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Berichte aus vergangenen Tagen - Band 2 - Erinnerungen eines Westallgäuers an die 'gute alte Zeit' von Bentele, Josef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Berichte aus vergangenen Tagen - Band 2 -

Liebe Leserinnen und Leser, Im Band I habe ich versprochen, dass ich in einem zweiten Band weitere Themen über das Leben in der "guten alten Zeit" herausgeben werde. Der zweite Band ist nun endlich fertig geworden. Seit der Herausgabe von Band I sind bereits vier Jahre vergangen. Vier Jahre, in denen sich in der Landwirtschaft wieder einiges verändert hat. Die Anzahl der milchviehhaltenden Betriebe ist kleiner geworden, dafür sind die verbleibenden Betriebe größer geworden. Größer geworden sind auch die Ställe und vor allem die Maschinen, Traktoren, Ladewagen, Silierwagen und Güllefässer. In diesem Band habe ich wieder vorwiegend Berichte aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich zusammengestellt. Bei manchen Themen lässt es sich nicht vermeiden, dass sich Inhalte mit anderen Bereichen überschneiden oder wiederholen. So ist z.B. die Arbeit der Knechte und Mägde die gleiche wie die der Bäuerin oder des Bauern. Bauer und Bäuerin arbeiten genauso im Kuhstall, bei der Heuernte und auch bei anderen Arbeiten, wie die Knechte und Mägde. Wenn jemand nur den Bereich "Knechte und Mägde in früherer Zeit" lesen will, so will ich deren Arbeit und Lebensverhältnisse nicht unerwähnt lassen, nur weil sie bereits in anderen Berichten bereits behandelt wurden. Mit Band II will ich die Artikelreihe beenden und hoffe, dass ich mit meinen Schilderungen das Leben und die Lebensverhältnisse der bäuerlichen Welt in der sogenannten "guten alten Zeit" im Allgäu vor einem zu schnellen Vergessen bewahrt habe. Allen Lesern und Leserinnen wünsche ich Spaß und Freude beim Lesen meiner Erinnerungen an die "gute alte Zeit" Josef Bentele

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 05.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741259494
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 23168kBytes
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Berichte aus vergangenen Tagen - Band 2 -

Gartenarbeit

Eine der wichtigsten und notwendigsten Arbeiten war in jedem Frühjahr das Herrichten des Gartens, denn die Erzeugnisse aus dem Gemüse- und Beerengarten waren Bestandteil der täglichen Ernährung im Sommer und kosteten, weil man die Arbeit selbst machte, nur wenig. Bei Neuanlage eines Gartens suchte man nach Möglichkeit einen windgeschützten Platz an einer sonnigen Südseite. Da der Garten in der Nähe des Wohnhauses liegen sollte, war es nicht immer einfach, einen geeigneten Platz zu finden. Irgendetwas musste man täglich aus dem Garten holen und wenn es bloß Schnittlauch war, den man zur Geschmacksbereicherung und zur Dekoration für die Suppen brauchte, denn eine Suppe gab es bei jedem Mittagessen. Sie sollte den ärgsten Hunger stillen und die hungrigen Mägen füllen, damit beim Hauptgericht nicht mehr so viel gebraucht wurde. Noch vor gut 50 Jahren gehörte zu jedem landwirtschaftlichen Anwesen und in ländlichen Gebieten auch fast zu jedem Haushalt ein Garten. Obwohl in den Gärten die Erzeugung von Beeren und Gemüse den Vorrang hatte, wurde immer auch ein Beet mit Blumen angelegt; auch einige Kräuter sowie ein Stock mit Bergwurz und Rhabarber fehlte fast in keinem Garten. Ein schmucker, gepflegter Garten mit einem schönen "Gartesziag" (Gemüse und Blumen) war der Stolz einer jeden Hausfrau. Wenn man beim Einkaufen oder auf dem Kirchweg mit anderen an einem Garten vorbeiging, wurde immer ein Blick in den Garten geworfen und das Gesehene kurz kommentiert.

Bäuerinnen legen einen Garten neu an - um 1936

Die meisten Gärten hatten eine Größe von 50 bis 100 Quadratmetern. Sie mussten eingezäunt werden, um das Vieh und vor allem die damals noch frei herumlaufenden Hühner fernzuhalten. Viel Arbeit und auch Geld wurde investiert, um die Gärten stabil und dekorativ zu machen. Es gab einfache Gärten, die nur mit einem Maschendrahtzaun versehen waren, aber auch aufwändige mit gemauerten und verputzten Fundamenten. An den Ecken und in der Mitte standen massive Beton- oder Eisensäulen mit Haken an den Seiten, an die man die Gartenzäune einhängen konnte. Es gab früher viele schöne und aufwändige Zäune aus Schmiede- oder Gusseisen, die mit Ornamenten und Blumen dekoriert waren.

Spielende Kinder vor einem Gartenzaun in Hopfen um 1940

Sie waren beliebt, obwohl sie in der Anschaffung teuer waren, doch wer sie pfleglich behandelte und alle paar Jahre mit neuer Farbe anstrich, konnte sich lange Jahre daran erfreuen. Regen und Schnee konnten ihnen nur wenig anhaben und so wurden sie oft über den Winter im Freien gelassen. Die meisten dieser Zäune werden in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg hergestellt worden sein. Leider sind viele von ihnen zu Beginn des 2. Weltkrieges den Alteisensammlungen der Rüstungsindustrie geopfert worden. Die wenigen, die die damalige Zeit überlebt haben, sind in der Zwischenzeit aus Altersgründen entsorgt worden. Man findet heute nur noch wenige Exemplare. Schade!

Wer einen eigenen Wald hatte, machte einen Zaun aus Latten, runden oder halbrunden Stangen, die oben zugespitzt waren. Ein Zaun aus Latten, zumal wenn sie eng aneinander genagelt waren, bot auch einen sehr guten Windschutz. Durch das "Gartestörle" (Eingangstüre) ging es in den Garten. Im Innern waren viele verschieden lange Beete mit einer Breite von 1,00 bis 1,20 Meter angelegt worden. Sie durften nur so breit sein, dass man sie von beiden Seiten her gut bearbeiten konnte und beim Jäten oder Pflanzen nicht in die Beete treten musste. Die Randbeete (Rabatten) waren etwa 60 cm breit. In den Hauptweg, der von der Türe mitten durch den Garten ging und etwa 80 cm breit war, mündeten die Seitenwege, die etwa 60 cm breit waren. Die Beete lagen immer etwa 10 bis 15 cm höher als die Wege. Das hatte den Vorteil, dass man sich bei Pflegearbeiten nicht so stark bücken musste und bei starken Regenfällen das Wasser nicht in den Beeten stand. Die Beete waren

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