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Ein anderer Kapitalismus ist machbar Wie Social Business Armut beseitigt, Arbeitslosigkeit abschafft und Nachhaltigkeit fördert von Yunus, Muhammad (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2018
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Ein anderer Kapitalismus ist machbar

"Wir müssen Wirtschaft ganz neu denken!" (Muhammad Yunus)
Wie kann eine Wirtschaftsordnung jenseits des Kapitalismus aussehen? Und welche Schritte müssen gegangen werden, damit diese neue Ordnung Wirklichkeit wird?
Muhammad Yunus entwickelt in diesem Buch die konkrete Vision einer neuen, postkapitalistischen Welt. Sein Denken setzt bei einer neuen Sicht vom Menschen an: Dieser ist eben nicht allein der auf Eigennutz ausgerichtete Homo Oeconomicus, dem es nur um die individuelle Profitmaximierung geht, sondern mindestens ebenso ein zutiefst soziales, am Gemeinwohl interessiertes Wesen. Wenn es gelingt, diesem Streben des Menschen Raum zu geben, dann ist das der Beginn einer zivilisatorischen Revolution.
Das neue Werk des Friedensnobelpreisträgers und Bestseller-Autors
Gemeinwohl statt Egoismus und Gier
Mitreißende Ideen für eine zivilisatorische Revolution
Ein hoffnungsvoller Lösungsansatz für die zentralen Probleme unserer Zeit

Muhammad Yunus wurde 1940 im heutigen Bangladesch geboren, er erhielt eine Ausbildung an der Dhaka University, studierte ab 1966 mit Hilfe eines Fulbright-Stipendiums an der Vanderbilt University (USA) und promovierte dort 1969 in Volkswirtschaftslehre. 1972 wurde er Professor an der Chittagong University in Bangladesch. Er ist der Begründer der Grameen Bank, der Erfinder des Mikrokredits und des Social Business-Konzepts für einen anderen Kapitalismus. Muhammad Yunus und die Grameen Bank erhielten im Jahr 2006 den Friedensnobelpreis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 22.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641229801
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
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Ein anderer Kapitalismus ist machbar

1 DAS VERSAGEN DES KAPITALISMUS

Den größten Teil meines Lebens habe ich mich für die Ärmsten eingesetzt, besonders für die Ärmsten unter den Frauen. Ich habe versucht, die Hindernisse zu beseitigen, auf die sie stoßen, wenn sie ihre Lebensbedingungen verbessern wollen. In meiner Heimat Bangladesch gründete ich darum 1976 die Grameen-Bank , die vor allem armen Frauen in den Dörfern mit Hilfe der sogenannten "Mikrokredite" Kapital zur Verfügung stellt. Seitdem haben Mikrokredite die unternehmerischen Fähigkeiten von mehr als 300 Millionen armer Menschen in aller Welt freigesetzt und ihnen geholfen, die Ketten der Armut und der Ausbeutung zu sprengen.

Diese Mikrokredite haben auch dazu beigetragen, die Defizite des traditionellen Bankensystems aufzuzeigen, das seine Dienste gerade denen verweigert, die sie am meisten brauchen - den Ärmsten der Welt.

Das Fehlen von Kapital ist aber nur eins von vielen miteinander verknüpften Problemen armer Menschen. Dazu kommen das Fehlen institutioneller Dienstleistungen, der fehlende Zugang zu sauberem Trinkwasser, zu Sanitäreinrichtungen, zur Gesundheits- und Stromversorgung sowie unzureichende Bildung, schlechte Wohnverhältnisse, Vernachlässigung im Alter und vieles mehr. Und diese Probleme gibt es nicht nur in Entwicklungsländern. Auf meinen Reisen durch die ganze Welt habe ich festgestellt, dass Menschen mit niedrigem Einkommen selbst in den reichsten Ländern der Erde vielfach unter denselben Problemen zu leiden haben. Eine Tatsache, die Angus Deaton, Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften, zu folgendem Satz veranlasste: "Wenn du wählen müsstest zwischen dem Leben in einem armen Dorf in Indien oder im Mississippidelta oder einer Wohnwagensiedlung in einem Vorort von Milwaukee, dann weiß ich nicht, wer das bessere Leben hätte." 1

Die zunehmende Konzentration des Reichtums

Die Sorgen armer Menschen in der ganzen Welt spiegeln ein weitaus größeres wirtschaftliches und soziales Problem wider: das Problem der wachsenden Ungleichheit, verursacht durch die fortschreitende Konzentration des Reichtums.

In der politischen Debatte ist diese Ungleichheit seit Langem ein heißes Thema. In den letzten Jahren wurden viele machtvolle politische und soziale Bewegungen und zahlreiche ehrgeizige Initiativen gestartet mit dem Ziel, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Aber obwohl schon viel Blut deswegen vergossen worden ist, so sind wir heute genauso weit von einer Lösung entfernt wie zu allen Zeiten. Ja, viele Daten zeigen im Gegenteil, dass sich in den letzten Jahrzehnten die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter geöffnet hat. Im selben Maße, wie die Wirtschaft wächst, wächst auch die Konzentration des Reichtums. Dieser Trend hat sich trotz aller nationalen und internationalen Entwicklungsprogramme und Maßnahmen zur besseren Einkommensverteilung fortgesetzt und sogar beschleunigt. Mikrokredite und andere Programme haben zwar vielen Menschen geholfen, sich aus der Armut zu befreien, gleichzeitig aber beanspruchen die Wohlhabendsten einen immer größer werdender Anteil am Reichtum der Welt.

Dieser Trend der ständig zunehmenden Konzentration des Reichtums ist gefährlich. Er bedroht den menschlichen Fortschritt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Menschenrechte und die Demokratie. Eine Welt, in der sich der Reichtum in den Händen einiger weniger konzentriert, ist auch eine Welt, in der die politische Macht von einigen wenigen kontrolliert und zum eigenen Vorteil eingesetzt wird.

Und was für die Reichtumskonzentration innerhalb der Länder gilt, gilt ebenso für das Verhältnis zwischen den Staaten: Der Reichtum der Welt konzentriert sich in einem halben Dutzend Ländern.

In dem Maße, wie die ungleiche Verteilung von Reichtum und Macht sich vergrößert, vertiefen sich aber auch Misstrauen, Verbitterung und Wut, sodass die Gefahr von sozialen Unruhen und bewaffneten

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