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Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg von Gandhi, Mahatma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.06.2019
  • Verlag: Kösel
eBook (ePUB)
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Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg

"Sei du selbst die Veränderung." Mahatma Gandhi setzte sich mit seinen Reden für ein unabhängiges Indien ein. Dies tat er mit einfachen und persönlichen Worten, die bis in die heutige Zeit ihre Gültigkeit haben. Die Texte und Gedanken Gandhis sind nicht abgehoben, sie führen nicht aus der Gesellschaft hinaus, sondern mitten in sie hinein und zeigen, wo wir Verantwortung übernehmen müssen. Gleichwohl geben sie uns Orientierung in diesen schwierigen Zeiten. Zahlreiche Menschen wurden durch seine Worte inspiriert. Darunter u.a. Martin Luther King und Nelson Mandela. Mahatma Gandhi wurde am 2. Oktober 1869 in Porbandar, Indien, geboren und starb durch ein Attentat am 30. Januar 1948 in Neu-Delhi. Der Rechtsanwalt kämpfte mit gewaltfreiem Widerstand, zivilem Ungehorsam und Hungerstreiks gegen die koloniale Ausbeutung und für Menschenrechte. Seine Haltung des gewaltfreien Widerstands brachte ihn mehrfach ins Gefängnis. Schon zu Lebzeiten war Gandhi weltberühmt, für viele ein Vorbild und so anerkannt, dass er mehrmals für den Friedensnobelpreis nominiert wurde. In seinem Todesjahr wurde dieser Nobelpreis symbolisch nicht vergeben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 24.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641245740
    Verlag: Kösel
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Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg

Vorbereitung und Feierlichkeiten anlässlich der Kinderhochzeit

Wir waren, wie gesagt, drei Brüder. Der erste war bereits verheiratet. Die Familienältesten beschlossen, meinen zweiten Bruder, der zwei oder drei Jahre älter als ich war, einen etwa ein Jahr älteren Cousin und mich gleichzeitig zu verheiraten. An unser Wohlergehen, ganz zu schweigen von unseren Wünschen, wurde dabei nicht gedacht. Was allein zählte, waren die praktischen und wirtschaftlichen Erwägungen der Ältesten.

Eine Eheschließung ist bei Hindus keine einfache Angelegenheit. Häufig ruinieren sich die Eltern von Braut und Bräutigam dabei. Sie verschwenden ihr Vermögen, sie verschwenden ihre Zeit. Monate vergehen über den Vorbereitungen - für die Herstellung von Kleidern und Schmuck und die Planung der Mahlzeiten. Jeder versucht, den anderen hinsichtlich der Anzahl und Vielseitigkeit der angebotenen Speisen zu übertreffen. Die Frauen singen sich - unabhängig davon, ob sie eine Stimme haben oder nicht - heiser, ja sogar krank und stören die Ruhe der Nachbarn. Diese wiederum nehmen den ganzen Tumult und Lärm und all den Schmutz und Dreck, den die Festessen hinterlassen, widerspruchslos hin, weil sie wissen, dass die Zeit kommen wird, da sie das Gleiche tun werden.

Die Ältesten meiner Familie hielten es für das Beste, diese ganzen Scherereien alle auf einmal hinter sich zu bringen. Weniger Kosten und mehr Aufsehen. Denn man konnte freigebig mit dem Geld umgehen, wenn es nur einmal und nicht dreimal ausgegeben werden musste. Mein Vater und mein Onkel waren beide alt, und wir waren die letzten Kinder, die sie zu verheiraten hatten. Vermutlich wollten sie noch ein letztes Mal in ihrem Leben ein großes Fest miterleben. Angesichts all dieser Erwägungen entschied man sich für eine dreifache Hochzeit, für deren Vorbereitung wie gesagt Monate benötigt wurden.

Es waren nur diese Vorbereitungen, die uns einen Hinweis auf das kommende Ereignis gaben. Ich glaube nicht, dass es für mich mehr bedeutete als die Aussicht auf neue Kleider, Trommelklang, Hochzeitszüge, reichhaltige Mahlzeiten und ein fremdes Mädchen, mit dem man spielen konnte. Die sinnliche Begierde kam später. [...]

Damals hätte ich es mir nicht träumen lassen, dass ich meinen Vater einmal dafür heftig kritisieren würde, dass er mich als Kind verheiratet hat. Alles schien an jenem Tag richtig, gut und angenehm. Es gab auch von meiner Seite aus den dringenden Wunsch, verheiratet zu werden. Und da alles, was mein Vater tat, mir damals über jeden Tadel erhaben schien, sind mir diese Dinge frisch im Gedächtnis. Ich kann mir sogar heute noch vor Augen führen, wie wir auf unserem Hochzeitspodest saßen, wie wir die saptapadi (ein indisches Hochzeitsritual) vollführten, wie wir, die Neuverheirateten, einander süßen kansar in den Mund steckten und wie wir zusammenzuleben begannen. Und, ach, jene erste Nacht! Zwei unschuldige Kinder stürzten sich völlig unwissend in das Meer des Lebens. Die Frau meines Bruders hatte mich sorgfältig darauf vorbereitet, was ich in der ersten Nacht zu tun hatte. Ich weiß nicht, wer meine Frau vorbereitet hat. Ich habe sie nie danach gefragt und werde das auch jetzt nicht tun. Der Leser kann davon ausgehen, dass wir zu nervös waren, um einander ins Gesicht zu sehen. Auf jeden Fall waren wir zu befangen. Wie sollte ich mit ihr reden und was sollte ich sagen? Die Vorbereitung konnte mir da nicht weiterhelfen. Tatsächlich ist in Fällen wie diesem eine Vorbereitung nicht wirklich nötig. Die Eindrücke aus dem vorigen Leben sind so stark, dass jede Vorbereitung überflüssig wird. Wir lernten einander kennen und frei miteinander zu sprechen. Wir waren gleichaltrig. Aber sehr bald schon beanspruchte ich die Rechte eines Ehemannes. (I, 23 ff.)

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