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Regionale Komplementärwährungen in Deutschland Stand und Entwicklungsmöglichkeiten. von Leinert, Sebastian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Regionale Komplementärwährungen in Deutschland

Seit der Jahrtausendwende haben sich vor allem in Südeuropa, aber auch in Deutschland zahlreiche alternative Geldsysteme gebildet. Ihnen ist in der Regel gemeinsam, dass sie versuchen, den Kaufkraftabfluss aus der Region zu verringern und den wachsenden gesellschaftlichen Fliehkräften entgegen zu wirken. Häufig werden auch ökologische Ziele mitverfolgt. Diese Studie vermittelt einen ersten, umfassenden und kritischen Überblick über diese alternativen Systeme in Deutschland. Außerdem werden zwei alternative Investitionssysteme und fünf interessante Beispiele aus Nachbarländern vorgestellt. Eingehend werden Möglichkeiten diskutiert, wie diese Systeme verbessert oder weiter entwickelt werden könnten. Allen, die sich für diese Alternativsysteme interessieren, damit arbeiten oder gar daran denken, selbst ein derartiges System zu etablieren, wird die Lektüre dieser umfassenden Studie empfohlen. Sebastian Leinert (Jahrgang 1934) studierte Forstwissenschaft. Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst in der Staatsforstverwaltung, später als Leiter eines Instituts für Waldarbeit. Seit 1981 als Gutachter im In- und Ausland tätig. Außerdem vertrat er an der LMU München als Privatdozent das Gebiet 'Weltforstwirtschaft'. Zudem war er seit den 70er Jahren im Natur- und Umweltschutz tätig. Heute verbringt er seinen Ruhestand in Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 268
    Erscheinungsdatum: 01.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741204678
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1530kBytes
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Regionale Komplementärwährungen in Deutschland

EINLEITUNG

"Wenn die Voraussetzung richtig ist, dass uns nur ein fundamentaler Wandel der menschlichen Charakterstruktur, ein Zurückdrängen der Orientierung am Haben zugunsten der am Sein, vor einer (...) Katastrophe retten kann, so stellt sich die Frage: Sind tiefgreifende charakterologische Veränderungen möglich und wie kann man sie herbeiführen? Ich bin überzeugt, dass sich der menschliche Charakter in der Tat ändern kann, wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind:

Wir leiden und sind uns dessen bewusst.

Wir haben die Ursache unseres Leidens (ill-being) erkannt. Wir sehen eine Möglichkeit, unser Leiden zu überwinden.

Wir sehen ein, dass wir uns bestimmte Verhaltensnormen zu eigen machen und unsere gegenwärtige Lebenspraxis ändern müssen, um unsere Leiden zu überwinden."

So ERICH FROMM in seinem 1976 auf Deutsch erschienenen Werk "Haben oder Sein - Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft" ( Anlage Nr.13 , 9 ).

Sehr viele Menschen, die sich in den alternativen Wirtschaftssystemen, die in dieser Studie behandelt werden, engagieren oder bemüht haben, teilen diese Einsicht und versuchen, sie konkret und mit ihren Möglichkeiten vor Ort umzusetzen. Dies auch, obwohl sie darum wissen, wie weit und steinig der Weg ist, der noch vor ihnen liegt. Immer wieder wurde bei der Recherche für dieses Buch daher auch deutlich, dass es zu kurz gegriffen wäre, hinter "Regionalen Komplementärwährungen" nur ein etwas anderes Geld- und Wirtschaftssystem sehen zu wollen. Nein! Vielmehr haben in der Mehrzahl der Fälle vor allem soziale, kulturelle und/oder ökologische Motive zu diesem Tun Anlass gegeben. Immer wieder wurde davon gesprochen, dass man (frei nach BEUYS) an einer "sozialen Skulptur" arbeiten würde, die einer besseren Zukunft zugewandt sei. Der dahinterstehende, übergreifende Wertekodex lässt sich vielleicht am Besten mit Grundwerten wie wertstabil, gemeinschaftsbildend, nachhaltig und insbesondere demokratisch skizzieren.

Dieses Buch möchte diese meist im Verborgenen erbrachten Leistungen so vieler Menschen ins Bewusstsein heben und dadurch verdeutlichen. Es soll auch interessierten Menschen helfen, sich so realitätsnah wie möglich über diese alternativen Wirtschaftsformen zu informieren. Und dann soll es - nicht zuletzt - ein herzliches "Dankeschön!" all denen sagen, die sich in diesen Systemen bemühen - und dies stellvertretend für Viele.

In diesem Zusammenhang ist es dem Verfasser wichtig, zum Ausdruck zu bringen, dass er versucht hat, alle derartigen Bestrebungen in Deutschland ohne Berücksichtigung der jeweiligen weltanschaulichen Motive einzubeziehen. Nur auf diese Weise kann ein möglichst umfassender Überblick über dieses Feld ermöglicht werden. Dem kritischen Leser bleibt es vorbehalten, seine Wahl zu treffen.

Zur Zeit erleben wir einen Paradigmenwechsel auf vielen Gebieten, so auch im Wirtschafts- und Finanzbereich. Neben und gewissermaßen "unterhalb" des Geschehens auf den kapitalistisch verfassten Märkten zeichnen sich seit Beginn dieses Jahrhunderts neue Entwicklungen ab. Sie stellen bewusst ein anderes, (basis)demokratisches und nachhaltiges Wirtschaften in das Zentrum des Geschehens. Niemand kann auch nur halbwegs mit Sicherheit vorhersagen, wie sich die weitere Entwicklung auf dem Gebiet der Finanz- und hier speziell der Geldwirtschaft in der Euro-Zone und global vollziehen wird. Die seit Jahren mit steigender Intensität praktizierten, aber ohne nennenswerte positive wirtschaftliche Auswirkungen gebliebenen geldwirtschaftlichen Aktivitäten der EZB geben Anlass zu skeptischer Betrachtung. Daher verwundert es auch nicht, dass gegenwärtig mehrere Optionen, wie es denn auf diesem Gebiet sinnvoll weitergehen könnte, kontrovers diskutiert werden. Daher erscheint es in diesem Zusammenhang durchaus angebracht und gerechtfertigt, auch Regionalwährungen verstärkt in den Blick zu nehmen.

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