitschriften arbeitet, war wohl einer der Ersten, die ihr Unbehagen über die Entwicklung des Internets öffentlich zum Ausdruck brachten. In seinem Buch 2010 erschienenen Buch Wer bin ich, wenn ich online bin, und was macht mein Gehirn solange? hat er eine Kritik mit provokanten Thesen veröffentlicht. Bereits 2008 hatte er in The Atlantic festgestellt: "Das Internet scheint meine Fähigkeit zur Konzentration und Kontemplation auszuhöhlen. Mein Geist erwartet jetzt, Informationen auf eine solche Weise aufzunehmen, wie das Internet sie verteilt: in einem schnell bewegten Partikelstrom." 13

In einem Beitrag zu einer Anthologie mit der Frage "Wie hat das Internet Ihr Denken verändert?" fügt er dem eine Anekdote aus dem amerikanischen Hochschulalltag hinzu. Er erzählt, wie die Cushing Academy in Massachusetts, eine altehrwürdige private Elitevorbereitungsschule, stolz verkündete, anstelle von Tausenden von Büchern in Regalen stünden fortan modernste vernetzte Computer mit hochauflösenden Bildschirmen in der Bibliothek der Schule. "Cushings Bibliothek ohne Bücher würde, so prahlte der Schulleiter James Tracy, zu einem Vorbild für die Schule des 21. Jahrhunderts werden." 14

Dabei ging Tracy davon aus, wie er Carr bei einem Besuch des Internates mitteilte, dass beim Lesen das Medium doch keine Rolle spiele. Ob ein Student der Anglistik Geoffrey Chaucer in einem Buch oder an einem Bildschirm lese, sei letztlich einerlei. Diese weit verbreitete Auffassung aber hält Carr für einen gravierenden Irrtum. "Die Erfahrung des Lesens von Wörtern auf einem vernetzten Computer, ob es sich dabei um einen PC, ein iPhone oder einen Kindle handelt, unterscheidet sich stark von der Erfahrung des Lesens derselben Wörter in einem Buch. Als Technik fokussiert ein Buch unsere Aufmerksamkeit und schottet uns von den unzähligen Ablenkungen ab, die unser Alltagsleben ausfüllen. Ein vernetzter Computer tut das gerade Gegenteil. Er soll unsere Aufmerksamkeit streuen. Er schirmt uns nicht vor Ablenkungen aus der Umgebung ab, sondern stellt eine zusätzliche Ablenkung dar. Die Wörter auf einem Computerbildschirm sind umgeben von einer Vielzahl konkurrierender Reize." 15

Und selbst der überzeugte spirituelle Materialist Thomas Metzinger, der sein Selbst, seine Seele, für eine Machination seines Gehirns hält, stellt in dem genannten Buch fest: "Onlinesucht ist seit langem ein einschlägiger Begriff in der Psychiatrie. Viele junge Leute (darunter eine zunehmende Anzahl von Hochschulstudenten) leiden an Aufmerksamkeitsdefiziten und können sich nicht mehr auf altmodische, serielle, symbolische Informationen konzentrieren; plötzlich fällt es ihnen schwer, gewöhnliche Bücher zu lesen. ... Überall wird alles schneller." 16

Was also geschieht mit uns, wenn wir das Internet nutzen? Wie lassen sich die oben zitierten Beobachtungen und Befürchtungen erklären? War das Internet nicht eben noch die Befreiung der Menschheit durch den freien Zugang zu sämtlichen Informationen, ja zum gesamten Wissen der Menschheit? Sind die Ziele, die zum Beispiel der Internetgigant Google mit seiner Onlinebibliothek, diesem universellen Gedächtnis der Menschheit, verfolgt, nicht eben noch per Börsengang geradezu vergoldet worden? Wird uns nicht ständig eingeredet, per Facebook könne man praktisch mit der gesamten Menschheit Freundschaften schließen, über sämtliche bisherigen Trennungen und Grenzen hinweg - und das alles zum Nulltarif? Und bietet das Internet nicht unzähligen Menschen enorme Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer Kreativität, schafft es nicht eine Viel

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