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Die Grünen an der Macht Eine kritische Bilanz von Graw, Ansgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2020
  • Verlag: FinanzBuch Verlag
eBook (ePUB)
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Die Grünen an der Macht

Ihr Ziel ist das Kanzleramt. Aber schon auf dem Weg dorthin haben die Grünen die Macht in Deutschland übernommen. Von der Klimapolitik über Migration und Verkehrswende bis zu Frauenquoten und dem voreiligen Ausstieg aus Atomkraft, Kohle, Erdöl und demnächst auch Erdgas, überall setzen sich grüne Konzepte durch. Dabei lösen symbolische Verbote, überhöhte Energiepreise und lähmende Regulierungen nicht das reale Problem der Klimaerwärmung, sondern bedrohen Wirtschaft und Wohlstand in Deutschland. Dieses Buch zeichnet fair, aber kritisch die oft verstörende Geschichte der Grünen nach, untersucht ihr Verhältnis zu Fridays for Future oder Extinction Rebellion und analysiert die Irrtümer der Verkehrs- und Energiewende. Der Autor, studierter Historiker, Politikwissenschaftler und langjähriger Kenner der Partei, warnt: Der gegenwärtige Ökomoralismus kann in eine Ökodiktatur münden. Ansgar Graw, ( 1961), ist Chefreporter für WELT und WELT AM SONNTAG. Der studierte Historiker und Politikwissenschaftler ist Autor etlicher Werke über innen- und außenpolitische Themen, darunter eine Biografie über Gerhard Schröder. Er arbeitete acht Jahre als Korrespondent in den USA und veröffentlichte darüber 2017 das Buch Trump verrückt die Welt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 16.02.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960924982
    Verlag: FinanzBuch Verlag
    Größe: 550 kBytes
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Die Grünen an der Macht

Historie
Wie sich Rudi Dutschke an Herbert Gruhl vorbeimogelte

Rudi Dutschke kam im Dunkel der Nacht über die Grünen. Damit der frühere Studentenführer in die Geschäftsstelle der soeben eigens für die Europawahl gegründeten "sonstigen politischen Vereinigung" gelangen konnte, hatte Petra Kelly an jenem Abend im Herbst 1979 heimlich ein Fenster in dem kleinen Bungalow in der Bonner Friedrich-Ebert-Allee 120 offenstehen lassen. Sie hatte Angst, Herbert Gruhl, der vormalige CDU-Bundestagsabgeordnete und starke Mann in der Gründungsphase der neuen Partei, könne beim Anblick des linken Revoluzzers und Bürgerschrecks das von ihm angemietete gemeinsame Parteibüro "platzen lassen", erzählte Kelly später. 1 Das zeige, "welche Autoritätsperson Gruhl sein wollte, wie intolerant er war".

Die Anekdote deutet die Gegensätze zwischen den Initiatoren der neuen politischen Kraft an. Würden die Grünen als "Bewahrer der Schöpfung" antreten oder als Feinde des Kapitalismus? "In der Anfangsphase war völlig offen, ob die Grünen eher ein emanzipatorisches, linkes Projekt würden oder ein sehr konservatives, fast ein Blut-und-Boden-Projekt", 2 sagt Ludger Volmer, einer der Parteilinken, der gleichwohl früh auf Regierungsbeteiligungen setzte und in der rot-grünen Bundesregierung Staatsminister im Auswärtigen Amt wurde - der Aufpasser der Linken für Joschka Fischer, wurde damals geunkt.

Es war ein verwirrendes Geflecht unterschiedlicher Strömungen: Da gab es die konservativen Ökologen um Gruhl, den Autor des 1976 erschienenen Bestsellers Ein Planet wird geplündert , und den Biobauern Baldur Springmann. Petra Kelly, geboren bei München, aufgewachsen in den USA, sozialisiert in Brüssel und bis kurz zuvor Mitglied der SPD, war das authentische Gesicht der Grünen als Bewegung, als "Antiparteien-Partei". Sie wurde 1992 von ihrem Lebensgefährten, dem Grünen-Abgeordneten Gerd Bastian, im Schlaf erschossen, bevor sich der Ex-General selbst richtete. Ein linker Gegenspieler Gruhls war der RAF-Verteidiger Otto Schily, lange Zeit der einzige Krawattenträger in der Partei; er wechselte 1990 zur SPD und wurde Bundesinnenminister. Für eine sehr kurze Zeit schien Rudi Dutschke eine Anknüpfung an die Veteranen der Studentenbewegung zu verkörpern; schon zu Weihnachten 1979 sollte der gesamtdeutsch denkende Sozialist allerdings an den Spätfolgen des Attentats auf ihn im Jahr 1968 sterben. Die Nationalneutralisten in der "Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher" (AUD) um den CSU-Mitbegründer August Haußleiter suchten einen "dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Sozialismus und zwischen West und Ost. Der international bekannte Künstler Joseph Beuys war ein Vertreter der Anthroposophen, die sich auf Rudolf Steiner beriefen; Lukas Beckmann, später lange Jahre Bundesgeschäftsführer der Grünen, stammte aus diesem Kreis. Zu den undogmatischen Linken gehörten die pazifistischen "Ökopaxe", aber auch linke "Spontis", von denen viele gewaltfrei und andere eher handfest agierten.

Zum Beispiel Joschka Fischer, Ex-Straßenkämpfer ohne abgeschlossene Schulausbildung, der 1982 der jungen Partei beitrat. Er initiierte den Arbeitskreis Realpolitik; seine Realos (heute Reformer) wollten an der Seite der SPD Regierungsverantwortung übernehmen. Und es gelang: Fischer wurde schon 1985 erster grüner Landesumweltminister in Hessen und 1998 Vizekanzler und Bundesaußenminister in Bonn. Auf dem anderen Flügel bekämpften die Fundamentalisten oder Fundis, darunter Radikalökologen oder Ökosozialisten wie Jutta Ditfurth, jede Regierungsbeteiligung. Von ihnen spaltete sich 1988 das Linke Forum (Lifo) ab, das Systemkritik und Antikapitalismus mit Ministerposten verbinden wollte.

Viele Ökosozialisten und Lifo-Grüne wechselten später zur PDS/Linkspartei. Zum grünen Personalreservoir wurden zahlreiche Bürgerinitia

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