text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Lebensbilder von Busek, Erhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.08.2014
  • Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Lebensbilder

Erhard Busek ist eine faszinierende Persönlichkeit. Geboren 1941 als Sohn eines Bauingenieurs, geht er schon früh in die Politik - und bringt es weit darin. Unkonventioneller Denker und Intellektueller, der er ist, lässt er sich nie in Parteikorsette zwängen, engagiert sich mit den 'bunten Vögeln' für Umweltpolitik, als dies noch nicht Mainstream ist, initiiert Projekte gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine moderne Kulturpolitik - die VP-Granden beenden die bundespolitische Karriere Buseks, Wolfgang Schüssel wird Vizekanzler. Doch 'homo politicus' bleibt Erhard Busek und ist es bis heute. Die europäische Integration Mittel- und Osteuropas ist ihm seit je ein Anliegen. Schon im Prager Frühling 1968 nimmt er Kontakt mit Dissidenten auf, ist 1980 beim Gründungskongress der Solidarno?? dabei - und stößt mit seinem Engagement in Österreich lange auf Unverständnis. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ändert sich das. Die Erinnerungen Erhard Buseks sind keine chronologisch geordnete Lebensgeschichte: Persönliches wechselt sich mit Überlegungen zur heutigen Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftspolitik ab, biografische Stationen führen zu Nachdenklichem über Europa und den Balkan. Auch da lässt sich Erhard Busek nicht einengen: Der konventionelle Rahmen einer Biografie würde zu kurz greifen.

Erhard Busek, geboren 1941, 1964-68 ÖVP-Klubsekretär, 1972-76 Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes, 1975-76 ÖVP-Generalsekretär, 1978-87 Vizebürgermeister in Wien; 1976-89 Obmann der Wiener ÖVP; 1991-95 ÖVP-Bundesparteiobmann, 1989-94 Wissenschaftsminister; 1994-95 Unterrichtsminister; 1989-95 Vizekanzler. Seit 1996 Koordinator der South East European Cooperative Initiative, 2002-08 Koordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, 2000-12 Präsident des Europäischen Forums Alpbach. Präsident des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa, Präsident des Gustav-Mahler-Jugendorchesters.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 25.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783218009539
    Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
    Größe: 1146 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Lebensbilder

Wo ist meine Heimat?

Bei aller im Leben zunehmenden Erfahrung darüber, wie viele Welten es gibt, in denen man zu Hause ist oder die einen prägen, gibt es doch so etwas Ähnliches wie eine Nabelschnur. Das Wort trifft in erster Linie auf Eltern und Familie zu, gilt aber auch für das Milieu, das einen prägt, wobei auch das einem Zeitenwandel unterworfen ist. Ein Problem meiner Generation, die den Missbrauch des Wortes "Heimat" erleben musste, ist es, damit auf die richtige Weise umzugehen. In der Welt, in die ich hineingeboren wurde und in der ich erstmals so etwas wie ein Bewusstsein entwickelte, war die Beziehung zur Heimat Österreich sehr stark. Das war auch verständlich, denn die Familie, aus der ich komme, samt allen Ahnen mütterlicher- und väterlicherseits, fühlte sich in Österreich und Wien beheimatet. Als Konsequenz des Missbrauches des Wortes "Heimat" in der Nazi-Zeit wurde man in der Öffentlichkeit ängstlich, es überhaupt zu verwenden. Man verkennt dabei aber, dass vor dieser schändlichen Umwertung des Begriffes Heimat damit ein ganz normales Gefühl beschrieben wurde. Eine Schwierigkeit mag auch sein, dass es in anderen Sprachen, soweit ich weiß, keine passende Übersetzung gibt. Aber alle, die entweder internationalistisch oder soziologisch denken, auch jene, die so wie ich ganz selbstverständlich sagen, dass sie Europäer sind, haben ein Gefühl der Nähe zu jenem Raum, in dem sie aufgewachsen sind und der sie durch verschiedenste Elemente geprägt hat.

"Das, was man ist, wird man durch Paris." (Jean-Jacques Rousseau, Confessions) Das gilt nicht nur für die französische Hauptstadt, sondern für alle unsere Orte. Ich kann mir schon vorstellen, dass im heutigen Zeitalter der Mobilität eine Vielseitigkeit entsteht, wie sie in Diplomatenfamilien üblich ist, wie sie auch bei der Wanderung durch die Wirtschaftswelt von heute entstehen kann oder aber dadurch, dass die politischen Verhältnisse einen zur Emigration gezwungen haben. Für mich muss ich bekennen: Ich bin Österreicher und Wiener – ohne das in irgendeiner Weise abzustufen. Dabei nimmt man vieles mit, was durchaus widersprüchlich ist, aber trotzdem ist es ein Nebeneinander, das jeweils prägend wirkt, aber nicht unbedingt in einen Konflikt münden muss.

Natürlich sind die Ereignisse der Geschichte durch all die Zeiten nicht spurlos an unserer Stadt und unserem Land vorübergegangen. Sie haben tiefe Narben im Antlitz Wiens, Österreichs und in den Seelen ihrer Bewohner hinterlassen. Jeder von uns trägt seine Erfahrungen und die seiner Familie sein Leben lang mit. Jörg Haider hat mir das ins Bewusstsein gerufen, als er meine aus seiner Sicht evidente tschechische Abstammung als Grund dafür nannte, dass ich für die Erweiterung der EU durch unsere Nachbarn eingetreten bin. Offensichtlich hat er damit eine "Ausbürgerung" aus Österreich und eine Verletzung unserer Interessen durch mich gemeint.
Eine Kindheit und Jugend in Wien

Wie ist es wirklich? Vielen wird es so gehen wie mir: Meine Vorfahren sind von irgendwoher in das Zentrum des alten Reiches gekommen. Die einen, mütterlicherseits, sind schon seit mehr als zwei Jahrhunderten da, sie kamen aus dem bayrischen Raum und versuchten sich als Gewerbetreibende "am Grund", als bürgerliche Fragner (Zimmermeister), bis sie schließlich im Baufach landeten. Sie waren allesamt gut katholisch. Bei den väterlichen Vorfahren verhielt es sich in vielerlei Hinsicht anders: Erst der Urgroßvater betrat diese Stadt, aus jenem Teil Schlesiens kommend, den Friedrich II. von Preußen Maria Theresia gelassen hatte. Der übertriebenen Neugier der Ahnenforscher des Dritten Reiches verdan

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.