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My Life on the Road von Steinem, Gloria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.07.2016
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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My Life on the Road

Sie ist klug, elegant und charmant. Eine Kämpferin mit Leidenschaft und Stil. Ein Vorbild für Frauen seit fünf Jahrzehnten. Hillary Clinton verehrt sie genauso wie die Schauspielerin Emma Watson. Lange vor Facebook-Chefin Sheryl Sandberg hat Gloria Steinem Frauen den Glauben an sich selbst gegeben. Sie hat provoziert, Mut gemacht und alte Rollenbilder über den Haufen geworfen. Auch heute noch, mit über achtzig Jahren, ist Gloria Steinem ein Star, der Frauen jeder Generation begeistert. In MY LIFE ON THE ROAD erzählt Steinem von einem rastlosen Leben, ausgefüllt mit Reisen und unvergesslichen Begegnungen. Schon als Kind, als Tochter eines durch die Lande tingelnden Antiquitätenhändlers aus Toledo, Ohio, war ihr eines klar geworden: Man braucht nicht unbedingt einen geografischen Anker im Leben, dafür aber ein klares Ziel vor Augen.

Gloria Steinem, 1934 in Toledo, Ohio geboren, ist Journalistin und eine der bedeutendsten Feministinnen unserer Zeit. Sie studierte am renommierten Smith-College in Washington D.C und begann ihre journalistische Karriere mit einer Reportage über ein dreiwöchiges Experiment als Playboy-Bunny in New York. 1971 gründete sie "Ms.", die erste feministische Zeitschrift Amerikas, und setzte sich auch in den folgenden Jahrzehnten für die Gleichberechtigung der Frauen ein. Obwohl eine erbitterte Gegnerin der bürgerlichen Ehe, heiratete sie mit 66 Jahren den Unternehmer David Bale.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 11.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201319
    Verlag: btb
    Originaltitel: My Life on the Road
    Größe: 3903 kBytes
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My Life on the Road

EINLEITUNG

Straßenschilder

W enn die Leute mich fragen, warum ich auch nach so vielen Jahren noch voller Energie und Hoffnung bin, antworte ich: Weil ich reise . Seit über vier Jahrzehnten bin ich mindestens die Hälfte meiner Zeit unterwegs.

Ich habe nie versucht, über meinen Lebensstil zu schreiben, obwohl ich regelmäßig über die Menschen berichtet habe, die mir unterwegs begegnet sind, über die Dinge, die ich erlebt habe. Meine Reisen schienen einfach in keine Kategorie zu passen, waren kein Road Trip à la Kerouac und auch keine Flucht vor dem geregelten Leben. Ich bin aus den unterschiedlichsten Anlässen gereist. Anfangs unternahm ich als Journalistin meine Recherchetouren, später war ich als Wahlkämpferin und politische Aktivistin unterwegs, als ruhelose Wanderarbeiterin in Sachen Feminismus. Ich schloss neue Freundschaften und stieß neue Projekte an, und bald fand mein Leben überall im Land statt. Und das verbindende Element war immer das Reisen.

Wenn Freundinnen oder Kollegen mich fragten, ob das Leben in wechselnden Hotelzimmern sehr belastend sei, bot ich ihnen an, mich auf Reisen zu begleiten - in der Hoffnung, sie könnten mich verstehen und ebenfalls auf den Geschmack kommen. Aber in all den Jahren hat nur eine Einzige von ihnen mein Angebot angenommen, für gerade einmal drei Tage. 1

Als die Jahrzehnte verstrichen, schlich sich der Ausdruck "immer noch" ein: "Oh, du bist immer noch so viel unterwegs?" Da dämmerte mir, dass ich über das, was ich am meisten tat, am wenigsten geschrieben hatte.

In der Folge machte ich mich daran, Notizen zu meinen vielen Reisen anzulegen, zu den vergangenen und den geplanten. Ich beschrieb mein Staunen über das, was möglich ist, und meine Wut über alles, was unmöglich sein sollte. Ich schrieb über meine Faszination für das, was sein könnte . Ich durchforstete alte Terminkalender und Reisepläne, Briefe und Tagebücher, und auf einmal wurde ich von der Erinnerung an meinen Vater überwältigt, wie er seine zerfledderten Straßenkarten aufklappte und seine Adresskartei überprüfte und auszurechnen versuchte, wie viel Benzingeld er für die Fahrt von hier nach dort brauchen würde; wo sich ein Trailerpark finden ließe, der seine Frau und die beiden Töchter aufnahm; welche Händler und welche Geschäfte auf unserer Route als Abnehmer der Antiquitäten infrage kämen, mit deren Handel und Tausch er unseren Lebensunterhalt verdiente. Die Erinnerung war so lebendig, dass ich meinte, ein verschwörerisches Flüstern zu hören; für den größten Teil des Jahres war ein enger Wohnwagen unser Zuhause, und wenn meine Schwester und ich spätabends tuschelten, durften wir unsere Mutter nicht wecken.

Bis zu diesem Augenblick hätte ich geschworen, den Lebensstil meines Vaters strikt abzulehnen. Ich hatte mir ein Zuhause eingerichtet, an dem ich hänge und das mein Rückzugsort ist, er hingegen hätte nicht zwangsläufig ein Heim gebraucht. Ich hatte mir nie auch nur einen Cent geliehen, er war immerzu verschuldet. Wenn ich zu meinen Veranstaltungen reise, nehme ich das Flugzeug oder den Zug, wohingegen mein Vater tagelange, einsame Überlandfahrten in Kauf nahm, nur um nicht fliegen zu müssen. Aber so, wie junge Menschen aufbegehren, um sich letztendlich auf Bekanntes zu besinnen, wurde mir plötzlich klar, warum ich mich auf Reisen wie zu Hause fühlte. Weil eben das Reisen während meines ersten, prägenden Lebensjahrzehnts genau das gewesen war: mein Zuhause. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal über das Leben meines Vaters schreiben würde, aber nun wurde mir klar, dass es nur folgerichtig wäre.

Weitere Entdeckungen folgten. Beispielsweise hatte ich das Reisen immer als Ausnahmezustand betrachtet und angenommen, dass ich eines Tages erwachsen werden und mich niederlassen würde. Inzwischen muss ich einsehen, dass in meinem Fall das Reisen der D

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