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Kim und Struppi Ferien in Nordkorea von Eisert, Christian (eBook)

  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Kim und Struppi

Wie viele Touristen jährlich Nordkorea besuchen, lässt sich exakt sagen: wenige. Dabei hält so ein Urlaub im Reich von Kim Jong-un viele Überraschungen bereit: Autobahnen ohne Autos, Hotels, in denen der fünfte Stock fehlt, und ein Tänzchen an der gefährlichsten Grenze der Welt - zu den Klängen von 'Tränen lügen nicht'. Christian Eisert ist 1.500 Kilometer durch die Demokratische Volksrepublik gereist. Mit gefälschter Biographie. Unter ständiger Beobachtung des Geheimdienstes. Und immer auf der Suche nach Kim Il-sungs legendärer regenbogenfarbener Wasserrutsche. Das Ergebnis ist einfach irre - und sehr komisch. Christian Eisert, geboren 1976 in Berlin (Ost), ist TV-Autor, Satiriker und Comedy-Coach. Er war acht Jahre lang Autor für Harald Schmidt und schreibt für die Fernsehshows 'Alfons und Gäste' und 'Grünwald Freitagscomedy' sowie für 'Shopping Queen' und 'Löwenzahn'. Sein Reisebericht "Kim und Struppi - Ferien in Nordkorea" stand über ein Jahr lang ganz oben auf der Spiegel-Bestseller-Liste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843707022
    Verlag: Ullstein
    Größe: 10812 kBytes
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Kim und Struppi

Der Mann mit den Eisaugen
U nserer Maschine näherte sich eine himmelblaue Gangway.
Gleich darauf traten wir hinaus in den nordkoreanischen Nachmittag. Der Wind war weich, die Luft warm, der Himmel grau. Es roch nach Frühling.
Ich legte den Zeigefinger auf die Messtaste meiner Uhr, hielt ihn die Stufen der Gangway hinab gedrückt. Als ich den Boden betrat, piepte es. Puls: hunderteinundzwanzig. Wie unsere Flugnummer.
An der niedrigen Decke in dem spiegelverkleideten Flachbau flimmerten nur wenige Leuchtstoffröhren. Er schien nur aus einem langen Raum zu bestehen. Mannshohe Holzwände, jeweils etwa einen Meter breit, trennten drei Viertel des Raumes der Länge nach ab. Hier hielten sich alle ankommenden Passagiere auf. Abfliegende sah man nicht. Wenn eine Maschine startete, würden sie es wohl umgekehrt arrangieren.
Olivgrüne Uniformen in jeder Ecke. Links vorne zwei Schalter des Zolls, davor ein Durchleuchtungsgerät mit dem Gepäckrolltisch. Gegenüber ein einziges Gepäckband.
Die Businessmenschen bildeten Gruppen. Fünf Westler und zweimal drei Asiaten. Touristen standen meist pärchenweise herum. Nur ein Tourist reiste anscheinend allein. Ein hünenhafter Mann, der Militärhosen trug und eine wüstensandfarbene Weste mit unzähligen Taschen, die über seinem Bauch spannte. Umherirrend rief er: "Yanggakdo? Fährt wer zum Yanggakdo Internäschenel? Irgendjemand? Yanggakdo?"
Alle fuhren zum Yanggakdo International . Dem Hotel für Ausländer.
Eine weißhaarige dicke Engländerin, grüne Windjacke, Gürteltasche, redete auf ihn ein. Er verstand sie nicht. Sie wusste sich zu helfen: "Are there any Germans here?"
Antwort gab eine schlanke Enddreißigerin mit roten Rastazöpfchen. "I'm Austrian. I speak German."
"Oh Sweetheart, would you help him?"
Wie sich herausstellte, gehörte die Mehrheit der Touristen am Flughafen zu ein und derselben Reisegruppe. Sieben Tage Rundreise durch Nordkorea. Sandra und ich sahen uns an. Sie schloss kurz die Augen.
"Ja", sagte ich. "Gott sei Dank!"
"Eine Reisegruppe hätten wir im Leben nicht ausgehalten."
"Wir müssen ja schon uns aushalten."
Ganz am Ende des Gebäudes, wo es nach draußen ging, warteten, jeweils zu zweit, Nordkoreaner in dunklen Anzügen. Meist Herren. Die wenigen Damen trugen schwarze Kostüme, der Rocksaum endete knapp unter dem Knie. Die Reiseleiter. Je zwei betreuten eine Gruppe. Und wie ich sie da hinten stehen sah, wurde mir klar, dass wir in puncto Überwachung gegenüber einer Gruppenreise eindeutig im Nachteil waren. Uns konnte je ein Reiseleiter im Blick behalten. In einer Gruppe würden sie definitiv schneller den Überblick verlieren.
Wer uns zugeteilt war, ließ sich von unserem Standpunkt nicht ausmachen. Sie würden uns schon finden.
Während wir auf unsere Koffer warteten, musterte ich die Zöllner. Wie in allen Ländern waren ihre Gesichter ausdruckslos, der Mund ein Strich, die Pupillen jagten hin und her.
Ich dachte an Sandras iPhone und versuchte zu ergründen, wie wohlgesonnen sie sich gegenüber einer Smartphone-Besitzerin zeigen würden, die ihr Telefon behalten will. Bestenfalls schickten sie uns zurück.
Plötzlich Sandras Stimme hinter mir.
"Oh no, I'm not Korean, I'm Vietnamese."
"Vietnamese, really?" Die Engländerin entschuldigte sich. Sandra sagte etwas von "vacation" – Urlaub – und wie verrückt es sei, hier zu sein. Vielleicht sähe man sich.
"Was war?", fragte

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