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Ich bin dann mal im Keller Vom letzten Refugium des Mannes von Gabrielsen, Björn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2016
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
15,99 €
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Ich bin dann mal im Keller

"Es gibt ihn noch, diesen Raum. Einen Raum, den man nicht in den passenden Farben gestrichen hat." Kurz gesagt, den Raum, in dem der Mann der weiblichen Ästhetik der Wohnräume entkommt, den Raum, in dem er (fast) alles selbst bestimmen kann. Es ist der Keller. Das letzte Refugium des Mannes. "Keller" kann vieles sein: eine Hütte, ein Verschlag, ein Bootshaus, ein Schuppen, ein Trockenboden, eine Garage, eine im Flur stehende Kommode, ein paar Quadratmeter im Untergeschoss. Raum ist in der kleinsten Hütte - und wie Männer diesen Raum bewohnen und bespielen, davon erzählt Björn Gabrielsens intelligentes und kurzweiliges Buch vom Basteln, Horten und anderen Glücksmomenten.

Aus dem Inhalt : Der Keller der Erinnerungen - Der Bootsschuppen - Der Tischlerschuppen - Sheds und Kleingärtner - New York. Oder: Wie Kurzzeitlagerung und liberale Politik zusammenhängen - Der Schreibkeller - Der Keller des Schreckens - Der Keller und die Frau - Dinge, die in einem Fahrradkeller sein müssen - Einen Schuppen bauen - So baut man einen Unterstand zum Eisangeln - Die Genügsamkeitsfalle

Ein wunderbares Geschenk für Männer, die schon alles haben.

Björn Gabrielsen, geboren 1967, ist ein norwegischer Autor, Wirtschaftsjournalist und Literaturkritiker. Seit 2001 hat er acht Bücher publiziert, in denen er sich u. a. mit dem Kampf der Norweger gegen die kalte Jahreszeit beschäftigt, über eine Wanderung durch den berühmtesten Wald Norwegens schreibt, von der Hundeerziehung, einer Schlittenfahrt durch Alaska und seiner Zeit als Einsiedler in der Nordmark berichtet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 11.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458749073
    Verlag: Insel Verlag
    Originaltitel: Jeg skal bare ut i boden en tur
    Größe: 27426kBytes
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Ich bin dann mal im Keller

EINE WELT AUS KELLERN

Manchmal kommt es mir so vor, als glichen sich die Architektur und der Wohnungsbau weltweit an. Die Welt wird sich überall ähnlicher, und man hat das Gefühl, dass die kleinen, noch immer bestehenden kulturellen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern nur noch da sind, um uns Unannehmlichkeiten zu bereiten. Und doch können Touristen überall auf der Welt CNN empfangen und Heineken kaufen.Dass die ärmsten Menschen jetzt überall auf der Welt in identischen Klamotten herumlaufen, ist nur ein Beispiel dafür, wie gleich alles geworden ist. Die Armen in Peru, Tibet und auf den Philippinen tragen T-Shirts aus Baumwolle, Shorts und in China produzierte Sandalen.

Die Uniformierung ist weit fortgeschritten. In Europa gibt es mit dem Euro eine gemeinsame Währungseinheit. Die Lebensmittelauswahl wird von Land zu Land ähnlicher, sogar die Ausstattung der Spielplätze scheint normiert zu sein - geliefert von denselben Produzenten, die die gleichen standardisierten Anforderungen erfüllen.

Einige Dinge zeigen jedoch eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit gegenüber globalisierten Trends. Auch nach bald einhundert Jahren präsumtiver popkultureller Dominanz aus den USA sehen die meisten Menschen im Bruchteil einer Sekunde, dass der Eurovision Song Contest nicht aus Amerika kommt. Niemand würde einen französischen Film für eine Hollywood-Produktion halten. Komiker werden so gut wie nie außerhalb ihrer eigenen Landesgrenzen berühmt - verständlicherweise, da Humor sehr abhängig ist von Sprache und lokalen Referenzen. Merkwürdiger ist schon, dass der Ruhm von Weltumseglern oder Bergsteigern meist exakt an den Grenzen des Landes endet, in denen diese Heroen geboren wurden. Welcher Norweger kennt schwedische oder finnische Weltrekordhalter?

Beim Keller hat die Globalisierung haltgemacht. Kein Keller gleicht dem anderen. Sie unterscheiden sich entsprechend lokaler Bedingungen. Es ist schwer, vorherzusagen, welche lokalen Besonderheiten überleben werden und welche nicht. Kaffeegewohnheiten waren bis vor zwanzig Jahren regional sehr unterschiedlich und so eng mit den jeweiligen sozialen Gegebenheiten verbunden, dass sie unveränderlich schienen. Dennoch hat eine spezielle amerikanische Version der italienischen Kaffeetradition sich inzwischen weltweit als enorm durchsetzungsfähig erwiesen, erst insbesondere in den Großstädten.

Kaffeebars geben ihren Kunden ein Gefühl von schneller Belohnung und Erfrischung, und die Barbesitzer machen ordentlich Umsatz. Diese kleinen Läden konnten sich deshalb durchsetzen, weil viele kleine Geschäfte leer standen, nachdem am Stadtrand die Einkaufszentren errichtet wurden.

Mit den Kellern verhält es sich weniger stromlinienförmig. Vorläufig sind Keller häufig nicht einfach nur unaufgeräumt, durcheinander und chaotisch - sondern auch noch sehr von den lokalen Bedingungen abhängig, weltweit.
KELLERUNORDNUNG ODER WIE DIE WOHNUNGEN DER JAPANER AUFGERÄUMT BLEIBEN

Das traditionelle japanische Heim entwickelte sich über Jahrhunderte in extremer Isolation und Fremdenangst, vermittelte aber dennoch ein beinahe universelles Signal. So hell und leicht! So hübsch und geschmackvoll!

Japanisches Interieur ist in dem Sinn einzigartig, dass es sogar Männer anspricht, die sonst auf Dekor und Möblierung pfeifen. Wer will nicht so wohnen wie ein Samurai?

Die Frage ist eigentlich, wie eine derartige Ordnung bei den Japanern möglich ist. Dabei ist es ganz einfach: Wie die meisten anderen ordentlichen Menschen bewahren die Japaner ihre Unordnung im Keller auf.

Traditionelle japanische Häuser haben einen 'Keller' für Betten und Bettzeug - Oshiire . Einen Schrank mit Schiebetüren, der in dem Raum steht, in dem man nachts schläft und tagsüber wohnt. Morgens werden die Futon-Matratzen zusammengerollt und verstaut, abends werden sie wieder ausgerollt. In traditionellen japanischen Gasthäusern erlebt man, wie die Bet

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