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Die berauschte Gesellschaft Alkohol - geliebt, verharmlost, tödlich von Seitz, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.11.2018
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Die berauschte Gesellschaft

Über den richtigen (und fatalen) Umgang mit Alkohol Alkohol gilt als Todesursache Nr. 1 in Deutschland. Trotzdem gehört die älteste Droge der Welt in allen Gesellschaftsschichten zum Lebensstil. In manchen Kreisen gilt es als schick, Alkohol unbefangen zu konsumieren. Warum ist das so? Woher kommt diese gesellschaftliche Akzeptanz? Und wie schnell werden dadurch Existenzen zerstört? Was das Buch nicht will: Den Menschen die Freude am genussvollen Trinken nehmen. Nur sollten alle wissen, was es heißt, Alkohol zu trinken. Die Gesellschaft muss dafür sensibilisiert werden. Wer lernt, wo die Grenzen liegen, kann auf die Gesundheit anstoßen. Prof. Dr. Helmut Seitz, geboren 1950, ist Honorarprofessor für Innere Medizin, Gastroenterologie und Alkoholforschung an der Universität Heidelberg und leitet das dortige Alkoholforschungszentrum. Er ist Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Krankenhaus Salem und St. Vincentius in Heidelberg. Professor Seitz ist ein international anerkannter Wissenschaftler mit über 450 Publikationen zum Thema Alkohol. Er war lange Jahre Präsident der Europäischen Alkohol Forschungsgesellschaft und wurde mit zahllosen Preisen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 26.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641230838
    Verlag: Kösel
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Die berauschte Gesellschaft

Frauen sind anders

Weshalb das weibliche Geschlecht weniger verträgt und Alkohol in der Schwangerschaft Körperverletzung ist

Zunächst muss festgehalten werden: Frauen reagieren wesentlich empfindlicher auf Alkohol als Männer. So entwickeln sie bereits bei der Hälfte der Alkoholmenge und in wesentlich kürzerer Zeit eine fortgeschrittene Lebererkrankung, also eine Leberzirrhose, als Männer. Warum das so ist, bleibt letztendlich unklar. Verschiedene Mechanismen werden dafür verantwortlich gemacht:

1. Frauen haben etwas weniger Körperwasser als Männer, und da Alkohol wasserlöslich ist, ist die Blutalkoholkonzentration bei Frauen bei gleicher Zufuhr in Gramm pro Kilogramm Körpergewicht höher als bei Männern.
2. Frauen bauen im Magen weniger Alkohol ab als Männer. Frauen haben eine geringere Aktivität des Enzyms Alkoholdehydrogenase im Magen als Männer. Deshalb tritt mehr Alkohol in den Dünndarm über und wird schneller ins Blut aufgenommen. Das Ergebnis sind höhere Blutalkoholkonzentrationen.
3. Frauen haben Östrogene. Alkohol erhöht die Konzentration von Östrogenen im Blut, indem er den Abbau der Östrogene hemmt. Östrogene sind nicht nur krebserregend für die weibliche Brust, sie führen auch zu einer vermehrten Leberverfettung, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass sie die Energiekraftwerke der Leber, die Mitochondrien, schädigen können. Es ist auch interessant, dass sich bei Frauen, die mit dem Alkohol Schluss machen, die Lebererkrankung wesentlich langsamer zurückbildet als bei Männern. Hierfür sind wahrscheinlich immunologische Mechanismen verantwortlich.
4. Die meisten Frauen, abgesehen von denen, die bereits im Jugendalter von 14-16 Jahren Alkohol regelmäßig konsumieren, beginnen wesentlich später mit der Alkoholsucht als Männer. Oft sind auslösende Faktoren von Bedeutung - etwa einschneidende persönliche Ereignisse. Depressionen spielen eine wichtige Rolle. Der amerikanische Psychiater und Genetiker Claude Robert Cloninger stellt zum Beispiel einen stark genetisch abhängigen Typ II mit ungünstigem Verlauf (meist bei Männern) einem Typ I gegenüber, der eher von Umweltfaktoren abhängig ist und häufiger bei Frauen auftritt.
5. Frauen zeigen ein anderes Suchtverhalten als Männer. Sie trinken vorwiegend heimlich, empfinden deshalb starke Schamgefühle und können ziemlich exakt berichten, warum und wann sie Alkohol zur Bekämpfung ihrer Probleme eingenommen haben. Daraus resultiert, dass die therapeutischen Ansätze bei Frauen anders aussehen müssen als bei Männern. Das heißt: Erst müssen die Probleme gelöst werden, die dazu führen, dass die Frau zur Flasche greift, danach kann sich der Therapeut um den verstärkten Alkoholkonsum kümmern. Beides muss in der Therapie parallel laufen.
Frauen im "Nachteil"

Alkoholkonsum ist für Frauen grundsätzlich schädlicher als für Männer. Der Grund: Da der Wasseranteil im weiblichen Körper niedriger ist, erreicht der Alkohol im Körper eine höhere Konzentration - und damit eine höhere Toxizität. Außerdem wird das Enzym, das den Alkohol abbaut, in geringeren Mengen produziert, sprich der Alkohol braucht länger, bis er wieder aus dem Körper verschwindet.

Was Babys krank macht

Obwohl das fötale Alkoholsyndrom ( FAS ) seit 1973 als klinischer Krankheitsbegriff anerkannt ist, überraschte eine neue Veröffentlichung Anfang 2018 im "Journal oft the American Medical Association" die Fachwelt. Offensichtlich leiden nach dieser groß angelegten Untersuchung in den USA mehr Kinder als erwartet an neurologischen Schäden, weil ihre Mütter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben. Die Erkrankung scheint mindestens so häufig wie Autismus zu sein und deutlich häufiger als das Down Syndrom (Trisomie 21) oder die Spina Bifida. Bei dieser ne

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