text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die sozialdigitale Revolution Wie die SPD Deutschlands Zukunft gestalten kann von Schäfer-Gümbel, Thorsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2018
  • Verlag: Murmann Publishers
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die sozialdigitale Revolution

Die digitale Transformation und die Dekarbonisierung werden unser Land und nicht zuletzt unsere Arbeitswelt massiv verändern. Doch die Politik hat bislang keine befriedigenden Lösungen für die großen Umbrüche gefunden. Und eine breite gesellschaftliche Debatte darüber findet nicht statt. Thorsten Schäfer-Gümbel möchte dies ändern. Er nennt die wesentlichen Punkte, über die wir nun streiten müssen, und präsentiert Antworten. Sein Buch zeigt, wie für uns ein sozialdigitaler Umbau der Gesellschaft möglich ist. Es ist ein Mutmacher für den Weg in eine sozialökologische und demokratische digitale Gesellschaft. Thorsten Schäfer-Gümbel ist stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD, Vorsitzender der SPD in Hessen und der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag. Er gehört zu den maßgeblichen Vordenkern für die Zukunft der Sozialdemokratie in Deutschland. Schäfer-Gümbel ist Spitzenkandidat der hessischen SPD für die Landtagswahl 2018.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 180
    Erscheinungsdatum: 12.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867745987
    Verlag: Murmann Publishers
Weiterlesen weniger lesen

Die sozialdigitale Revolution

1. Kapitel
Neue Perspektiven für die Arbeitswelt -von der Arbeit zur Aufgabe

Ich arbeite leidenschaftlich gerne. Meine Arbeit ist meine Berufung. Die Möglichkeit, fast jeden Tag neue Menschen zu treffen, empfinde ich als eine große Bereicherung, die dazu führt, dass ich mich permanent weiterentwickeln kann. Ich arbeite sehr viel, weshalb ich meine Familie leider nur selten sehe. Trotzdem möchte ich meinen Beruf gegen keinen anderen tauschen. Zu versuchen, unsere Gesellschaft zu gestalten, im Kleinen wie im Großen, erfüllt mich. Meine Arbeit gibt mir einen Sinn.

So wie mir geht es auch sehr vielen anderen Menschen in Deutschland - Krankenschwestern und Postboten, Polizisten und Erzieherinnen, Ingenieurinnen und Buchhändlern. Ihre Arbeit sichert ihnen nicht nur ein Einkommen, sondern sie prägt auch einen wesentlichen Teil ihrer Identität. Menschen definieren sich über ihren Beruf. Er gibt ihnen die Chance, mit anderen Menschen zusammen zu sein, sich auszutauschen und gemeinsam etwas zu erreichen. Sie beziehen Anerkennung und Reputation aus dem, was sie vier, acht, zehn oder mehr Stunden am Tag tun. Deshalb lautet eine der ersten Fragen, wenn man jemanden kennenlernt, auch nicht "Was hältst du von dem neuen Entwurf zur Steuerreform?", sondern: "Was machst du?"

In der Vergangenheit war es recht leicht, diese Frage zu beantworten. Wer einmal einen Beruf erlernt hatte, konnte über viele Jahre dabeibleiben, nicht selten sogar bis zur Rente. Die Digitalisierung macht das unmöglich. Sie krempelt alle Bereiche des Lebens um und stellt jeden Arbeitsplatz infrage. Ausnahmen gibt es nicht, wie ich in einer Schreinerei im hessischen Mücke im Vogelsberg erfahren habe. Ursprünglich hatte ich für meinen Besuch nur etwa 90 Minuten eingeplant. Es sollte um die wirtschaftliche Lage des Betriebs, die Ausbildungssituation und Investitionen gehen - die Kreditvergabe der Banken ist immer ein Thema bei kleinen und mittelständischen Unternehmen: Wenn die Firmen kein Geld als Sicherheit haben, bekommen sie kein weiteres, und wenn sie welches haben, dann brauchen sie keins mehr. Bei dem Treffen kamen wir dann aber schnell - und deutlich länger als gedacht - auf die Digitalisierung zu sprechen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erzählten eindringlich, wie die neuen Technologien ihre Arbeit prägen.

Natürlich ist es nach wie vor eine sinnliche Erfahrung, eine Schreinerei zu betreten, das frisch geschnittene Holz zu riechen und die fertigen Möbel zu bestaunen, die auf ihre Auslieferung warten. Zum Teil ist es nur ein paar Tage her, dass die Bäume dafür aus einem Wald geholt wurden. In der Werkstatt werden sie veredelt. Tischler schleifen, hobeln, lackieren und beizen die Bretter und Platten und geben ihnen ein zweites Leben. Daran hat sich nichts geändert. Die Wurzeln des Handwerks, die bis ins Mittelalter zurückreichen, sind hier noch zu sehen. Und man spürt: Wer in einer Schreinerei anfängt, will nicht nur Geld verdienen, sondern auch etwas Langlebiges gestalten.

Mit einer klassischen Drehbank allein geht das aber längst nicht mehr. Unterstützt von Computern wird entworfen und gezeichnet. Laser fräsen sich mit großer Leichtigkeit durch dicke Platten, die elektronischen Instrumente messen präziser, als ein Mensch das je könnte. Architekten schicken ihre Daten elektronisch, die Schreinerei wiederum bereitet ihre Entwürfe als 3-D-Modelle auf, sodass die Kundinnen und Kunden ihr Möbelstück oder ihre Treppe übers Internet nach Belieben drehen und betrachten und virtuell in ein bestehendes Gebäude einfügen können. Diese Personalisierung ist den Kunden und Kundinnen sehr wichtig geworden, erklärt der Seniorchef. Jeder Auftraggeber und jede Auftraggeberin will jederzeit über jedes Detail mitbestimmen können. Den komplexen Maschinenpark, der dafür nötig ist, steuern die zehn Mitarbeiter der Firma über Softwareprogramme, und da sich die Technik laufend ändert, müssen sich auch die Kollegen regelm

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen