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Die Gleichberechtigungsfalle Ich habe mich als Gleichstellungsbeauftragte für Männer eingesetzt und wurde gefeuert von Ebeling, Monika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2012
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Die Gleichberechtigungsfalle

Vor einem Jahr wurde Monika Ebeling aus ihrem Amt der Gleichstellungsbeauftragten entlassen. Die Begründung: Sie habe sich zu viel für Männer engagiert. Die Meldung kursierte in Windeseile durch alle wichtigen Printmedien, in Deutschland und der Schweiz. RTL schickte ein Kamerateam und auch andere Sender stellten vor Ort ihre Kameras auf. Im Deutschlandradio wurde ebenso berichtet wie im Spiegel online und Stern. Selbst die Maxi griff Ebelings Geschichte auf. Die Süddeutsche und andere recherchierten vor Ort. - Monika Ebelings Geschichte erzeugte eine rießige mediale Ressonanz, weil sie einen Nerv getroffen hat, der Menschen in der ganzen Republik und darüber hinaus bewegt: Gleichstellungspolitik heute darf Männer nicht ausschließen. Frauen haben ihre Rechte errungen, nun werde es Zeit, sich vom Feinbild 'Mann' der Feministinnen der ersten Stunde zu verabschieden und den Blick auch auf die Bedürfnisse von Jungen und Männern zu richten; so Ebeling. Feminismus à la Alice Schwarzer habe ausgedient. Politik und Denkweisen müssen sich an die neuen Verhältnisse von Mann und Frau angleichen. Im Buch erzählt sie ihre Geschichte und übt Kritik an einem unzeitgemäßen Feminismus. Monika Ebeling, geb. 1959, Diplom Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin mit Zusatzausbildung zur systemischen Familientherapeutin. Zunächst arbeitete sie in einer christlichen therapeutischen Wohngemeinschaft für drogenabhängige junge Männer. Später leitete sie eine Mutter-Kind-Kureinrichtung und eine kommunale Kindertagesstätte. Von 2008 bis 2011 war sie Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 19.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451346309
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3629 kBytes
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Die Gleichberechtigungsfalle

2. Gleichberechtigung: Männer

Wie ich zur "Männerversteherin" wurde

Meine dienstlichen Arbeitsinhalte ergeben sich aus den gesetzlichen Vorgaben und sie ergeben sich aus den Anliegen der Menschen, die sich an mich wenden. Das Väter- und Männerthema habe ich mir nicht selbst ausgesucht, es ist auf mich zugekommen. Mit hoher Betroffenheit und einer guten Portion Ärger, Enttäuschung und Hilflosigkeit stand es eines Tages in meiner Tür. Es blieb nicht bei diesem einen Mann, der den Eindruck hat, dass die ungerechte Behandlung ihm gegenüber auf sein Geschlecht und nicht auf die Sachverhalte zurückzuführen ist.

Männer und Frauen sind durch meine Pressearbeit auf mich aufmerksam geworden. Angefangen hat es mit dem Pressebericht über die Aktion mit den "Blauen Weihnachtsmännern" wenige Monate nach meinem Amtsantritt als Gleichstellungsbeauftragte. Danach erhalte ich bereits erste Anrufe von Menschen aus weit entfernten Städten und Gemeinden. Ich habe keine Veranlassung gesehen, mit diesen Anrufern nicht zu sprechen. Im Gegenteil haben mir die Gespräche und Kontakte einen Zuwachs an Wissen und weitere Erkenntnisse für die Gleichstellungsarbeit gebracht. Ich habe mich als Gleichstellungsbeauftragte von Anfang an bemüht, Männer und Frauen ausgewogen zu berücksichtigen und zu benennen. Daraus habe ich kein Geheimnis gemacht. Als es aber konkret wurde und bei mir nicht bei Lippenbekenntnissen blieb, da gab es den ersten Ärger.

Meine Aufgabe als Gleichstellungsbeauftragte habe ich nicht darin gesehen, mich ausschließlich frauenpolitisch um Anliegen von Frauen zu kümmern. Aktivitäten für Frauen und Aktivitäten für Männer waren mir ein Anliegen. Darin kann ich auch heute noch nichts Verwerfliches erkennen. Für einige Frauen in Goslar, die sich auf der Homepage der Grünen in Goslar selbst als "Retrofeministen" bezeichnen, war mein Engagement für Männeranliegen aber der falsche Arbeitsansatz.

Meine, auch für eine Gleichstellungsbeauftragte wohl ungewöhnlich offene Haltung Jungen, Männern und Vätern gegenüber sprach sich also schnell herum, nicht nur regional. Nur in wenigen Fällen habe ich Männer über einen längeren Zeitraum beraten. Ganz nebenbei gesagt: Ich habe immer auch Frauen beraten. Wenn Leserbriefschreiberinnen oder Frauen der "Initiative Gute Gleichstellungsarbeit" behaupten, es würde sich keine Frau mehr an mich wenden, weil ich mich auch für Männeranliegen stark mache, dann ist das schlicht aus der Luft gegriffen. Evaluiert ist das nicht. Selbstverständlich erledige ich als Gleichstellungsbeauftragte weiterhin all die Dinge, die viele andere Gleichstellungsbeauftragte mehr oder weniger auch tun. Ich nehme teil an den Vorstellungsgesprächen, zu denen mein Arbeitgeber einlädt. Das Thema "Gleichstellung" bringe ich auf die Tagesordnung der Führungskräfte, dadurch kann ich diesen regelmäßig aus meinem Arbeitsalltag als Gleichstellungsbeauftragte berichten. Bei Betriebsversammlungen bin ich anwesend und berichte ebenfalls über meine Arbeit. In einem Arbeitskreis "Gender" erarbeite ich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen ein Genderleitbild und später noch ein Familienleitbild für die Stadt. Es ist mir ein Anliegen, Ausschusssitzungen zu besuchen, um die Entscheidungsprozesse, wenn nötig möglichst früh, beeinflussen zu können. Die gesamte Ratspost geht über meinen Schreibtisch. Da schaue ich in den Anträgen und Vorlagen, ob Frauen oder Männer nachteilig betroffen sein könnten.

Im Grunde finde ich, dass jede Führungskraft Ideen zur Gleichstellung von Mann und Frau haben muss und sich diese in ihren

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