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Das Ende des Imperiums Was aus den Staaten der Sowjetunion wurde von Kunze, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2016
  • Verlag: Ch. Links Verlag
eBook (ePUB)
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Das Ende des Imperiums

Für die Neuauflage des erstmals 2011 erschienenen Buches haben sich der Historiker Thomas Kunze und der Journalist Thomas Vogel erneut auf die Reise durch die 15 ehemaligen Sowjetrepubliken begeben. In ihrer Beschreibung der dramatischen Veränderungen der vergangenen 25 Jahre berücksichtigen sie somit auch die jüngsten Ereignisse und Konflikte, wie z. B. die Auseinandersetzungen in der Ukraine. Das Buch ist eine Verbindung aus zeitgeschichtlicher Analyse und lebendigem Reisebericht.

Jahrgang 1963, Studium der Geschichte, Germanistik und Pädagogik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Karl-Marx-Universität Leipzig, Dr. phil., Hon. Professor an der Al-Chorezm-Universität und der Präsidialakademie Taschkent (Usbekistan); seit 2002 Tätigkeit für die Konrad-Adenauer-Stiftung, u.a. als deren Repräsentant in Moskau sowie Chef der Europa/Nordamerika-Abteilung in der Stiftungszentrale in Berlin; seit 2010 Vertreter der Stiftung in Mittelasien (Sitz: Taschkent). Autor zahlreicher Bücher, darunter Biographien über Nicolae Ceausescu und Erich Honecker sowie über die Entwicklung in den Staaten der früheren Sowjetunion. Jahrgang 1959, aufgewachsen in der Schweiz; Studium der Germanistik, Politologie und Publizistik in Berlin; 2003-2009 Deutschlandkorrespondent des Schweizer Fernsehens in Berlin; 2009-2012 Redakteur der Nachrichtensendung 'Zehn vor Zehn', seit 2012 Redaktur des Politmagazins 'Rundschau' des Schweizer Fernsehens, Buchautor sowie Autor zahlreicher Filmberichte und Reportagen zur deutschen Zeitgeschichte und internationalen Politik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 328
    Erscheinungsdatum: 05.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862843206
    Verlag: Ch. Links Verlag
    Größe: 6425 kBytes
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Das Ende des Imperiums

Ein Koloss am Ende
Der Zusammenbruch der Sowjetunion

Mit Gorbatschow in München

Im Juli 2009 trafen wir Michail Gorbatschow, den früheren Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, zu einem Fernsehinterview in München. Es war eines der seltenen Interviews, die der letzte Präsident der Sowjetunion überhaupt noch gibt. Die ungebremste Popularität, der er sich nach wie vor in Deutschland erfreuen kann, macht ihn zufrieden, aber auch müde. In München tagte gerade der "Petersburger Dialog", ein deutsch-russisches Forum unter Schirmherrschaft des russischen Präsidenten und der deutschen Bundeskanzlerin.

Bis 2008 war Gorbatschow gemeinsam mit dem letzten Ministerpräsidenten der DDR, Lothar de Maizière, Vorsitzender dieses Gremiums, dann wurde er durch den früheren russischen Ministerpräsidenten Wiktor Subkow abgelöst.

Gorbatschow kam gemeinsam mit seinem langjährigen Mitarbeiter und Vertrauten Karen Karagesian zum vereinbarten Ort, einem für das Interview vorbereiteten Zimmer im Hotel "Bayerischer Hof". Er hatte Rückenprobleme, das Gehen machte ihm an diesem Tag Schwierigkeiten. Im bequemen Sessel wollte Gorbatschow nicht sitzen, sondern bat um einen einfachen Stuhl. So könne er sich besser konzentrieren. Uns interessierte 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer Gorbatschows rückblickende Bewertung dieses Ereignisses, denn im Verlauf der darauffolgenden Monate veränderte sich nicht nur Europa, sondern die Sowjetunion verschwand von der politischen Landkarte, und es entstand eine neue Weltordnung. Bei der Frage, was er am Tag des Mauerfalls gefühlt habe und vor allem, ob es an diesem Tag noch möglich gewesen wäre, den Lauf der Geschichte zu ändern, und ob er auch nur einmal daran gedacht habe, Panzer rollen zu lassen, wollte Gorbatschow das Gespräch beinahe abbrechen. Nur wenn auf seinem Posten ein Abenteurer gesessen hätte, erwiderte er erregt, wäre der Mauerfall und all das, was ihm folgte, noch zu verhindern gewesen, sonst nicht. Energisch setzte er hinzu: "Man muß Verantwortungsbewußtsein haben für sein Land und die Welt. Sonst ist man fehl am Platz." 1 Gemeinsam mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl wurde Michail Gorbatschow zu einem der Architekten der deutschen Wiedervereinigung. Doch beide Politiker hatten eine darüber hinausgehende Vision: Sie träumten von einem vereinten Europa, das Russland umfassend und vom Atlantik bis nach Wladiwostok reichen würde.

Die Autoren Thomas Vogel und Thomas Kunze mit Michail Gorbatschow und Karen Karagesian (v. r. n. l.)

Mit Gorbatschow in Moskau

Fünf Jahre später, im November 2014: ein Wiedersehen mit Gorbatschow auf einer Tagung der Gorbatschow-Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung in Moskau. Der Friedensnobelpreisträger hat gerade einen Krankenhausaufenthalt hinter sich gebracht. Er läuft langsam, doch er ist froh, wieder unter Menschen zu sein. Das Thema der Tagung lautet "25 Jahre Mauerfall", es gerät jedoch schnell in den Hintergrund. Eine der ehemaligen Sowjetrepubliken, die Ukraine, steckt in einer Staatskrise. Die Frage einer engeren Anbindung des Landes an die Europäische Union auf der einen oder an Russland auf der anderen Seite spaltet das Land. In Kiew war es zu Massenprotesten gekommen, der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch ist nach Russland geflohen. Die zur Ukraine gehörige Schwarzmeerhalbinsel Krim hat Russland sich nach einem umstrittenen Referendum einverleibt. Ein Bürgerkrieg im Osten der Ukraine, von brüchigen Waffenstillstandsabkommen unterbrochen, hat bereits Tausende Tote gefordert.

Als wäre der Kalte Krieg niemals zu Ende gegangen, stehen hinter den Konfliktpartnern in der Ukraine Russland und der Westen. 25 Jahre, die seit dem Fall des Eisernen Vorhanges verflossen sind, haben nicht ausgereicht, um ideologische Vorurteile aus der Zeit, zu der sich Ost und West feindlich gegenüberstanden, zu überwinden. Die Vision des gemeinsamen Eur

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