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Papst Franziskus und die Kirche von morgen Revolution im Zeichen des Evangeliums. Ein Gespräch mit Antonio Carriero von Maradiaga, Óscar Rodríguez (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.03.2018
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
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Papst Franziskus und die Kirche von morgen

"Franziskus verändert nicht die Lehre, aber das Denken." (Kardinal Maradiaga) Er leitet das Gremium, das den Papst, bei der Führung der Kirche berät, und er hat tiefen Einblick in die Machtstrukturen der Kurie. In diesem Gespräch enthüllt Kardinal Oscar Maradiaga die Ziele, die Franziskus verfolgt, um die Leitung der Katholischen Kirche zukunftsfähig zu machen, und er macht sichtbar, welchen Widerständen dieses Bemühen begegnet. Denn nicht wenige in Rom haben Angst, dass das Herz der Kirche zukünftig nicht mehr allein in Rom, sondern an vielen Orten auf der Welt zugleich schlagen könnte! Die spannende Innenansicht einer heimlichen Welt und nebenbei die Geschichte einer tiefen Freundschaft. Klare Antworten auf brennende Fragen Einblicke in die Kämpfe innerhalb der römischen Kurie Die Geschichte einer tiefen Freundschaft Óscar Andrés Karndinal Rodríguez Maradiaga, geb. 1942, ist Erzbischof von Tegucigalpa in Honduras. Er ist der Koordinator des Kardinalsrates, der Papst Franziskus berät und Reformen in der Kirche vorbereiten soll. Maradiaga streitet für die Rechte der Armen und ist ein scharfer Kritiker entfesselter Märkte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 26.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641225476
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
    Originaltitel: Solo il Vangelo è Rivoluzionario
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Papst Franziskus und die Kirche von morgen

VON DON BOSCO IN DEN VATIKAN

Das Salesianerkolleg

Die Liebe zur Theologie

Das Evangelium und die jungen Menschen

Die Begegnung mit Johannes Paul II.

Wer ist Óscar Andrés Maradiaga laut ... Óscar Andrés Maradiaga?

Ich bin ein Kind Don Boscos. Meine erste Begegnung mit ihm fand schon ziemlich früh statt. Ich war ungefähr sechs Jahre alt, als mein Vater mich ins Salesianerkolleg Don Boscos mitnahm, wo sein Beichtvater lebte. Ich war begeistert von den vielen Kindern und Jugendlichen, die dort im Hof spielten.

Meinem Vater fiel das gleich auf und so sagte er: "Du kannst hier lernen, wenn du willst." Das war für mich das größte Geschenk überhaupt. Schon im Jahr darauf kam ich in die erste Klasse des Kollegs, das so zu meinem zweiten Zuhause wurde.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich den Botschafter Kolumbiens beim Heiligen Stuhl getroffen, der ebenfalls Salesianer ist und Philosophie studiert hat. Er verließ die Gemeinschaft der Salesianer, um nach Deutschland zu gehen und dort seinen Doktor in Philosophie zu machen. Wir haben über den familiären Geist gesprochen, der unter den Salesianern Don Boscos herrscht. Und auch er hat gesagt: "Das Salesianerkolleg war unsere Familie." Er und ich haben zu Hause unsere Familien, Eltern, Schwestern, Brüder ... doch unser Zuhause ist das Salesianerkolleg.

Da wurde musiziert, gespielt und mit Farben gearbeitet. Nicht zuletzt gab es die Compagnien, eine Art Vorform der heutigen Vereine, deren Zweck es war, sich gegenseitig im Glauben zu unterstützen. Ich fühlte mich wirklich wohl unter so vielen Freunden. Unsere Familien mussten regelrecht darum betteln, dass wir zu ihnen nach Hause kommen, weil wir so gerne zusammen waren. Der familiäre Geist war ein ganz wichtiges Element der Salesianer Don Boscos.

Der Direktor des Kollegs, den ich von der vierten bis zur vorletzten Klasse auch als Lehrer hatte, war für mich ein wahrer Nachfahre Don Boscos. Er ist später Erzbischof geworden. Ein anderer Salesianer - ein bärenstarker Deutscher, dem ich stets dankbar sein werde - brachte mir die Schönheit der Physik und Chemie nahe. Viele Jahre später sollte ich beide Fächer studieren, um sie einmal selbst zu unterrichten.

Erinnert Sie das rote Kardinalsgewand nicht ein wenig an Ihre Zeit als Ministrant?

O ja, es erinnert mich an das rote Gewand, das ich mit acht Jahren als jugendlicher Messdiener trug. Zum Ministrieren musste ich um fünf Uhr morgens aufstehen und ohne Frühstück in die Kirche sausen, denn damals durften wir nach Mitternacht nichts mehr essen. Ich schlüpfte in mein Gewand und verrichtete meinen Dienst während der Messe, die noch auf Lateinisch gesprochen wurde. Ehrlich gesagt, verstand ich damals keine Silbe. Wir beteten den Rosenkranz und hörten der Lesung zu, danach gingen wir in den Speisesaal. Um 7.30 Uhr fing dann der Unterricht an.

Manchmal nahm der Direktor, der später mein Erzbischof wurde, mich mit ins Nonnenkloster, um bei der Messe zu ministrieren. Natürlich gab es unter den Jungs heftige Rivalitäten, wer ihn begleiten durfte, denn das war die einzige Gelegenheit für uns, Mädchen zu sehen. Eines Tages fragte er mich dann auf dem Heimweg, ob ich denn gerne Priester werden möchte. Und ich antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Ja!"

Selbstverständlich sprach ich später mit meiner Mutter darüber. Die fing an zu weinen und meinte, ich sei doch noch viel zu jung für eine solche Entscheidung. Außerdem sei ich viel zu schwächlich und ohnehin müsse ich zuerst meinen Vater um Erlaubnis bitten. Der wiederum meinte, ich sei viel zu vorlaut, um Priester zu werden. Ganz sicher würde man mich schon am ersten Tag aus dem Seminar jagen. Außerdem müsse ich vorher das Gymnasium abschließen, dann könne ich eine solche Entscheidung treffen.

Das fand ich schrecklich. Für mich war das eine herbe Enttäuschung. Also schob ich meinen Traum erst einmal beiseite und plante, Pilot

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