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Hans-Jürgen, das Lamm ist da! Als Gastarbeiter in der Türkei von Louven, Hans-Jürgen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.08.2011
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
10,99 €
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Hans-Jürgen, das Lamm ist da!

Wohin wollt ihr? In die Türkei? Das ist ein Witz, oder? Aber nein, es war alles andere als ein Witz: Eine deutsch-österreichische Familie geht ausgerechnet in das Land, das bei uns wohl die meisten Vorurteile auf sich vereint. Türkische Männer und Frauen kennt schließlich jeder von uns, aus der Nachbarschaft, von der Arbeitsstelle, als Döner-Verkäufer und als manchmal nicht ganz einfache Eltern des besten Freundes des eigenen Kindes. Urlaub in der Türkei ist okay, aber dort leben? Eine liebevolles Porträt eines unterschätzen Landes und seiner Bewohner.Der Autor Hans-Jürgen Louven schildert seine eigenen Erfahrungen in der Türkei, wohin er aus beruflichen Gründen mit seiner Familie übersiedelte. In dem fremden Land machte der Autor Erfahrungen, die er uns in seinem Buch teils nachdenklich, teils mit einem augezwinkern erzählt. Hans-Jürgen Louven, geb. 1961, unterrichtet Sport und Biologie an einer Gesamtschule in Düsseldorf. Lebt mit seiner Familie in Krefeld.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 10.08.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451338489
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 2286 kBytes
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Hans-Jürgen, das Lamm ist da!

"Ich dachte, du seist verrückt" - oder: wie es dazu kam ...

Der langgezogene und durchdringende Ruf des Muezzins unterbrach meinen tiefen Schlaf und die morgendliche Stille der türkischen Kleinstadt. Das sich oftmals wiederholende Allahu akbar legte sich erneut fast wie ein Schleier auf die Häuser der mich umgebenden Altstadt. Noch etwas verschlafen und erste, noch wenig kontrollierte Gedanken sammelnd drehte ich mich in meinem für fast 1,90 Meter Körpergröße etwas zu kurzen Bett auf die Seite. Durch das kleine Fenster neben meinem stählern-kalten Bettgestell drangen noch keine Lichtstrahlen. Es musste noch früh am Morgen sein. Irgendwann in der Nacht müssen die unten im Cafe und in der nebenliegenden Gasse redenden und spielenden Männer den Weg nach Hause und ins Bett gefunden haben. Noch hatte ich mich nicht an die langen Abende hier in Asien gewöhnt. Erste Geräusche in den umliegenden Häusern und auf dem Weg zur nahen Moschee zeigten, dass nun doch einige Menschen dem noch immer über der Stadt liegenden Ruf des Muezzins Folge leisteten. Meist waren es ältere Männer, die ich auf der gegenüberliegenden Straße ausmachen konnte. Manche trugen die früher noch mehr als heute verbreitete Kopfbedeckung religiöser Muslime. Nach einigen Minuten der stillen Beobachtung drehte ich mich auf die dem Fenster entgegengesetzte Seite meines Bettes. Die dünne Decke versuchte ich dabei so gut es ging mitzunehmen. Am späten Abend hatte ich diese zum Einschlafen eigentlich nicht gebraucht, nun aber war es hier auf ca. 600 Meter Höhenlage doch ziemlich abgekühlt. Unvermittelt blickte ich nach meiner Drehung auf das hagere Gesicht eines mir unbekannten Mannes im zweiten von drei Betten des kleinen Hotelzimmers. Der ca. 50-Jährige trug einen langgezogenen, tiefschwarzen Schnurrbart und schien von dem immer noch laut ertönenden Ruf des Muezzin wenig beeindruckt. Seine regelmäßigen und tiefen Atemzüge zeugten von einem sehr guten Schlaf. Die von der Sonne gegerbten und markanten Gesichtszüge des offensichtlich einheimischen Mannes waren mir zugewandt. Obwohl der junge Portier des kleinen Hotels mir zu verstehen gegeben hatte, dass ich mit anderen Übernachtungsgästen in meinem Zimmer rechnen müsse, war ich leicht irritiert. Wie sollte ich diesem mir fremden Mann nach dessen Aufwachen begegnen, zumal meine Türkischkenntnisse noch mehr als bescheiden waren? Würde mir jemand bei der Verständigung helfen können, wenn er und ich nicht miteinander zurechtkommen sollten? Wie wird dieser Mann reagieren, wenn er bemerkt, dass er einen jungen deutschen Touristen zum Zimmergenossen hat? Auf der anderen Seite wollte ich ja gern den Kontakt zu Einheimischen suchen und meine Türkischkenntnisse verbessern. Aber so nah wollte ich dem Orient am Anfang nun doch nicht kommen. Langsam drehte ich mich wieder in meine ursprüngliche Rückenlage. Ich versuchte meine Gedanken zu sammeln und mich zu orientieren. Einzelne Stationen des bisherigen Weges hierher in den Südwesten der Türkei zogen an mir vorbei ...

Mit einer größeren Reisegruppe hatten wir uns vor ca. 10 Tagen von Deutschland aus mit einem komfortablen Reisebus auf den Weg Richtung Süden gemacht. Unsere erste Station führte uns nach Griechenland, wo wir miteinander eine gute Zeit verbrachten und auch einige der Einheimischen kennenlernten. Weiter ging es von dort über die Großstadt Thessaloniki und lange Küstenstraßen in Richtung Istanbul, der großen türkischen Metropole am Bosporus. Wir waren überwältigt von dem uns bislang unbekannten orientalischen Flair der Stadt und ihrem regen Treiben in vielen Facetten des nun bereits asiatischen Erdteils. Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben asiatischen Boden betreten, und es war geplant, von hier aus in kleineren Gruppen in verschiedene Teile des großen Landes weiterzureisen. Mit vier anderen jungen Män

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