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Unsere beste Waffe ist keine Waffe Konfliktlösungen für das 21. Jahrhundert von Beebe, Shannon D. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2012
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Unsere beste Waffe ist keine Waffe

Am Ende der so genannten Kriege "gegen der Terror" entstanden in Irak und Afghanistan weder friedliche noch sichere Staaten, die Gewalt setzte sich in Form von Terroranschlägen und Gewaltexzessen fort - bis heute. Die Opfer der brutalen Übergriffe sind zumeist Zivilisten - Kinder, Frauen, Männer. Dieses Buch will die Spirale der Gewalt durchbrechen. Geschrieben wurde es von einem US-Offizier und einer Friedensforscherin, die sich Anfang des letzten Jahrzehnts bei der Arbeit an neuen Sicherheitskonzepten kennenlernten. Beide hatten schon in den 90er Jahren Erfahrungen in den Jugoslawienkriegen gesammelt und waren überzeugt davon, dass nur ein Dialog zwischen Militär und Friedensforschung für Sicherheit und Frieden im 21. Jahrhundert sorgen könne. Das Ergebnis ihres Dialogs ist dieses Buch. Seine Leitidee ist, dass der Einsatz herkömmlicher Streitkräfte die Kriege und Krisen des 21. Jahrhunderts nicht lösen kann, sie im Gegenteil nur verschärft. Beebes und Kaldors nachhaltiges Programm der Friedenssicherung und -schaffung - "Human Security" - setzt dabei nicht nur auf akute Befriedungen in Kriegsgebieten, sondern auch auf präventive Maßnahmen. Das Buch ist ein Aufschrei gegen die Gewalt und bietet konkrete Maßnahmen an für eine friedliche und sichere Welt im 21. Jahrhundert.

Shannon D. Beebe, geboren 1968, war Oberstleutnant bei der US-Army und Autor zahlreicher Beiträge zu Fragen globaler Sicherheit. Er starb 2011 bei einem Flugzeugunglück.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 254
    Erscheinungsdatum: 22.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518793800
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: The Ultimate Weapon is no Weapon. Human Security and the New Rules of War and Peace
    Größe: 1170 kBytes
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Unsere beste Waffe ist keine Waffe

1 Einleitung

Unmittelbar bevor wir die Arbeit an diesem Buch abschlossen, trat Shannon Beebe seinen Dienst als US -Militärattaché in Angola an. Wir wollten die letzten Kapitel telefonisch durchsprechen, doch Beebes Apparat war ständig besetzt. Der Grund dafür war der Beginn einer humanitären Krise in Cabinda im Norden des Landes, wo Tausende Flüchtlinge aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo Zuflucht suchten.

"Ich bettele gerade um Hilfe", sagte Beebe, als Mary Kaldor ihn schließlich erreichte, "weil ich ein Flugzeug brauche, um dorthin zu kommen und mir selbst ein Bild zu machen. [...] Fakt ist, daß die Regenzeit begonnen hat und über 30000 Menschen ohne Obdach sind, ohne Zugang zu Wasser und Nahrung. [...] Und dann sitzt man da und kratzt sich am Kopf und fragt sich: "Wie konnte das so plötzlich geschehen?"

Und natürlich sind wir wieder einmal in der traurigen Lage, praktisch nichts tun zu können, weil wir zu lange gewartet haben, weil wir die Verantwortlichen vor Ort nicht kennen und für sie bloß typisch amerikanische Spätzünder sind, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen und rufen: "Laßt uns euch helfen!" – Aber so funktioniert das eben nicht. Die Leute mißtrauen uns. Da sie uns nie zuvor gesehen haben, fragen sie sich, warum wir jetzt auf einmal solches Interesse an ihnen haben. Eines der Dinge, mit denen ich AFRICOM , dem Oberkommando der US -Streitkräfte in Afrika, und jedem anderen, der mir zuhört, in den Ohren liege, ist, daß es die falsche Politik ist, uns von privaten Firmen vertreten zu lassen oder nur nach Nachrichtenlage zu reagieren, weil das sinnlos ist – das ist, wie wenn kleine Jungs Fußball spielen: jeder rennt hinter dem Ball bzw. der gerade aktuellen Krise her. Auf diese Weise mangelt es immer an Organisation, an Prioritäten, an Vertrauen.

Die Leute hier fragen sich, warum sich ein Typ vom Militär unbedingt um Dinge kümmern will, die sonst Entwicklungshelfer tun. Sie sind es einfach nicht gewöhnt, solche Sachen von einem Militär zu hören, und sie fragen sich sofort, was wohl der Haken an der Sache sein mag."

An den diesem Buch zugrunde liegenden Ideen haben wir mehr als zehn Jahre lang gearbeitet, zunächst unabhängig voneinander, dann gemeinsam. Beide haben wir ähnliche Erfahrungen in den Konflikten der neunziger Jahre gemacht. Während der Kriege auf dem Balkan war Mary Kaldor Vorsitzende der Helsinki Citizens' Assembly, einer nichtstaatlichen Organisation (Non-Governmental Organization, NGO ), die sich für Frieden und Menschenrechte einsetzt und Büros in Bosnien und Herzegowina betrieb. Shannon Beebe war in Deutschland stationiert und bereitete Soldaten auf den Einsatz in Bosnien und Herzegowina vor. Unabhängig voneinander hatten wir beide den Eindruck, daß die Unterschiede zwischen "Kampfgebiet" und "humanitärem Gebiet" ebenso unauffällig wie rasch dahinschwanden. Statt der gegnerischen Truppen bekämpfte man bewußt die Zivilbevölkerung, in der Absicht, "ethnisch gesäuberte" Gebiete zu schaffen. Kaldor kam zu der Überzeugung, daß nur eine militärische Intervention von außen die Zivilbevölkerung schützen könne, während Beebe mit befreundeten Offizieren feststellte, daß die traditionelle, schwerfällige Kriegsmaschinerie für ein solches Vorhaben ungeeignet war.

Während des Kosovokrieges gehörte Mary Kaldor der Unabhängigen Internationalen Kosovo-Kommission an, deren Vorsitz der südafrikanische Richter Richard Goldstone innehatte. Beebe wurde in der Provinz des Landes einge

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