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Die Bildung der Menschlichkeit für junge Menschen Schritte zur Gesellschaft von morgen

  • Verlag: Braumüller Verlag
eBook (ePUB)
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Die Bildung der Menschlichkeit für junge Menschen

Jeder Mensch beeinflusst die Welt, in der wir leben, ganz wesentlich mit. Wie wir mit uns selbst und miteinander umgehen entscheidet, wie mitmenschlich oder wie unmenschlich die Gesellschaft ist. Mitmenschlichkeit bedeutet, nicht nur auf sich selbst, die engste Familie oder auf seine Freunde zu achten, sondern einen prinzipiellen, grundlegenden Sinn für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung allen Menschen gegenüber zu entwickeln. 'Die Bildung der Menschlichkeit' liefert Antworten auf die Grundfrage: Wie können wir in allen Lebenslagen Mitmenschlichkeit konkret lehren, lernen und im Alltag zur Anwendung bringen? Die Inhalte bieten eine Vielzahl an praktischen Übungen, Lehr- und Lernmaterial für alle Altersstufen: Teil I 'Die Bildung der Menschlichkeit für junge Menschen' beleuchtet die 'Menschwerdung' und mit ihr die Lebensabschnitte von der Kindheit über die Jugendzeit bis zum beginnenden Erwachsenenalter. Teil II 'Die Bildung der Menschlichkeit für Erwachsene' befasst sich mit dem 'Mensch-Sein' und dem Aufrechterhalten einer guten Verbundenheit in allen Lebenslagen im Erwachsenenalter. Das vorgestellte Material eignet sich sowohl für das Selbststudium als auch für die Begleitung anderer und nicht zuletzt zur systematischen Weiterentwicklung bestehender Bildungsangebote. Mag. Dr. Nana Walzer ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und wirkt als selbstständige Trainerin, Lektorin, Autorin, Vortragende und Moderatorin. Ihre Schwerpunkte liegen in der Persönlichkeitsentwicklung, Beziehungsführung, Identitätsbildung, Leadership und Europa. Bei Braumüller erschienen: Die Kunst der Begegnung (2016) und Die Evolution der Menschlichkeit (Hrsg., 2017) Mit Beiträgen von: Thomas Aistleitner Mag. Dr. Irmgard Bernhard Mag. Simone Breit, Bakk. komm. Mag. Robert Dempfer Christiane Derra, MA ECED Daniel Gerer Dr. phil. Christina Hager Mag. Sandra Kaeßmayer Mag. Dr. Martina Kainz, MSc Robin Hietz Dr. Franz A. Pichler Mag. Dr. Nana Walzer Mag. Karl Johannes Zarhuber

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783991002833
    Verlag: Braumüller Verlag
    Größe: 2663 kBytes
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Die Bildung der Menschlichkeit für junge Menschen

MENSCHLICHKEIT IN DER KINDHEIT

1.

Das
weiterdenkende
Kind
(3-6 Jahre)

1.1

Wertebildung im Kindergarten: ein Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung in der frühen Kindheit

Christiane Derra/Simone Breit
Wie sich Werte bilden

"Ich sag dir jetzt was! Lass die Anna in Ruhe spielen und ärger sie nicht wegen ihrem Schnuller! Weil die braucht den eben noch!" Mit diesen Worten weist ein 4-jähriges Mädchen eine Gleichaltrige im Kindergarten zurecht. "Armen Kindern musst du helfen und ihnen Essen geben und auch einen Mantel", erklärt ein 5-Jähriger. "Wenn du reich werden willst, musst du sooo gut Fußball spielen - oder einen Rennwagen haben", erzählt eine 5-Jährige ihrem 4-jährigen Freund. Und die Pädagogin erfährt von einem vier Jahre alten Kind: "Wenn du stirbst, kommst du in den Himmel. Und wenn du wieder stirbst in den nächsten und so weiter. Im letzten Himmel sind die Dinosaurier."

Aussagen wie diese ermöglichen erstaunliche Einblicke in kindliche Gedankenwelten. Manchmal halten sie einen Spiegel bereit, in dem Erwachsene eigene Handlungen und Äußerungen wiederfinden können, und wenn man noch tiefer in sie hineinblickt, entdeckt man vor allem eines: Werthaltungen.

"All I Really Need To Know I Learned in Kindergarten", nennt Robert Fulghum sein Ende der 1980er-Jahre erschienenes Buch. "Wisdom was not at the top of the graduate-school mountain, but there in the sandpile at Sunday School" (Fulghum, 1988, S. 6), meint er und nennt explizit ausgesprochene Regeln und Normen wie etwa "Don't hit people", "Clean up your own mess" (Fulghum, 1988, S. 4), aber auch grundlegende Erkenntnisse über das Leben: "Goldfish and hamster and white mice and even the little seed in the Styrofoam cup - they all die. So do we." (Fulghum, 1988, S. 4f). Die mit diesen Botschaften und Erkenntnissen verknüpften Werte wie Rücksichtnahme und Verantwortung für sich selbst und andere wertet Fulghum (1988) für sein weiteres Leben als bedeutsam. Das Buch rief großes Interesse hervor, wurde millionenfach aufgelegt und wirft interessante Fragen auf: Warum beispielsweise bezieht sich Fulghum explizit auf seine Kindergartenzeit, wo es doch vor, nach und während des Besuchs des Kindergartens gewiss weitere bedeutende Einflussfaktoren (z. B. im familiären Kontext) gab? Wie wurden die angeführten Botschaften (z. B. "Don't hit people!") verinnerlicht - ausschließlich durch Anweisungen und Einforderung von Verhaltensregeln oder durch entsprechende Erfahrungen? "I believe that imagination is stronger than knowledge", schreibt Fulghum (1988) im Vorwort des Werkes und spricht damit inneren, kreativen Verarbeitungsprozessen höhere Bedeutung zu als kognitiver Vermittlung. Kann es also sein, dass der heranwachsende Robert am Prozess der Internalisierung selbst aktiv beteiligt war? Interessant wäre auch die Frage: Wenn Kinder Wertehaltungen in der frühen Kindheit so intensiv verinnerlichen - verhalten sie sich später dann tatsächlich entsprechend? Ebendiese Frage wirft der Autor indirekt auf, indem er spekuliert, um wie viel friedvoller die Welt wäre, wenn alle Menschen sich an ebenjenen Werten orientieren würden (Fulghum, 1988). Die Beantwortung dieser spannenden Frage bleibt dieser Beitrag freilich schuldig, zur Annäherung an eine Antwort wäre es wichtig, Wertebildung als lebenslangen Prozess der aktiven Auseinandersetzung anzusehen, wobei das Kinder- und Jugendalter eine entscheidende Rolle spielt. Kinder sind eben keine Tonklumpen, die man beliebig nach den eigenen Wertvorstellungen formen kann. Elementare Bildungsprozesse sind immer inter- und intraindividuell und transaktional und hochkomplex (Charlotte Bühler Institut [C

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