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Völlig utopisch 17 Beispiele einer besseren Welt

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2014
  • Verlag: Pantheon
eBook (ePUB)
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Völlig utopisch

Nächste Ausfahrt: Utopia
Und es gibt sie doch: realisierte Utopien. Die Weltreporter haben sie über die ganze Welt verstreut aufgespürt. Hier erzählen sie von ganz verschiedenen kleinen und größeren Aufbrüchen und Ankünften. Von Menschen, die ihre Träume, die das Glück, trotz aller Widerstände, in die eigene Hand nehmen. Das ist nicht immer einfach, aber - und das zeigt dieses Buch - es ist machbar.
Die immer engmaschigeren Lebensprinzipien einer globalisierten Wirtschaftsordnung scheinen kaum mehr Alternativen und Visionen zuzulassen. Zugleich wächst die Sehnsucht nach Bedeutung, Anerkennung und Gemeinschaft in einem zunehmend unüberschaubaren Weltgefüge. Und tatsächlich gibt es sie: Projekte und Gegengesellschaften, in denen sich am Rande der Globalisierung Menschen mit Abenteurergeist und Chuzpe den Traum eines besseren Lebens im Hier und Jetzt erfüllen, und dabei nicht selten den etablierten Staaten an den Karren fahren. Marc Engelhardt und weitere Weltreporter haben solche Utopien weltweit besucht, von Argentinien bis Namibia, von Anarchie bis Nachhaltigkeit, von Liebe und Kreativität über Güte bis zur Informationsfreiheit. In Dänemark, Indonesien und Neuseeland.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 10.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641129033
    Verlag: Pantheon
    Größe: 1766kBytes
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Völlig utopisch

Vorwort

Utopie ist machbar, Herr Nachbar

ILIJA TROJANOW

Die Welt wird nie gut, aber sie könnte besser werden.

Carl Zuckmayer

"Erehwon" ist der Name einer literarischen Utopie des britischen Autors Samuel Butler. Das hört sich an wie ein sinnfreier Kunstname, bis man das Wort von hinten nach vorne liest und ein weiterer berühmt-berüchtigter Nicht-Ort sichtbar wird, beschworen mit der ganzen kreativen Kraft der Fantasie. Das utopische Verfahren wird deutlich: Die herrschenden Verhältnisse werden auf den Kopf gestellt, umgestülpt; was im vertrauten Alltag gilt, ist im Gedankenexperiment außer Kraft gesetzt. Utopia ist somit viel mehr als eine Insel der Seligen, auf der Frieden und Gleichheit herrschen und Bildung als höchstes Gut gilt, Utopia ist die Vorwegnahme von Veränderung im Reich der Imagination, Utopia umfasst das freieste Denken, das Ersinnen von Alternativen.

Insofern war der nach 1989 oft verkündete "Untergang der Utopien" ein Totengräbergesang, der alle Träume begraben wollte, um allgemeine Friedhofsruhe durchzusetzen. Ideologisch begleitet von der unbeweisbaren Behauptung, die Schrecken des 20. Jahrhunderts seien Folge utopischen Denkens, obwohl man mit erheblich besseren Argumenten autoritäre Hierarchie, fanatischen Nationalismus, Rassismus, Nepotismus und exterminatorischen Imperialismus für die Schrecken des Staatsterrors verantwortlich machen könnte.

Die Flaute radikalen Denkens konnte nur vorübergehend sein, und heute, da Überwachungsstaat, oligarchische Strukturen, destruktive Finanzmärkte und vieles Kriminelle mehr Gegenentwürfe geradezu provozieren, braust der Wind wieder auf. Die Notwendigkeit wird akut spürbar, geistig jenseits eines System zu blicken, das Eigennutz als wirtschaftlichen Motor einsetzt, zum Nutzen einiger weniger, zum Schaden vieler, auf Kosten zukünftiger Generationen. Oder, in den Worten des anonymen französischen Autorenkollektivs "Unsichtbares Komitee": Es ist nicht die Ökonomie, die in der Krise ist, die Ökonomie ist die Krise; es ist nicht die Arbeit, die fehlt, es ist die Arbeit, die überflüssig ist; nach reiflicher Überlegung ist es nicht die Krise, sondern das Wachstum, das uns deprimiert. (Der kommende Aufstand)

Was seit Anbeginn der Moderne utopisch, sprich unrealisierbar, genannt wird, war einst gelebte Wirklichkeit. Die meiste Zeit lebte die Menschheit nämlich in herrschaftslosen Gesellschaften, in denen es keine institutionalisierte Autorität gab, sondern die Position des Anführers, der Anführerin – oftmals handelte es sich dabei um Matriarchate – an die Weiseste, den Intelligentesten oder die Charismatischste ging. Ausgrabungen in China, Niger, Pakistan, Peru und Mali aus letzter Zeit belegen, dass es einst Zivilisationen gab, in denen sich keine Spuren zentralisierter Macht finden, keinerlei architektonische Manifestationen von Herrschaft und Unterwerfung – obwohl es bereits Arbeitsteilung und Spezialisierung gab. In einigen der ältesten religiösen Traditionen, etwa im Judentum oder im Taoismus, wird das Gemeineigentum (heute würde wir Allmende oder commons sagen) propagiert.

Doch dann kam auf leisen und langsamen Sohlen eine zwielichtige Gestalt daher, die sich Fortschritt nannte und Eigentum (drei, zwei, eins, meins) als höchstes Gut propagierte. Wer nicht mittat in der einsetzenden Hatz nach Geld und Gold, befand sich bald außerhalb des Wertesystems, im materiellen Sinne, wer dann noch gegen die herrschende Ordnung opponierte, auch noch im rechtlichen Sinne: geächtet, gesetzlos, vogelfrei – zum Abschuss freigegeben. Der einsame Streiter, der Aussteiger, bedroht seitdem allein durch se

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