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Die andere Gesellschaft von Buschkowsky, Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Die andere Gesellschaft

In diesem Buch beschäftigt sich Heinz Buschkowsky mit der Frage, wie unsere Gesellschaft durch Migration verändert wird. Echte Integration versus Parallelgesellschaften. Werden wir einen gemeinsamen Weg finden? Auf welche Werte kommt es dabei an? Warum sind viele Einwanderer in ihrer neuen Heimat traditionsbewusster, als sie es am Herkunftsort waren? Warum zelebrieren sie oft das Anderssein? Was interessiert sie wirklich an Deutschland? Für sein neues Buch hat Bestsellerautor Heinz Buschkowsky mit Sozialarbeitern gesprochen; er lässt Imame und Islamaussteiger zu Wort kommen, verschleierte Frauen, die nicht allein ins Kino dürfen, und Männer, die von großen Autos träumen, aber Hartz-IV-Empfänger sind. Heinz Buschkowsky entwirft ein aufrüttelndes Szenario für die Zukunft. Wird sich unsere Gesellschaft zu einer anderen entwickeln? Heinz Buschkowsky, Jahrgang 1948, ist Diplom-Verwaltungswirt. 1973 trat er der SPD bei. Von 2001 bis April 2015 war er Bezirksbürgermeister von Neukölln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 30.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843709552
    Verlag: Ullstein
    Größe: 3071 kBytes
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Die andere Gesellschaft

Wir und heute

Wer sich Gedanken über die Veränderungen in unserer Gesellschaft macht und beurteilen will, ob diese vorwärts- oder zurückgerichtet sind, muss zwangsläufig erst die Nulllinie finden. Den Ausgangspunkt, wie man unseren gesellschaftlichen Status quo einschätzt und definiert. Ich versuche das aus meiner Sicht.

Ich habe bereits im Vorwort das Bekenntnis abgelegt, dass ich ein Großstadtkind bin, nichts anderes kenne und das Stadtleben liebe. Das unterscheidet mich schon von einem Großteil der Menschen unseres Landes, die völlig anders sozialisiert sind. Die ihr gesamtes Leben in ländlicher oder kleinstädtischer Umgebung verbracht haben. Dort, wo die Familien seit Generationen ansässig sind und eigentlich jeder jeden kennt. Das sind komplett unterschiedliche Lebenswelten, die ich auch nur vage erahnen und beurteilen kann. Denn ich habe ja ein anderes Leben als das meinige nie erlebt. Allenfalls kann ich die nichtstädtische Gefühlswelt ein bisschen nachempfinden, seit meine Frau und ich uns vor 15 Jahren eine Ferienwohnung am Meer auf Usedom zugelegt haben. Dort ist plattes Land. Man merkt es schon bei der Anreise. Wenn Sie es mir einmal nachmachen, so werden Sie durch kleine Dörfer fahren. Früher sagte man "Fünf Häuser, sieben Spitzbuben". Ich stelle mir immer wieder aufs Neue die Frage, was man hier um Gottes willen macht, wenn es abends dunkel wird. Wenn man es gut trifft, dann gibt es dort ein Dorfgasthaus, in dem sich eventuell ein paar Nachbarn treffen. Ansonsten bleibt nur der Fernseher, was manchmal die Höchststrafe sein kann.

Da, wo ich mein Zweitzuhause von 48 m 2 gefunden habe, sind drei kleine Ortschaften zu einer Großgemeinde zusammengeschlossen worden. 9600 Einwohner zählt diese "Metropole" nunmehr. Nicht alle sind damit glücklich. Im Gemeinderat wird schon darüber gemault, was denn das Gemeinderatsmitglied X von den Bedürfnissen der Menschen im Ortsteil Y weiß. Bürgermeister wurde vor einigen Jahren das bis dato amtierende Oberhaupt einer der kleinen Ursprungsortschaften. In einem Interview hat er mittlerweile verlauten lassen, dass ihm der hektische Betrieb der Großgemeinde schon sehr zu schaffen mache und er sich nach dem übersichtlicheren Aufgabenfeld seiner früheren Tätigkeit zurücksehne.

Vergegenwärtigt man sich den Tatendrang junger Menschen, so kann es eigentlich nicht wirklich überraschen, dass sie heute meist dem Ruf der Metropolen folgen. Fernsehen und Internet bringen bunte, aufregende Bilder in die Wohnstuben und Kinderzimmer, die den Hunger wecken, selbst einmal zu schauen, wie sich die Welt dort dreht. So ziehen die jungen Leute, und zwar insbesondere die toughen, die intelligenten, die mutigen und unerschrockenen, dorthin, wo es Action gibt und es nicht so langweilig ist, wie sie es zu Hause empfinden. Ich kenne das. Denn ich sehe ja die jungen Menschen, die aus diesen behüteten Gegenden nach Neukölln kommen. Wie sie hier ausbrechen aus den vermeintlichen Fesseln des provinziellen Lebens ihrer Eltern und ihrer Kindheit. Es zieht sie in die Stadt, wo die große weite Welt nach ihnen ruft und nur darauf wartet, dass sie sie anhalten. Allen finsteren Mächten – angefangen beim Spätkapitalismus über das Spießertum bis hin zum hausverwaltenden Miethai – werden sie die Zähne zeigen.

Die ländlichen Regionen leiden durchgängig unter Bevölkerungsschwund. Im Berlin umschließenden Brandenburg nimmt das inzwischen teilweise schon dramatische Formen an. Wer mit offenen Augen durch die Ortschaften fährt, sieht leere Häuser. Manchmal in größerer Zahl, als es bewohnte gibt. Das Technische Hilfswerk find

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