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Die Ernährungsdiktatur Warum wir nicht länger essen dürfen, was uns die Industrie auftischt von Busse, Tanja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2010
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Die Ernährungsdiktatur

Billige Zutaten, teuer und einfallsreich vermarktet - gegen das 'Prinzip Schokoladenriegel'

Die Industrie hat unser Essen standardisiert: Die immergleichen Grundstoffe werden mit Geschmacksverstärkern, zweifelhaften Aromen und Zucker aufgepeppt. Schwammige Gesetze öffnen Tür und Tor für gezielte Irreführung der Kunden. Unsere Ernährung wird immer künstlicher, unsere Geschmacksnerven werden von Kindheit an auf Chemikalien und Süßstoffe abgerichtet. Tanja Busse zeigt, wie ein Menü im Jahre 2020 schmecken wird, wenn wir uns nicht eines Besseren besinnen.

Die Folgen der Fehlentwicklung sind fatal: 1,6 Milliarden Menschen, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation, gefährden durch Übergewicht ihre Gesundheit. Fast genauso viele leiden Hunger. Beide Phänomene hängen eng zusammen. Die jahrelange Bevorzugung der großen Plantagen hat die kleinen Bauernhöfe verdrängt, die für die Ernährung gerade der Ärmeren unentbehrlich sind. Die Verbraucher aber beginnen zu erkennen, dass man auf Dauer Nahrung nicht wie Autos produzieren kann, und probieren vielfach und fantasievoll eine Rückkehr zu überschaubaren Formen der Nahrungsmittelherstellung. Ein Buch, das aufrührt, aber auch informiert und Wege aufzeigt, wie es besser geht.

Tanja Busse wurde 1970 geboren, studierte Journalistik und Philosophie in Dortmund, Bochum und Pisa. Sie promovierte 2000 mit einer Arbeit über die Massenmedien ('Weltuntergang als Erlebnis'). Sie schrieb wichtige Artikel über Verbraucherschutz und Landwirtschaft in der ZEIT, für das Greenpeace-Magazin und für utopia.de. Ihr Buch 'Die Einkaufsrevolution' (Blessing, 2006) wurde ein Longseller. Auch 'Die Ernährungsdiktatur' (Blessing 2010) erlangte hohe Resonanz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 28.09.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641048266
    Verlag: Blessing
    Größe: 403 kBytes
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Die Ernährungsdiktatur

Kapitel 12 Warum die Welternährungsindustrie vor dem Kollaps steht (S. 142-143)

Wettlauf um Ackerland, öl- und stickstoffabhängige Landwirtschaft

Nun könnte man sagen: Die Europäische Kommission fühlt sich nicht der Weltrettung verpflichtet, sondern den Interessen der Europäer. So wie sich die Bundesregierung um die Interessen der Deutschen kümmert, und nicht um die Opfer der Agrarpolitik anderer Länder auf anderen Kontinenten. Man könnte sagen, um den Hunger soll sich die UNO kümmern oder die FAO oder die Hilfsorganisationen. Mit einem solchen klar begrenzten Blick aufs eigene Land könnte man argumentieren, dass es die Aufgabe der EU und der einzelnen europäischen Regierungen sei, dafür zu sorgen, dass die eigenen Bürger mit günstigen Nahrungsmitteln versorgt werden. Und dass dabei die großen Unternehmen nun einmal Kostenvorteile hätten. Aber tun sie das?

Haben die Minister und Ministerialbeamten die kommenden Veränderungen im Blick? Peak oil, Klimawandel, Rohstoffknappheit? Und was ist mit den Wissenschaftlern und Schriftstellern, die sagen, das Welternährungssystem - und nicht nur die Versorgung der Ärmsten der Armen, sondern die ganze System - stehe vor dem Kollaps? Und dass es bald vorbei ist mit billigen Grillwürstchen und Fischstäbchen? Einer von ihnen, der amerikanische Journalist Paul Roberts, der mit Büchern mit sehr alarmistischen Titeln bekannt geworden ist: The End of ... hat er nun schon zweimal verkündet.

Das erste Buch handelte vom Öl, und zumindest für uns Europäer ist das gar nicht so überraschender Titel: The End of Oil. Schon kurz nach der Jahrtausendwende warnte das Münchner Global Challenges Network vor dem peak oil, dem weltweiten Fördermaximum, ab dessen Erreichen es mit der geförderten Menge bergab gehen werde - und mit den Ölpreisen bergauf. Doch nach The End of Oil begann Roberts eine neue Recherche, wieder über etwas, das seiner Einschätzung nach bald zu Ende geht: nämlich die Nahrung. 2008 erschien sein neues Buch The End of Food, in dem er eine bevorstehende Krise der Welternährungsindustrie vorhersagte, einen möglichen Zusammenbruch des industriellen Ernährungssystems, das uns Konsumenten in den reichen Ländern des Norden bislang versorgt hat.

Das Ende der Ernährung - in Zeiten des Überflusses, der Butterberge, Milchseen und der politisch subventionierten Überschussverramschung? Man hätte Paul Kapitel 12 Warum die Welternährungsindustrie vor dem Kollaps steht Wettlauf um Ackerland, öl- und stickstoffabhängige Landwirtschaft Nun könnte man sagen: Die Europäische Kommission fühlt sich nicht der Weltrettung verpflichtet, sondern den Interessen der Europäer. So wie sich die Bundesregierung um die Interessen der Deutschen kümmert, und nicht um die Opfer der Agrarpolitik anderer Länder auf anderen Kontinenten.

Man könnte sagen, um den Hunger soll sich die UNO kümmern oder die FAO oder die Hilfsorganisationen. Mit einem solchen klar begrenzten Blick aufs eigene Land könnte man argumentieren, dass es die Aufgabe der EU und der einzelnen europäischen Regierungen sei, dafür zu sorgen, dass die eigenen Bürger mit günstigen Nahrungsmitteln versorgt werden. Und dass dabei die großen Unternehmen nun einmal Kostenvorteile hätten. Aber tun sie das? Haben die Minister und Ministerialbeamten die kommenden Veränderungen im Blick? Peak oil, Klimawandel, Rohstoffknappheit?

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