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Im Zentrum der Katastrophe Was es wirklich bedeutet, vor Ort zu helfen von Munz, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2007
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (ePUB)
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Im Zentrum der Katastrophe

TSUNAMI I N INDONESIEN. FLÜCHTLINGSDRAMA IM SUDAN. ERDBEBEN IN PAKISTAN. HUNGERSNOT IM NIGER. Bilder aus Katastrophengebieten erreichen uns dank der modernen Technik fast zeitgenau und tagesaktuell. Viel zu oft jedoch zielt die Berichterstattung der Medien auf spektakuläre Schlagzeilen und bewegende Bilder ab. Die tatsächliche Lage vor Ort sieht meist ganz anders aus. Der Notfallarzt Dr. Richard Munz ist seit u?ber zwanzig Jahren bei internationalen Hilfseinsätzen tätig. Engagiert und kritisch entlarvt er die Mythen der Katastrophenhilfe, an denen Medien und Hilfsorganisationen viel zu oft gemeinsam weben. Er erklärt, welche Hilfsmaßnahmen tatsächlich am dringendsten benötigt werden und wie wir selbst am besten helfen können. Seine persönlichen Erfahrungsberichte zeigen auf eindringliche Weise, wie es wirklich ist - im Zentrum der Katastrophe.

Dr. Richard Munz (1953-2010) leitete Katastropheneinsätze für verschiedene Hilfsorganisationen (etwa für das Deutsche Rote Kreuz nach dem Tsunami in Sumatra) und galt als einer der wichtigsten Auslandsmitarbeiter nicht nur des DRK, sondern auch der Organisationen des Internationalen Roten Kreuzes in Genf. Munz war Experte für das Thema "Internationale Humanitäre Hilfe" und hatte einen Lehrauftrag im gleichnamigen Studiengang an der Universität Bochum.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 246
    Erscheinungsdatum: 12.03.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593402536
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 2654kBytes
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Im Zentrum der Katastrophe

Einleitung Indonesien. Sri Lanka. Afghanistan. Indien. Sudan. Iran. Tsunami, Erdbeben, Bürgerkrieg, Überschwemmung oder Flüchtlingsdrama. Mit schrecklicher Regelmäßigkeit reißen uns Katastrophenberichte, meist aus den ärmsten Regionen der Welt, aus unserem abgesicherten Alltagstrott. Die Informationen über diese Katastrophenereignisse werden hierbei hauptsächlich durch unsere Massenmedien vermittelt, die inzwischen innerhalb weniger Stunden an fast jedem Punkt der Erde präsent sein können und die entsprechenden Nachrichten sofort bis in unsere Wohnzimmer verbreiten. So wird dann auch der Eindruck und die Einstellung der Öffentlichkeit zu Katastrophen und den nachfolgenden Hilfsmaßnahmen fast ausschließlich durch diese Schlagzeilen in den Medien geprägt. Das Leid der Opfer geht uns so nah und ist zugleich so unsagbar fern. Das Bild der Katastrophe, welches durch die Berichterstattung der Medien in der Öffentlichkeit entsteht, beschränkt sich dabei meist auf oberflächliche Schlaglichter und sehr überzogene Darstellungen von Opfern und Helfern. Leider werden hierdurch oft völlig unrealistische Erwartungen geweckt, die in der Wirklichkeit nur sehr selten erfüllt werden können. Was aber steckt tatsächlich hinter den fett gedruckten Schlagzeilen? Wie geht es wirklich zu im Zentrum der Katastrophe? Wie ist es wirklich, vor Ort zu helfen? Eine Folge der irreführenden Berichterstattung ist leider immer wieder überzogene Kritik an den Hilfsoperationen, wie Klagen über Geldverschwendung, Korruption oder unnötigen Verwaltungsaufwand. Bei Einsätzen in Krisengebieten wird häufig der pauschale Vorwurf erhoben, dass durch die Hilfsmaßnahmen das Leiden der Betroffenen nur weiter verlängert würde. Diese Kritik lässt oft die nötige Sachkenntnis vermissen und erzeugt bei den Spendern ein Gefühl der Unzufriedenheit und oft auch Zweifel am Sinn und an der Wirksamkeit ihrer Spenden. Da ist es erstaunlich, dass die Spendenbereitschaft trotz aller Klagen über die oft unbefriedigende wirtschaftliche Entwicklung im eigenen Land ungebrochen ist, wie wir nach den Katastrophen der letzten Jahre gesehen haben. Sie ist Ausdruck einer ganz spontanen Betroffenheit, die in dem Wunsch mündet, genau dort schnell und unbürokratisch zu helfen, wo es den Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten gerade am schlechtesten geht. Es ist die extreme Berichterstattung in den Medien, die zunächst aus übertriebenen Schlagzeilen und aus vorschneller Heroisierung der humanitären Hilfe besteht und später sehr häufig in heftigste Kritik mündet, die den Spender in ein Wechselbad aus spontaner Hilfsbereitschaft und späterem Frust stürzt. Eine ausgewogene und sachgemäße Berichterstattung über internationale Katastrophen und die darauf folgenden Hilfsmaßnahmen ist leider eine allzu seltene Ausnahme. Nach mehreren Jahren in der Entwicklungshilfe bin ich nunmehr seit 1993 regelmäßig in den Katastrophengebieten dieser Welt tätig. In dieser Zeit war ich bisher in mehr als 25 Einsätzen für verschiedene Organisationen in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika. Neben rein ärztlichen Tätigkeiten habe ich in den letzten Jahren immer häufiger auch Aufgaben als Erkunder, Teamleiter oder Koordinator übernommen. Hierbei war und ist es stets mein Ziel, möglichst schnell am Ort der jeweiligen Katastrophe einzutreffen, da die Abstimmung mit den einheimischen Helfern in den ersten Tagen nach einer Katastrophe immer am einfachsten und auch am effektivsten ist. Zusätzlich bietet mir meine Lehrtätigkeit im Studiengang 'Internationale Humanitäre Hilfe' in Bochum seit zehn Jahren die großartige Möglichkeit, alle meine praktischen Erfahrungen immer wieder aufs Neue mit jungen und hoch motivierten Studenten zu diskutieren und aufzuarbeiten. In diesen Gesprächen fühle ich mich wieder in meine eigene Anfangszeit vor vielen Jahren zurückversetzt. Oft frage ich mich dann, wie und wodurch sich meine Einstellung zur internationale

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