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Der Fluch des Reichtums Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas von Burgis, Tom (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.11.2016
  • Verlag: Westend Verlag
eBook (ePUB)
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Der Fluch des Reichtums

Afrika ist der wohl weltweit ärmste Kontinent und gleichzeitig der reichste: Ein Drittel der weltweiteren Rohstoffvorkommen liegen unter der Erdoberfläche - ein immenser Reichtum, der für die Mehrheit der Bevölkerung allerdings weit mehr Fluch als Segen bedeutet. Auf den Spuren eines finanziellen Kolonialismus begibt sich Tom Burgis auf eine mitreißende und schockierende Reise durch anonyme Sitzungssäle und protzige Verwaltungsbauten. Das afrikanische Wirtschaftswunder wird getrieben von einem unbändigen Hunger auf die natürlichen Ressourcen des Kontinents, besonders durch aufstrebende Weltmächte wie China. Mittlerweile gibt es ein verzweigtes Netzwerk von zwielichtigen Händlern, Bankern und kapitalistischen Freibeutern, welches die lokalen Behörden unterwandert hast und mit Schmiergeldern unterhält: Ein System der Ausbeutung mit dem Zweck, Afrikas rohstoffreichste Länder auf Kosten der Bevölkerung systematisch auszuplündern. Tom Burgis nennt die Schuldigen und Profiteure beim Namen und zeichnet ein ebenso grausames wie wahrheitsgetreues Bild über den ärmsten reichen Kontinent der Welt. Tom Burgis, ist als Auslandskorrespondent für die Financial Times tätig, zuletzt in Johannesburg und Lagos. Aktuell lebt er in London, wo er ein Team für investigativen Journalismus leitet. Unter anderem auf der Shortlist für den Nachwuchspreis für junge Journalisten im Jahr 2010, ist er heute ein gefragter Kommentator bei der BBC, CNBC und weiteren internationale Fern- und Radiosendern. Unerschrocken, eloquent und mutig, liefert Tom Burgis hier seinen Erstlingswerk und begibt sich an die Spitze einer neuen Generation junger investigativer Journalisten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 02.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864896507
    Verlag: Westend Verlag
    Größe: 3675 kBytes
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Der Fluch des Reichtums

Einleitung: Der Fluch des Reichtums

Gegenüber der Aktienbörse in New York, an einem Ort, der auf dem Informationsschild für Touristen als "Kreuzweg der Weltfinanzen" bezeichnet wird, ruft die stattliche Steinfassade der Wall Street Nr. 23 die Macht des Mannes in Erinnerung, dessen Bank das Gebäude seit 1913 beherbergte, nämlich J. P. Morgans, des kapitalistischen Titanen der USA. Die Außenansicht des Hauses kommt auch öfter in Hollywoodfilmen vor - so war sie etwa 2012 in The Dark Knight Rises in der Rolle der Aktienbörse Gotham Citys zu sehen -, doch als ich Ende 2013 dort war, lag der rote Teppich schmutzig und durchnässt in dem Nieselregen, der vom Atlantik hereingeweht kam. Durch die schmierigen Scheiben der verschlossenen Eisentore konnte man im entkernten Inneren des Baus, in dem früher ein riesiger Kronleuchter geglitzert hatte, nur ein paar Neonröhren, mit Sperrholzplatten verschalte Treppenaufgänge und ein leuchtendes rotes Schild erkennen, auf dem "Ausgang" stand.

Ungeachtet seines Verfalls bleibt Wall Street Nr. 23 ein Emblem der Elite, eine Trophäe im unbeständigen Spiel des internationalen Handels. Die Adresse seiner jetzigen Besitzer ist ein Büro im zehnten Stock eines Wolkenkratzers in Hongkong. Queensway Nr. 88 war ehemals ein Standort von Kasernen der britischen Armee, aber heute stehen dort die verspiegelten Türme des Pacific Place, von denen grelles Sonnenlicht auf das Finanzviertel der Stadt zurückgestrahlt wird. Die luxuriöse Einkaufspromenade im Parterre ist gegen die draußen herrschende feuchte Hitze klimatisiert und von Designerboutiquen gesäumt: Armani, Prada, Chanel, Dior. Das Shangri-La Hotel, das die obersten Stockwerke des zweiten der sieben Türme des Pacific Place einnimmt, bietet Suiten zum Preis von 10 000 Dollar pro Nacht an.

Da ist das erwähnte Büro im zehnten Stockwerk wesentlich unauffälliger. Dasselbe gilt für die kleine Gruppe von Männern und Frauen, die es als eingetragene Adresse für sich selbst und ihr Netz von Unternehmen nutzen. Unter denen, die sich die Aufgabe gestellt haben, den Werdegang dieser Leute zu verfolgen, sind sie inoffiziell als "Queensway Group" bekannt. 1 Ihre Interessen, die sie mittels eines Geflechts komplexer Konzernstrukturen und geheimer Offshore-Konstruktionen verfolgen, reichen von Moskau bis Manhattan und von Nordkorea bis Indonesien. Neben chinesischen Staatskonzernen gehören BP, Total und andere westliche Ölgesellschaften sowie das riesige, in einer schweizerischen Stadt angesiedelte Terminhandelshaus Glencore zu ihren Geschäftspartnern. Doch vor allem basieren das Vermögen und der Einfluss der Queensway Group auf den Rohstoffen, die in Afrika unter der Erde liegen.

Etwa gleich weit entfernt von der Wall Street 23 in New York und Queensway 88 in Hongkong, nämlich etwa siebentausend Meilen, erhebt sich ein dritter Wolkenkratzer. Das goldene Bauwerk im Zentrum von Angolas Hauptstadt Luanda ist fünfundzwanzig Stockwerke hoch und bietet einen weiten Blick über die Bucht, in der das südliche Afrika an den Atlantik grenzt. Offiziell heißt es CIF Luanda One, aber die Ortsansässigen nennen es das Tom-und-Jerry-Gebäude, wegen der Comics, die 2008 während der letzten Bauarbeiten auf die Außenmauern projiziert wurden. Im Inneren befinden sich ein Festsaal, eine Zigarrenbar - und die Büros der ausländischen Ölgesellschaften, die die gewaltigen Vorräte von Rohöl unter dem Meeresboden Angolas abzapfen.

Ein trutzig aussehender Posten wacht über den Eingang, über dem drei Flaggen wehen. Die erste ist die Angolas. Die zweite ist die Chinas, der aufsteigenden Macht, die Angola großzügig mit Straßen, Brücken und Eisenbahnlinien versorgt. Im Gegenzug wird China von dem Land mit so viel Öl beliefert, dass es damit ein Siebtel seines Importbedarfs decken kann, der zur Befeuerung seines rasenden wirtschaftlichen Wachstums benötigt wird. Beide Flag

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