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Lieber nackt als gar keine Masche

  • Erscheinungsdatum: 12.05.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Lieber nackt als gar keine Masche

"Nacktmodel, Reality-Star, Berufsnudistin" - für Micaela Schäfer gibt es viele Berufsbezeichnungen. In ihrem Buch lässt die Deutsch-Brasilianerin nun alle Hüllen fallen und erzählt zum ersten Mal die ganze Geschichte: von ihrer Kindheit über die Teilnahme bei Germany's Next Topmodel, ihren Auftritten im Dschungelcamp bis zu ihrem Durchbruch als prominenter Nacktstar. Sie offenbart uns ihre aufregendsten Sexerlebnisse, heimliche Affären und erotische Fantasien und verrät, was hinter den Kulissen der TV-Shows tatsächlich passiert. Direkt, offen, emotional - Micaela provoziert und polarisiert, das ist ihr größtes Erfolgsrezept. Micaela Schäfer live - und zum Anfassen nah! Micaela Schäfer, geboren 1983 in Leipzig, ist Erotik-Model und DJane. Bekannt wurde sie v.a. durch ihre Auftritte in den Sendungen Germany's Next Topmodel und Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! Parallel startete sie erfolgreich ihre Modelkarriere und überzeugte mit Fotoserien in Playboy, Penthouse und Men's Health. Sie ist das Werbegesicht der Erotikmesse Venus und füllt als DJane LaMica die großen Clubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Megaarena auf Mallorca. Micaela Schäfer wohnt in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 12.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641139230
    Verlag: Heyne
    Größe: 3453 kBytes
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Lieber nackt als gar keine Masche

W ollte man sich den Stadtteil schöntrinken, in dem ich aufgewachsen bin, würde man wohl zwangsläufig schnell zum Stammgast bei den Anonymen Alkoholikern werden: Hellersdorf im Osten Berlins ist grau, Beton-bepflastert und vielerorts ähnlich kuschelig wie ein Kaffeekränzchen in der nordkoreanischen Sonderwirtschaftszone. Ich erinnere mich noch an die vielen Jugendlichen, die auf den Straßen herumlungerten, frustriert und chancenlos; an die Geschäfte, die nach und nach schließen mussten; an ein paar Hirnentkernte in Springerstiefeln, die ihre Amöben-dummen Parolen brüllten. Zusammen mit meiner Mutter Martina wohnte ich in einer Wohnung, die dem Klischee des trüben Ostens voll entsprach: Plattenbau, sechster Stock, kein Lift. Ein klitzekleines Wohnzimmer und ein ebenso kleines Schlafzimmer, das ich mir mit Mama teilen musste – fertig, mehr Platz gab es nicht in unserer Hobbithöhle. Linoleum auf dem Boden, ein alter Teppich darüber, dazu Möbel, die vielleicht einmal schick und schön gewesen waren, als die Menschen noch über die Mondlandung jubilierten. Nein, man kann wirklich nicht behaupten, dass ich in eine rosarote Welt hineingeboren wurde. Meine Welt bestand aus dem Nötigsten, und sie roch nach Bratkartoffeln mit Speck aus unserer Küche.
Mama studierte Bühnentanz an der Staatlichen Ballettschule Berlin, hatte ihre Ausbildung jedoch unterbrochen, als sie mit mir schwanger war. Als ich knapp drei Jahre alt war, verließ uns mein Vater. Er ist Brasilianer und hatte meiner Mama während des Studiums den Kopf verdreht. Drei Jahre waren meine Eltern zusammen, dann verschwand er plötzlich über Nacht – und mit ihm alle Erinnerung: Ich weiß nicht, wer er ist und wie er aussieht; ich kenne seinen Namen nicht. Meine Mama spricht so gut wie nie über ihn, und die wenigen Fotos, die von ihm existieren, hütet sie in einer stets verschlossenen Box aus dunkelgrünem Samt. Ich bin sicher, es gibt einen Grund, warum sie ihre Vergangenheit so sorgsam versteckt, obwohl sie behauptet, mein Vater sei ein fröhlicher, ausgelassener und abenteuerlustiger Mann gewesen. Eigentlich sollte ich wohl neugieriger sein, was ihn betrifft, doch da ist etwas in mir, das keine alten Wunden aufreißen will; das nichts ans Licht zerren möchte, was besser im Dunklen bleiben sollte. Vielleicht hat mein Vater Mama verletzt, vielleicht hat er ihr schlimme Dinge angetan ... Ich weiß es nicht – und will es auch nicht wissen. Zumindest heute nicht mehr. Mama meint, früher hätte ich schon manchmal sehnsüchtig geguckt, wenn ich bei meinen Freundinnen das klassische Familienleben mitbekommen habe. Vater, Mutter, Kind – das gab's ja bei uns nicht. Wir hatten nur dieses Zweierteam: Mama und ich. Mein Vater hat keinen Platz in meinem Herzen, er hatte ihn nie. Da ist kein Gefühl in mir, weder Liebe noch Hass. Er ist damals gegangen, vermutlich zurück in seine Heimat Brasilien, und hat alles zurückgelassen – es war ein Abschied für immer. Für Mama war die Trennung unendlich schwer, sie war ja erst 23 Jahre alt und musste nun alleine für mich sorgen. Mit gebrochenem Herzen. Und dem begrabenen Traum von Spitzentanz und Schwanensee und einer Karriere auf den großen Bühnen. Stattdessen studierte Mama Wirtschaftsökonomie und verdiente unseren Lebensunterhalt als Halbtagskraft in einer Bibliothek; heute ist sie 51 und geht noch immer sechs Stunden täglich zum Arbeiten in eine Berliner Bibliothek. Ich glaube, tief in ihrem Herzen hatte sie gehofft, dass ich in ihre Fußstapfen treten und Tänzerin werden würde. Nun, ich bin einen anderen Weg gegangen, und dies war sicher nicht ihre einzige unerfüllte Hoffnung in Bezug auf mich ...
Ich weiß nicht, ob es daran

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