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Mittendrin. Die Berliner Volkspolizei 1989/90 von Kriz, Karl-Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2014
  • Verlag: edition ost
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Mittendrin. Die Berliner Volkspolizei 1989/90

Im Herbst 1989 drängten viele gesellschaftliche Probleme in der DDR auf Lösung. Sie hätten politisch gelöst werden müssen. Doch die Staatsführung bevorzugte repressive Maßnahmen. Ein Instrument war die Berliner Volkspolizei, die am 7. Oktober 1989 weisungsgemäß auf der Straße handelte. Erstmals haben sich damals führende Offiziere intensiv mit jener Zeit beschäftigt. Sie haben Dokumente, Befehle, Zeugenberichte untersucht und analysiert. Sie stellen die Abläufe der folgenden Monate dar bis hin zur Vereinigung der Volkspolizei der DDR-Hauptstadt mit der Westberliner Polizei. Ihr Sachbuch schließt eine Lücke der Geschichtsforschung. Sieben einst führende Volkspolizisten, dreißig Jahre und länger im Dienst, leitend tätig im Berliner Polizeipräsidium oder als Chefs von VP-Inspektionen: VP-Direktor a.D. Herbert Damm, VP-Oberst a.D. Werner Förster, VP-Rat a.D. Hans Jürgen Gräfe, VP-Oberrat a.D. Jürgen Heisler, VP-Oberrat a.D. Adolf Kirsch, VP-Oberrat a.D. Karl-Heinz Kriz und VP-Rat a.D. Dieter Zeisberg. Vorwortautor Dirk Bachmann, letzter Präsident der VP Berlin

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 18.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783360510259
    Verlag: edition ost
    Größe: 24182 kBytes
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Mittendrin. Die Berliner Volkspolizei 1989/90

Einleitung

Von den Herausgebern

Es sind nun schon mehr als zwei Jahrzehnte vergangen, in denen die DDR und BRD wieder ein gemeinsames Deutschland bilden. Berechtigterweise stellen viele Bürger sich noch heute die Frage, warum die Entwicklung in der Zeit der politischen Umbrüche 1989/90 in der ehemaligen DDR so verlief, wie sie letztlich verlaufen ist und nicht anders. Dies gilt auch und besonders für das Handeln der Volkspolizei, über das bis heute keine evidente Darstellung vorliegt. Unser Anspruch ist es, Erinnerungen aus erster Hand zu dokumentieren und – gerade auch wissenschaftlich – zugänglich zu machen.

Damals waren wir und die von uns konsultierten Zeitzeugen vor allem Akteure in den verschiedenen Dienststellungen der Volkspolizei Berlin. Im Folgenden werden wir diese schwierigste Periode unserer Dienstzeit kritisch aufbereiten und ohne Vorurteile einschätzen. Wissend, dass wir in unseren Aussagen zu den Vorgängen befangen sein können, war unser Bemühen stets darauf ausgerichtet, am Primat von Fakten und Beweisen festzuhalten. Damit wollen wir vermeiden, dass neue zeitgeschichtliche Mythen von 1989/90 entstehen.

45 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs scheiterte der historische Versuch, auf einem Teilgebiet des ehemaligen Deutschen Reiches eine antifaschistische, demokratische und sozialistische Gesellschaft aufzubauen. Das Wirken der Volkspolizei sollte dieser Entwicklung Stabilität und Sicherheit verleihen. Die Verschärfung der gesellschaftlichen Krise der DDR im Herbst 1989 und die damit verbundene politische Destabilisierung des Staates sowie der beginnende Umbruch der gesellschaftlichen Verhältnisse bis hin zur Auflösung des Staates selbst veränderten die Anforderungen an die Volkspolizei radikal.

Wir verdeutlichen, ausgehend von den grundlegenden Aufgaben und der Struktur der Volkspolizei Berlin, die Arbeit des Präsidiums und seiner ihm unterstellten Dienststellen und Einheiten in dieser Zeit der Umgestaltung und Neuordnung der Gesellschaft. An der innerstädtischen Grenze von Berlin stießen zwei weltanschauliche Systeme aufeinander, deren Spannungen im Kalten Krieg in einem völlig absurden Vernichtungspotenzial für alle Zeit erstarrt schienen. Nirgendwo sonst auf der Welt gab es so viele Geheimdienste und Agententätigkeit wie in dieser geteilten Stadt. Das steingewordene Misstrauen der beiden Machtblöcke zog sich als Grenzsicherungsanlage mitten durch die Stadt.

Diese Erstarrung, deren stete Begleitung das Szenario eines möglichen Atomkriegs war, konnte dann ab 1985 mit der Politik Gorbatschows wesentlich entschärft werden.

Die Führung der SED verweigerte sich jedoch den sowjetischen Vorstellungen zur Öffnung, während die USA und die BRD diesen Prozess interessenbezogen aktiv beförderten. Diese Konstellation war eine wesentliche Bedingung dafür, dass 1989/90 in der DDR gewaltige gesellschaftliche Veränderungen durch landesweite Massenproteste herbeigeführt werden konnten. Erich Honecker trat von sämtlichen Ämtern zurück. Kurz darauf erfolgte der geschlossene Rücktritt des ZK der SED und der Regierung Stoph. Die sich immer besser organisierenden Oppositionsgruppen begannen die Staatsmacht, einschließlich der neuen Regierung Modrow, zu kontrollieren. Der massenhafte Wunsch nach Reisefreiheit in einem ideologisch aufgeheizten Klima bewirkte letzthin den plötzlichen Fall der Mauer. Das verfassungsmäßig festgeschriebene Führungsmonopol der SED wurde beseitigt, und der Geheimdienst sowie die Kampfgruppen der Arbeiterklasse mussten ihre Waffen abgeben. Schließlich fand am 18. März 1990 eine Neuwahl der Volkskammer statt, aus der die "Allianz für Deutschland", bestehend aus der ehemaligen Blockpartei CDU u

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