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Das Salz-Zucker-Fett-Komplott Wie die Lebensmittelkonzerne uns süchtig machen von Moss, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.03.2014
  • Verlag: Ludwig
eBook (ePUB)
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Das Salz-Zucker-Fett-Komplott

Essen kann tödlich sein - wie Nestlé, Kellogg's, Kraft & Co. unsere Gesundheit aufs Spiel setzen Minneapolis, April 1999: Bei einem geheimen Treffen kommen die Geschäftsführer der zwölf größten Nahrungsmittelkonzerne der USA - darunter Nestlé, Coca-Cola und Kraft - zusammen. Auf ihrer Agenda: die weltweit zunehmende Fettleibigkeit. Ihre Sorge: Immer häufiger werden industriell hergestellte Lebensmittel mit ihren Unmengen an Salz, Zucker und Fett für die Gewichtsprobleme der Menschen verantwortlich gemacht. Ein Vorstandsmitglied von Kraft appelliert an das Gewissen seiner Kollegen. Doch unvermittelt ist das Treffen zu Ende ... Fünfzehn Jahre später ist nicht nur die Anzahl der Fettleibigen massiv angestiegen, immer öfter werden auch Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Arthrose, Brust- und Darmkrebs mit unserem immensen Konsum von industriell erzeugten Nahrungsmitteln in Zusammenhang gebracht. Milliarden werden investiert, um die perfekte Mischung an Salz, Zucker und Fett zu finden, die uns süchtig macht nach immer mehr. Michael Moss öffnet uns die Augen für die skrupellosen Geschäftsmethoden der Nahrungsmittel-Multis. Alarmierend, spannend, zukunftsweisend: Sein Buch wird unseren Blick auf unsere Essgewohnheiten für immer verändern. Michael Moss ist New-York-Times-Journalist. Für seine Reportage über eine Frau, die lebensgefährlich an einem E.coli-verseuchten Hamburger erkrankte, gewann er 2010 den Pulitzer-Preis. Zuvor schrieb er u.a. für The Wall Street Journal und New York Newsday und unterrichtete an der renommierten Columbia Journalism School. Sein Buch Das Salz-Zucker-Fett-Komplott stand wochenlang auf Platz 1 der NYT-Bestsellerliste. Mit seiner Frau und ihren beiden gemeinsamen Söhnen lebt er in Brooklyn.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 31.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641129620
    Verlag: Ludwig
    Originaltitel: Salt, Sugar, Fat
    Größe: 883 kBytes
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Das Salz-Zucker-Fett-Komplott

EINS

Süßer Glückspunkt – "Die Biologie des Kindes ausnutzen"

D as erste, was man über Zucker wissen sollte, ist Folgendes: Unser Körper ist für Süßes gemacht.

Vergessen wir, was wir in der Schule mit der "Zungenkarte" gelernt haben, die besagt, dass die fünf Geschmäcker an fünf unterschiedlichen Stellen der Zunge wahrgenommen werden. Und dass sich hinten ein großer Bereich für Explosionen von Bitterkeit befindet, die Seiten sich Saures und Salziges herausgreifen und sich auf der Zungenspitze dieser eine Punkt für Süßes befindet. Diese Theorie ist falsch. Wie Forscher in den 1970er-Jahren entdecken sollten, hatten die Schöpfer dieser Darstellung die 1901 erschienene Arbeit eines deutschen Doktoranden fehlinterpretiert; seine Experimente bewiesen nur, dass unsere Zungenspitze eventuell etwas empfänglicher für Süßes sein könnte. In Wahrheit ist der ganze Mund verrückt nach Zucker, inklusive des oberen Teils, also dem Gaumen. Es gibt spezielle Rezeptoren für Süßes in jeder einzelnen der 10 000 Geschmacksknospen im Mund, und sie sind alle auf die eine oder andere Weise mit den Teilen des Gehirns verbunden, die für den Genuss zuständig sind und in denen wir dafür belohnt werden, dass wir Energie in unseren Körper pumpen. Doch damit noch nicht genug. Wissenschaftler fanden jetzt entlang der Speiseröhre bis in unseren Magen und unsere Bauchspeicheldrüse Geschmacksrezeptoren, die durch Zucker stimuliert werden und auf komplexe Weise mit unserem Appetit verbunden zu sein scheinen.

Das Zweite, was man über Zucker wissen sollte: Lebensmittelhersteller kennen diesen Geschmackszonenirrtum durchaus, wie auch viele der Gründe, warum wir uns nach Süßem verzehren. Sie verfügen über ganze Mitarbeiterstäbe von Wissenschaftlern, die sich auf die Sinne spezialisiert haben, und die Unternehmen nutzen ihr Wissen dazu, Zucker auf die verschiedensten Arten zu ihrem Vorteil einzusetzen. Zucker macht den Geschmack von Speisen und Getränken nicht nur unwiderstehlich. Die Industrie hat gelernt, dass er auch verwendet werden kann, um eine ganze Reihe von Herstellungswundern zu bewirken, von Donuts, die sich beim Aufbacken vergrößern, über Brot, das nicht altbacken wird, bis zu Frühstücksflocken, die braun geröstet und fluffig sind. All das hat Zucker zu einer unabkömmlichen Zutat für die industrielle Lebensmittelherstellung gemacht. Im Schnitt nehmen Amerikaner 32 Kilogramm kalorienhaltige Süßungsmittel im Jahr zu sich. Das sind pro Person 22 Teelöffel am Tag. Diese Menge teilt sich in drei beinahe gleich große Teile auf: Rohrzucker, Rübenzucker und die Gruppe der Süßstoffe aus Getreide, die Maissirup enthalten (dazu kommt noch ein bisschen Honig und Sirup). Für Deutschland gibt der Verband der Zuckerindustrie einen Verzehr von zirka 24,5 Kilogramm an.

Dass wir Zucker lieben und uns danach verzehren, ist nichts Neues. Ganze Bücher sind seinem Siegeszug durch die Geschichte gewidmet, in der Menschen große Distanzen, Konflikte und riesige technische Hürden überwanden, um ihre unstillbare Sucht zu befriedigen. Das erste Glanzstück in dieser Hinsicht stellt Christoph Kolumbus' zweite Reise in die Neue Welt dar, bei der er Zuckerrohr mitführte, woraufhin es im spanischen Santo Domingo angebaut, schließlich von afrikanischen Sklaven zu Kristallzucker verarbeitet und ab 1515 zurück nach Europa verschifft wurde, um den aufkommenden Appetit des Kontinents zu stillen. Die nächste bedeutende Entwicklung kam 1807, als eine britische Seeblockade vor Frankreich den einfachen Zugang

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