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Wachsen ohne Wachstum Weniger Ressourcen - bessere Technik - mehr Wohlstand von Fuchs, Willi (eBook)

  • Verlag: Carl Hanser Fachbuchverlag
eBook (PDF)
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Wachsen ohne Wachstum

Wir haben sehr gut ausgebildete Fachkräfte in unterschiedlichsten Bereichen, Ingenieure, um die uns die Welt beneidet, wir haben die Nase vorn in vielen Zukunftstechnologien. Aber die globale Konkurrenz schläft nicht: Wenn wir morgen noch in der ersten Liga spielen wollen, müssen wir uns anstrengen. Vor allem müssen wir die wichtigste Ressource nutzen, die wir haben: Bildung. Besonders bei der technischen Bildung liegt in Deutschland vieles im Argen, wir haben einen eklatanten Mangel an Absolventen in ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen, und das muss sich ändern: Schon in der Schule müssen naturwissenschaftlich-technische Fächer ausgebaut werden, müssen talentierte Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden, Schulen müssen massiv in technische Bildung investieren. Die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen - Klimawandel, Energie- und Ressourcenknappheit - können nur von und mit der Technik gelöst werden. Allerdings muss es eine nachhaltige Technik sein: Hochqualifizierte Ingenieure sind gefordert, wenn es um recyclinggerechtes Konstruieren geht, um rationelle Energienutzung und produktionsintegrierten Umweltschutz. Wir müssen begreifen, dass Technik sich nicht nur für attraktive Produkte nutzen lässt, sondern wichtig ist für unsere Gesellschaft und unsere Kultur, dass sie unseren Wohlstand und unser breites kulturelles Angebot sichert. Willi Fuchs ist nach Lehrtätigkeit in den USA und verschiedenen Führungspositionen in der Industrie Direktor des VDI Verein Deutscher Ingenieure, Herausgeber der VDI-Nachrichten sowie gefragter Experte zu Fragen von Technik und Gesellschaft.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446427440
    Verlag: Carl Hanser Fachbuchverlag
    Größe: 1937 kBytes
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Wachsen ohne Wachstum

" 5 INNOVATION – WIR BRAUCHEN THEORIE UND PRAXIS (S. 114-115)

Innovation – was ist das?

Das Wort Innovation stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Neuerung. Eine solche Neuerung basiert auf dem planmäßigen und empirisch kontrollierten Zusammenfügen unterschiedlicher Komponenten und Systeme zu einem neuen oder verbesserten Produkt. Der Begriff Produkt umfasst dabei auch Prozesse und Dienstleistungen. So hat zum Beispiel das Laserschweißen die Produktionsprozesse bei der Blechverarbeitung grundlegend neu gestaltet. Durch das Internet sind ganz neue Dienstleistungen wie zum Beispiel das Einkaufs portal eBay entstanden. Auch lassen sich mithilfe des Internets neue Absatzmärkte erschließen oder neue Bezugsquellen und Zulieferer finden. Innovationen haben auch bei der Einführung neuer Organisationsformen ganze Unternehmensstrukturen verändert. Man sieht aufgrund der Beispiele, dass Innovationen nicht nur auf technische Produkte beschränkt sind, sondern auch Prozesse und Dienstleistungen mit einschließen.

Da ich mich in diesem Buch mit dem Technikstandort Deutsch land auseinandersetze, sollen im Weiteren die technischen Innovationen im Mittelpunkt stehen. Hierbei unterscheidet man zwischen "radikalen" und "inkrementellen" Innovationen. Radikale Innovationen schaffen etwas grundsätzlich Neues und sind deshalb durch hohe Unsicherheiten gekennzeichnet. Deshalb lässt sich der Erfolg einer solchen Innovation nur bedingt vorhersagen. Für radikale Innovationen gilt es häufig einen neuen Markt zu schaffen, was zum einen zu ganz neuen Branchen führen kann und zum anderen bestehende Branchen fundamental umstrukturiert.

So wurde etwa durch die Erfindung des Buchdrucks die Druckindustrie ins Leben gerufen. Mit der Fertigstellung des ersten Computers hat Konrad Zuse 1941 nicht nur die Arbeitswelt der Bauingenieure im Bereich der Statikberechnungen grundlegend verändert, sondern auch die Grundlagen für das Computerzeitalter eingeläutet. Radikale Innovationen kön nen auch zu einer Machtverschiebung zwischen Wettbewerbern führen oder ganz neue Anwendungen generieren.

Beispiele hierfür sind das Internet, mit dem ganz neue Möglichkeiten des Einkaufs und der Kommunikation erschlossen wurden und werden, oder die heutigen Tintenstrahl- und Laser drucker, die jedem ermöglichen, farbige Grafi ken und Drucksa- rafiken Drucksachen selbst zu erstellen. Inkrementelle Innovationen sind das Ergebnis einer kontinuierlichen Verbesserung bestehender Produkte und Prozesse. Dadurch ist die Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Innovationen sehr hoch. Deshalb findet man auch die meisten Innovationen in diesem Bereich. Am Beispiel der Eisenbahn möchte ich einmal verdeutlichen, wie eine zunächst radikale Innovation im Laufe der Zeit durch eine Vielzahl von inkrementellen Innovationen systematisch verändert wurde."

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