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Gangland Deutschland Wie kriminelle Banden unser Land bedrohen von Schubert, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.03.2014
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Gangland Deutschland

Bandenkriege um Territorien und kriminelle Geschäftsfelder kannte man bisher fast nur aus amerikanischen Metropolen wie Los Angeles. Doch es gibt sie längst auch in Deutschland, die Gangs und Banden, die tödliche Revierkämpfe austragen, mit Drogen handeln, Schutzgeld erpressen und Zuhälterei betreiben: die Black Jackets, die United Tribuns, die Satudarah und die Red Legion zum Beispiel. Einen zusätzlichen Brennpunkt bilden Mitglieder türkisch-libanesisch-arabischer Großfamilien wie des sogenannten Miri-Clans, die sich einen blutigen Kampf mit der gewaltbereiten Rockerszene um die Vormachtstellung im Milieu liefern. Der ehemalige Polizist, angesehene Rockerexperte und Bestsellerautor Stefan Schubert stellt erstmals diese neu gebildeten kriminellen Gruppierungen in den Fokus der Öffentlichkeit und enthüllt brisante Insiderinformationen. Gangland Deutschland schildert die Entstehungsgeschichte der bedeutenden Gangs in Deutschland, beschreibt ihre Besonderheiten und rekonstruiert die begangenen Straftaten und Territorialkriege. Zudem wird aufgezeigt, wie Innenminister und Justiz angesichts dieser neuen Kriminalitätswelle versagt haben und welch verheerende Auswirkungen das auf den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 07.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864133992
    Verlag: riva
    Größe: 774 kBytes
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Gangland Deutschland

2. Kapitel
Black Jackets vs. United Tribuns

Krieg im Rotlicht

Rund um den Schwarzwald trafen die Machtblöcke mehrerer Gangs und Rockerclubs schließlich aufeinander. Die Gangstrukturen hatten sich so weit etabliert und durchgesetzt, dass ein hoher Polizeifunktionär sie als "Staat im Staat" bezeichnete. Der Kampf der Banden um Macht und Geld, um mehr Männlichkeit und territoriale Ansprüche eskalierte.

Umkämpft waren neben Pforzheim vor allem Villingen-Schwenningen – die Gründungsstadt und Machtbastion der United Tribuns – und das davon nur 20 Kilometer entfernte Rottweil. Die Kreisstadt, etwa 90 Kilometer nördlich von Stuttgart gelegen und 73 n. Chr. von den Römern gegründet, ist eigentlich eher beschaulich. Da die Gangmitglieder die Straßen jedoch zunehmend in ein Kolosseum mit Gladiatorenkämpfen verwandelten, änderte sich die Atmosphäre in der Schwarzwaldregion erheblich.

Die Bürger hatten Angst. Die Behörden, die ihren gesamten Fokus auf die Verfolgung der Rockerkriminalität gelegt hatten, standen der neuen Ganggewalt völlig hilf- und ahnungslos gegenüber. Die Polizeidienststellen waren nicht in der Lage, auf neue Chapter-Gründungen zu reagieren, da sie oftmals nichts davon mitbekamen und, wie sich in den späteren Gerichtsverhandlungen herausstellte, deren führende Köpfe nicht identifizieren konnten. Um präventiv zu arbeiten oder sich den Gangs gar abschreckend entgegenzustellen, fehlten der Polizei sowohl personell als auch fachspezifisch die Möglichkeiten. Während in Amerika und in Skandinavien landesweit und bis in die tiefste Provinz hinein Sondereinheiten aufgestellt und die Polizisten vor Ort zusätzlich geschult wurden, um beispielsweise die Zahlencodes, Symbole, Organigramme und Tätowierungen in ihrer Bedeutung richtig erkennen zu können, tappten ihre deutschen Kollegen weitestgehend im Dunkeln. Die Fokussierung der Polizeieinheiten auf die großen Rockerclubs hatte letztlich ein Machtvakuum in Teilen des Rotlichtmilieus zur Folge – und genau dort hinein stießen die Gangs.

Die Polizei konnte auf die Entwicklungen in der Stadt schließlich nur noch notdürftig reagieren. Im Dezember 2010 griffen in Pforzheim 20 Mitglieder der United Tribuns vier Gangmember der Black Jackets in einem Auto an. Während die Black Jackets von einem Türken gegründet wurden und entsprechend eine türkisch dominierte Gang sind, gehen die Tribuns auf die Tatkraft eines Bosniers zurück, der mehrheitlich Landsleute, kurdischstämmige Männer und ehemalige Bewohner der Balkanstaaten um sich scharrte. Diese ethnischen Rivalitäten heizten den Gangkrieg um die Vormachtstellung noch weiter an.

Die Attacke vom Dezember 2010 erfolgte auf dem zentralen Waisenhausplatz mitten in der Stadt. Die 210er stellten sich den Angreifern, machten sich gerade, wie es auf der Straße heißt, und alarmierten ihre Gang, die umgehend die Operation Gegenschlag organisierte. Die Black Jackets nutzten den Angriff ihrer Rivalen für eine Machtdemonstration, wie sie niemand für möglich gehalten hätte. Nicht weniger als 400 Kämpfer strömten aus allen Himmelsrichtungen zusammen, um Rache an den verhassten Feinden zu nehmen. Dem hohen Organisationsgrad der Gang hatte die örtliche Polizei nichts entgegenzusetzen, es gelang in dieser Nacht lediglich, 100 zusammengewürfelte Beamte auf die Straße zu bringen. Dies reichte nur für Kontrollstellen und Gefährderansprachen. Die wenigen Führungspersonen der Gang, die der Polizei bekannt waren, wurden vor einer weiteren Eskalation und persönlichen Konsequenzen gewarnt. Dies hi

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