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Heimat Wie wir unseren Sehnsuchtsort immer wieder neu erfinden von Egger, Simone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2014
  • Verlag: Riemann
eBook (ePUB)
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Heimat

Was ist Heimat? Ist Heimat ein Ort? Ist es der Ort, an dem wir geboren sind? Oder der Ort, an dem wir gerade leben? Ist Heimat ein Geruch, eine Sprache oder eine bestimmte Person? Lebt sie in der bloßen Erinnerung oder formen wir sie im täglichen Leben ständig neu? Und wann wird das Fremde zur Heimat? Simone Egger geht all diesen Fragen nach, Fragen, die sich jeder bereits gestellt hat und die sich im Laufe des Lebens immer wieder stellen. Sie berichtet von den Anfängen eines Begriffs, von der Entstehung und Verbreitung von Heimat-Bildern und -Gefühlen und nicht zuletzt davon, wie sie gewinnbringend vermarktet werden. Ein äußerst facettenreiches Buch über Lieblingsspeisen und andere Herzensangelegenheiten, über persische Karnevalsprinzen und afrikanische Dirndl-Schneiderinnen, den Kampf um bezahlbaren Wohnraum, die Erfolgsgeschichte des Regionalkrimis - und vieles mehr. Simone Egger, geboren 1979, ist Kulturwissenschaftlerin am Institut für Volkskunde und Europäische Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihr erstes Buch war 'Phänomen Wiesntracht' (2008). Seitdem ist sie immer dann gefragt, wenn es um Erklärungen für den sich in ganz Deutschland ausbreitenden Lederhosen- und Dirndltrend geht. Ihre neueste Publikation ist 'München wird moderner. Stadt und Atmosphäre in den langen 1960er Jahren' (2013).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 10.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641123697
    Verlag: Riemann
    Größe: 19650 kBytes
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Heimat

Begriffsgeschichten – Vom Heimatrecht zur romantischen Idee

"Es gibt Wörter, bei denen die jahrhundertelange Benützung nicht dazu geführt hat, daß die alten Bedeutungen abgeschliffen wurden und die jetzige Substanz glatt und klar zutage tritt, die vielmehr die Nuancen früheren Gebrauchs mit sich tragen und deshalb von jeder Seite wieder etwas anders aussehen", 1 schreibt Bausinger.

Heimat, was meint das überhaupt? Nur wenige Wörter fassen so viele unterschiedliche Themen zusammen. Nur wenige Wörter stehen gleichzeitig für so viele verschiedene Bereiche. Nur wenige Wörter transportieren eine derart wechselvolle Geschichte und lassen sich doch immer wieder neu finden – und erfinden. Dabei kann man gar nicht mit einem Wort sagen, was Heimat eigentlich alles meint. Ist Heimat nun eher ein Ort, ein Gefühl oder vielleicht doch ein Ding, eine Sache? Oder ergibt sich Heimat vor allem aus der Beziehung zu anderen Menschen, aus der Liebe zu einer Partnerin oder einem Partner, aus dem Zusammenhalt von Freundeskreis und Familie? Während für die einen diese und jene Thematik im Vordergrund steht, legt ein anderer die Frage nach der Heimat vielleicht auch ganz anders aus. Manche sagen: "Die Heimat, klar, das ist der Ort, aus dem ich stamme." Und manche meinen mit der gleichen Selbstverständlichkeit: "Heimat ist für mich die Verbindung zu den Leuten, die sich – ob Autotuning, Gartenarbeit oder Schachspielen – für das gleiche Hobby interessieren, die gleiche Musik hören oder in der gleichen Szene vernetzt sind." Der Nächste will sich lieber in seiner Wohnung verkriechen, und Heimat bedeutet Ruhe und Frieden. Heimat ist die Phase, in der niemand stört. Für die einen mag ein einziger Aspekt zentral sein, für andere gilt genau das Gegenteil. Das gemütliche Wohnzimmer befindet sich dann gleich neben dem Musikantenstadl, die Nähe zu den eigenen Kindern trifft auf eine Sammelleidenschaft für Gartenzwerge. So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Heimatbilder.

Bei jedem Versuch, die eine oder die andere Heimat zu beschreiben, scheint es aber immer um einzelne Momente zu gehen, die Teil eines größeren Ganzen sind. Bei jeder Definition von Heimat klingen im Hintergrund auch all die Facetten des Begriffs an, die gerade nicht zur Sprache kommen. Gängige Vorstellungen und typische Debatten sind selbst dann präsent, wenn es um ein individuelles Verständnis von Zugehörigkeit geht. Gerade diese Überlagerungen machen die besondere Vielfalt des Heimatbegriffs aus.

Vielleicht ist es letzten Endes aber auch gar nicht so wichtig, ob Heimat nun etwas Materielles oder etwas Ideelles, eine bestimmte Speise, einen Landstrich oder einen ganz besonderen Geruch meint, ob Heimat nun eher für Zugehörigkeit, für Freundschaft oder für Sicherheit steht. Wichtig ist, was Menschen in unterschiedlichen Zusammenhängen empfinden und was das Wort "Heimat" sein kann. Das Spannende daran sind ja gerade die verschiedenen Zuschreibungen, die den Begriff so schillernd erscheinen lassen. Einerseits wird die Frage nach Heimat von allen Menschen im Laufe ihres Lebens immer und immer wieder neu diskutiert. Andererseits hat Heimat auch eine historische Dimension, aus der sich die Tiefe des Wortes ableiten lässt. Die vielen Versatzstücke kommen eben auch von der langen Verwendung des Begriffs, sagt Bausinger. Die Biografie des Wortes hat viel mit seiner Verwendung zu tun und verspricht Auskunft darüber, wie die Rede von der Heimat über die Jahrhunderte zu einem derart komplexen Thema geworden ist.

Nach Kluges etymologischem Lexikon war das Wort "Heimat" im Mittelhochdeutschen bereits vor dem 1

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