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Danke, emanzipiert sind wir selber Abschied vom Diktat der Rollenbilder von Schröder, Kristina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.04.2012
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Danke, emanzipiert sind wir selber

Kristina Schröder hat Karriere gemacht und gerade ein Kind bekommen. Steht sie deshalb für ein Leitbild, an dem junge Frauen sich orientieren sollen? Nein, sagt sie, die Frauen von heute brauchen keine Leitbilder! Feministinnen machen den gleichen Fehler wie die Strukturkonservativen auf der anderen Seite des politischen Spektrums: Beide schreiben vor, wie das ideale Frauenleben auszusehen hat. "Gefährlich und falsch!", sagt Kristina Schröder. Frauen (und Männer!) sollen endlich frei wählen können, wie sie ihr Leben gestalten wollen, ob mit oder ohne Familie, mit oder ohne Karriere. Diese Entscheidungen sind privat. Politik sollte keine Leitbilder vorgeben, sondern sicherstellen, dass alle Männer und Frauen Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben haben und ihrer Verantwortung in Familie und Partnerschaft gerecht werden können. Welche Wege dahin führen zeigt sie in diesem zugleich politischen und persönlichen Buch - angriffslustig und klar.

Kristina Schröder, geb. Köhler, Jahrgang 1977, Dr. phil., ist Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ihre Tochter kam im Juni 2011 auf die Welt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 16.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492955249
    Verlag: Piper
    Größe: 2940 kBytes
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Danke, emanzipiert sind wir selber

Vorwort Dieses Buch ist ein politisches Buch, aber kein Buch über Politik. Es ist kein Buch über staatliche Familienförderung und den Ausbau der Kinderbetreuung, über Programme für Frauen in Notlagen und für mehr Frauen in Führungspositionen, über politische Maßnahmen zur Förderung einer familienfreundlichen Arbeitswelt und zur Unterstützung von Vätern. Wer Informationen dazu erwartet, ist auf der Website oder bei der Pressestelle des Bundesfamilienministeriums besser aufgehoben und möge die nächsten 240 Seiten überblättern. Sie sind nicht im Rahmen unserer engen beruflichen Zusammenarbeit im Bundesfamilienministerium entstanden, sondern ausschließlich in unserer freien Zeit, die im Sommer 2011 dank Mutterschutz der einen und aufgespartem Urlaub der anderen etwas großzügiger bemessen war als sonst. Und auch das sei vorweg erwähnt: Die Bundesfamilienministerin verdient mit diesem Buch kein Geld. Ihr Erlös aus dem hälftig aufgeteilten Autorenhonorar kommt der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES zugute. Dieses Buch ist ein gemeinsamer, persönlicher Standpunkt von zwei Frauen Mitte 30: verheiratet die eine, alleinerziehend die andere; beide bekennende, voll berufstätige "Rabenmütter", die ihr Kind lieben und Familie für das Wichtigste im Leben halten; beide aber frei von der Absicht, aus der eigenen, privaten Auffassung von einem guten Leben politische Schlussfolgerungen für das "richtige" Leben zu ziehen. Im Gegenteil! Wir haben dieses Buch geschrieben, weil wir die Rechthaberei derjenigen leid sind, die sich als Fortgeschrittene auf ihrem persönlichen Pfad der Erkenntnis im Besitz allgemeinverbindlicher Wahrheiten wähnen. Wir können sie nicht mehr hören, die ideologische Begleitmusik deutscher Frauen- und Familienpolitik, die ewig gleiche Leier, die hierzulande gespielt wird, wenn es um die Lebensentwürfe von Frauen geht! Emanzipation gegen Familie, Erfüllung im Beruf gegen Mutterglück, Rabenmutter gegen Heimchen am Herd, Fremdbetreuung gegen Fürsorge, Selbstverwirklichung gegen Verantwortung, Freiheit gegen Bindung - oder um es mit Loriot zu sagen: "Da hat man was Eigenes!" gegen "Früher war mehr Lametta!". Im Kreuzfeuer frauen- und familienpolitischer Weltanschauungen geht es natürlich um viel mehr als um die Frage "Kind oder Karriere?". Im Namen der Gleichstellung der Geschlechter propagieren Feministinnen das Ideal der Vollzeit berufstätigen Karrierefrau. Im Namen des Zusammenhalts der Familie beschwören Strukturkonservative das traditionelle Mutterideal. Den feministischen Attacken auf Hausfrauen und Vollzeitmütter liegt dabei dieselbe paternalistische Haltung zugrunde wie den strukturkonservativen Attacken auf die berufstätige Mutter. So wie Strukturkonservative die Frauen für verantwortungslos halten, wenn sie die Küchenschürze gegen den Hosenanzug eintauschen, so halten Feministinnen Frauen für unemanzipiert, wenn sie die Küchenschürze nicht gegen den Hosenanzug eintauschen. Feministinnen und Strukturkonservative haben insofern eines gemeinsam: Sie erheben ein Rollenbild, das sie für sich selbst als vorzugswürdig erkannt haben, zum Rollenleitbild, das für alle gelten soll, und ziehen damit in den Kulturkampf um das richtige Frauenleben. Das Ergebnis dieser Kulturkämpfe ist ein Zustand, den wir als allgegenwärtiges, vielstimmiges Diktat der Rollenbilder empfinden: als widersprüchliche Anweisungen selbst ernannter Autoritäten, die uns sagen, wie wir leben sollen. Enttäuscht sind wir dabei vor allem von Feministinnen. Ausgerechnet sie, die immer Emanzipation und Selbstbestimmung der Frau gepredigt haben, pflegen vielfach ein Weltbild, in dem die Frau vor allem als Opfer von Rollenfallen und Männerbünden, als diskriminiertes und benachteiligtes Geschlecht vorkommt. Diese Kritik richtet sich, das ist uns wichtig, nicht an die Frauenbewegung in Gänze, sondern ausschließlich an Vertreterinnen einer feministischen Weltanschauung. Im Jahr 2012 feiern wir den 101. We

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