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Hans Peter Haselsteiner - Biografie von Fürweger, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.11.2014
  • Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
eBook (ePUB)
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Hans Peter Haselsteiner - Biografie

Ob als wortgewaltiger liberaler Politiker, umtriebiger Unternehmer, Kunstförderer, Philantrop oder privater Konkurrent der ÖBB - Hans-Peter Haselsteiner ist seit Jahrzehnten eine fixe Größe im öffentlichen Leben Österreichs. Er baute ein mittelständisches Unternehmen zu einem der größten Baukonzerne Europas aus, engagiert sich in der Politik und unterstützt Hilfsprojekte in ganz Europa. Während der Name aber immer wieder in den Schlagzeilen auftaucht, ist über den Menschen Haselsteiner wenig bekannt. Diese Biografie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die zahlreichen Facetten dieser komplexen Persönlichkeit einzufangen. Mag. Dr. Wolfgang Fürweger, geboren 1971, lebt und arbeitet als Zeitungsjournalist in Wien und Salzburg. Er hat bereits mehrere Biografien bei Ueberreuter veröffentlicht, u. a. 'Frank Stronach', 'Die Red Bull Story' und 'Ferdinand Piëch. Automanager des Jahrhunderts'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 28.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783800079230
    Verlag: Verlag Carl Ueberreuter
    Größe: 2052 kBytes
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Hans Peter Haselsteiner - Biografie

Der Grundstein - vom Tiroler Buben zum Kärntner Unternehmer

"Meine Großmutter hat gesagt: Nix haben ist ein ringes Leben", erzählte Hans Peter Haselsteiner einmal in einem Interview mit der Wiener Stadtzeitung Der Falter über seine Kindheit. "Das ist Tirolerisch. Ring heißt ruhig", fügte er erklärend hinzu. Der Bauindustrielle wurde am 1. Februar 1944 in Wörgl im Unterland geboren - als uneheliches Kind der jungen Hauptschullehrerin Herma Haselsteiner und eines 21 Jahre älteren Innenarchitekten aus Stuttgart, dessen Namen er in keinem seiner vielen Interviews öffentlich und auch nicht im Gespräch für dieses Buch nannte. Seine Eltern lernten sich im Jahr 1939 oder 1940 kennen, erzählte mir Haselsteiner: "Damals war mein Vater im Wilden Kaiser klettern." Obwohl seine Eltern eine langjährige Liebesziehung führten, die erst mit dem Tod des Vaters endete, waren sie nie verheiratet, weil der Vater bereits eine Ehefrau hatte. "Zuerst wollte er sich nicht scheiden lassen. Als er dann so weit war, sagte meine Mutter: Danke vielmals, das brauche ich nicht mehr. Dann ist er eh gestorben. Wenn er da war, wohnte er natürlich bei uns. Die beiden führten aber eine Fernbeziehung und das Reisen war damals nicht so leicht wie heute."

Eine uneheliche Geburt war im katholisch geprägten Tirol stets ein Makel gewesen. In den Kriegsjahren und -wirren kam derlei zwar häufig vor, leicht war es aber für Haselsteiner und seine Mutter dennoch nicht. "Bankert" schimpften die anderen Kinder den späteren Bauindustriellen oft - eine schlimme Beleidigung. Denn im Gegensatz zum Bastard, dem "normalen" unehelichen Kind, zu dem sich wohlhabende Männer öffentlich bekennen konnten, weil es aus einer Beziehung mit einer ehrbaren Frau stammte, galten Bankerte als Kinder von unehrenhaften Frauen. "Diese Hure darf unsere Kinder nicht unterrichten", hieß es auch in einem anonymen Beschwerdebrief an die Schulbehörde. "Ein lediges Kind zu sein, hatte in den Fünfzigerjahren einen ganz anderen Stellenwert als heute. Damals war im 'Heiligen Land' und noch dazu in einer ländlichen Gegend eine ledige Mutter eine Schande. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen." So manchem, der ihn wegen seiner Abstammung gehänselt hatte, verpasste Haselsteiner eine Abreibung. Er lernte schon früh zu kämpfen, im wörtlichen und übertragenen Sinn, was im späteren Leben wohl kein Nachteil war.
Wurzeln in der Eisenbahner-Stadt

Haselsteiners Geburtsstadt Wörgl liegt im dicht besiedelten Unterinntal. In ihr leben heute knapp 13 000 Menschen. Dabei war sie über Jahrhunderte ein einfaches Bauerndorf, das neben der Landwirtschaft vor allem von den Reisenden lebte, die auf dem Weg von oder nach Schwaz und Innsbruck und weiter Richtung Brenner und Italien durchkamen. 1853 - Wörgl hatte damals gerade einmal knapp 1 000 Einwohner - gab Kaiser Franz Joseph I. den Auftrag, eine Eisenbahnlinie zwischen Innsbruck und Kufstein zu bauen, den damals wie heute größten Städten Tirols. Es war dies die erste Bahnlinie im Westen des heutigen Staatsgebiets von Österreich. Sie wurde 1858 eröffnet und führte auch an Wörgl vorbei. Ab 1872 begann wiederum auf kaiserliche Anordnung der Bau der Giselabahn, benannt nach der zweiten Tochter des Kaisers, Erzherzogin Gisela Louise Marie von Österreich. Sie sollte die letzte bestehende Bahnlücke auf der Strecke von Paris über Zürich, Wien und Budapest bis nach Istanbul schließen. Dieser Streckenabschnitt führt noch heute über das Tiroler Brixental, den Salzburger Pinzgau und das Salzachtal in die Stadt Salzburg und weiter nach Oberösterreich und Wien. Heute ist die gesamte Strecke als Westbahn bekannt und ein Teil des Kernnetzes der ÖBB.

Wörgl wurde mit der neuen Giselabahn plötzlich zum Bahnknotenpunkt, da die Stadt am Eingang in das Brixental liegt, und erlebte dadurch einen rasanten Aufschwung. Die Tiroler Landesstatistik führt die

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