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Schwarz Blau Blut Ein Cop über Rassismus und Polizeigewalt in den USA von Horace, Matthew (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2019
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
13,99 €
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Schwarz Blau Blut

28 Jahre lang war er als schwarzer Polizist auf den Straßen der USA im Einsatz. Er kennt sie alle: die Helden, die Mörder, die Rassisten, die Dealer, die korrupten Kollegen und die Opfer. Und er kennt die Zusammenhänge. In Schwarz Blau Blut erzählt Matthew Horace von einem System, das außer Kontrolle geraten ist - actionreich und informativ. Ein Mann auf der Flucht, der mit acht Schüssen in den Rücken niedergestreckt wird, ein Obdachloser, den ein Streifenwagen erfasst, brennende Geschäfte in Ferguson, I can t breathe, I can t breathe ... Solche Bilder aus den USA gehen mit erschreckender Regelmäßigkeit um die Welt, gefolgt von schockiertem Entsetzen. Doch die richtige Frage stellt im Anschluss niemand: Was verursacht die Gewalt ? Schwarz Blau Blut gibt darauf eine Antwort. Ein heftiges Buch von der Front, von einem, der beide Seiten kennt. Für alle, die verstehen wollen, warum so viele schwarze Menschen unschuldig sterben. Matthew Horace arbeitete 28 Jahre lang als Polizeibeamter, auf Lokal- und Bundesebene, in jedem Staat der USA. Er ist Strafverfolgungs- und Sicherheitsexperte für die CNN und das Wall Street Journal und tritt regelmäßig in den Nachrichtenprogrammen der Fernsehsender NBC und CBS auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 270
    Erscheinungsdatum: 27.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518763322
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: The Black and the Blue. A Cop Reveals the Crimes, Racism, and Injustice in America's Law Enforcement
    Größe: 2034 kBytes
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Schwarz Blau Blut

Vorwort

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin Cop. Ich stehe für das Gute und das Schlechte unseres ehrenwerten Berufs, den ich fast dreißig Jahre lang ausgeübt habe. Ich habe mit Cops Sport getrieben, gegessen, getrunken und gebetet. Mit ihnen gepicknickt, gefeiert und einen draufgemacht. Ich habe mit Cops geweint, und wenn einer von uns gestorben ist, ist ein Teil von mir mit ihm gestorben. Ich habe in jedem Bundesstaat und sogar auf Guam Verbrecher gejagt und die Bürger geschützt, in fast allen Bereichen der Strafverfolgung. Ich habe in meiner Karriere viele Posten bekleidet. Angefangen habe ich als Streifenpolizist in Arlington, Virginia, später wurde ich Special Agent beim Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms und übernahm dort schließlich verschiedene Führungspositionen. Beim ATF habe ich Spezialeinheiten und hochriskante Einsätze geleitet, Nachwuchs ausgebildet, landesweite Ermittlungen koordiniert und vieles mehr.

In meinem Herzen aber bin ich immer ein ganz normaler Cop geblieben, einer der vielen Hunderttausend Männer und Frauen, die geschworen haben, die Bürger unseres wunderbaren Landes zu schützen und der Gerechtigkeit zu dienen.

Ich bin der Cop, der auf Notrufe reagiert, bei häuslicher Gewalt einschreitet und Türen aufbricht, hinter denen möglicherweise Gefahr und Tod lauern. Dem bewusst ist, dass jeder "Routineeinsatz" sein letzter sein kann. Der vermisste Kinder aufspürt, Opfer von Verbrechen tröstet und tobende Liebhaber zur Vernunft bringt. Der auf einer spärlich beleuchteten Straße kaum erkennen kann, ob es sich bei dem Gegenstand in der Hand eines Verdächtigen um ein Handy oder eine Pistole handelt, und der im Bruchteil einer Sekunde entscheiden muss, ob der Autofahrer, der nervös ins Handschuhfach greift, die Fahrzeugpapiere oder eine Schusswaffe zückt.

Ich bin Officer Gabriel Figueroa und Officer Paul Abel aus Pittsburgh, die ein kleines Kind aus einem gefährlich schwankenden SUV retteten, der einen steilen Abhang hinabzustürzen drohte. Fahrer und Beifahrer saßen zusammengesackt auf dem Vordersitz, vollgepumpt mit Heroin.

Ich bin Officer Katrina Culbreath aus Dothan, Alabama, die mit einer achtzehnjährigen Mutter zum Einkaufen in den nächsten Supermarkt fuhr, nachdem die junge Frau sich vor Gericht des Diebstahls bekannt hatte, weil das Geld nicht reichte, um ihre siebzehn Monate alte Tochter zu ernähren.

Zu oft habe ich Haltung angenommen, wenn wir Abschied von einem getöteten Kameraden nahmen, und zu oft hat mir das traurige Klagen der Dudelsäcke die Tränen in die Augen getrieben.

Ich bin die beiden Officer, die im kalifornischen Palm Springs bei einem Einsatz wegen Hausfriedensbruchs erschossen wurden: Officer Jose Gilbert Vega (63), Vater von acht Kindern und kurz vor der Pension, und Lesley Zerebny (27), Mutter einer vier Monate alten Tochter, die gerade erst in den Dienst zurückgekehrt war.

Ich bin die fünf Officer aus Dallas, die bei einer Black-Lives-Matter-Demonstration gegen Polizeigewalt, auf der sie das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit schützen sollten, von einem psychisch kranken Sniper erschossen wurden - Brent Thompson, Patrick Zamarripa, Michael Krol, Lorne Ahrens und Michael Smith.

Aber ich bin auch ein "männlicher Schwarzer", sprich, einer der zig Millionen afroamerikanischer Männer, die aufgrund von uralten Lügengeschichten und Vorurteilen von vornherein als verdächtig und gefährlich gelten. Wo wir auftauchen, halten Frauen instinktiv ihre Handtaschen fest, verriegeln Familien die Autotüren und melden Verkäufer bei der Polizei einen "verdächtigen Schwarzen". Wir sind immer eine Bedrohung, tragen immer eine furchteinflößende Waffe. Diese Waffe ist unsere Haut. Wir können sie nicht ablegen.

Wie alle schwarzen Männer verspüre ich den Frust, die Kränkung, die Angst und die Wut darüber, dass ich in Gefahr bin, nur weil ich atme. Als schwarze Männer sind wir bei je

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