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Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten Wie die gefürchteten Rocker Deutschlands Unterwelt eroberten von Schubert, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.10.2012
  • Verlag: riva Verlag
eBook (ePUB)
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Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten

Das erste Enthüllungsbuch über die deutschen Hells Angels

Von den einen bewundert, von den anderen gefürchtet und gehasst - die Hells Angels sorgen seit Jahrzehnten für kontroverse Diskussionen. In den letzten Jahren fielen sie besonders in Deutschland durch einen regelrechten Bandenkrieg mit den verfeindeten Bandidos auf, der zahlreiche Todesopfer forderte. Einige Charter wurden daraufhin verboten, weitere Verbote stehen auf der Agenda deutscher Innenminister.
Was war passiert, dass aus dem Zusammenschluss einiger Halbstarker in Kalifornien eine internationale Bruderschaft wurde, die heute in 47 Ländern präsent ist und auf allen fünf Kontinenten nach ihren eigenen archaischen Regeln agiert?
Seit Anfang der 1970er-Jahre haben die Hells Angels Deutschland erobert, indem sie gewalttätige Motorradclubs übernahmen und die lokale Konkurrenz mit rücksichtloser Gewalt verdrängten. Heute verfügt Deutschland über die höchste Clubdichte nach den USA und eine dominierende Stellung im rot-weißen Netzwerk.
Dieses Buch analysiert und zeigt Zusammenhänge in der über 60-jährigen Geschichte des Hells Angels MC und spannt einen Bogen von den Anfängen der US-Bikersubkultur zur aktuellen Lage in Europa und besonders in Deutschland. Durch Interviews und Gespräche mit Polizeibeamten, Journalisten und zahlreichen Informanten aus der Rockerszene sowie über 700 Quellen ist es dem Bestsellerautor und ehemaligen Polizisten Stefan Schubert erstmals gelungen, ein genaues Bild der Vorgehensweise und Strukturen dieser immer krimineller agierenden Organisation zu erstellen.

STEFAN SCHUBERT, geb. 1970, war Polizist bei der Bundespolizei und der Landespolizei NRW. Dort kam er immer wieder mit dem Thema Hells Angels in Berührung. In seinem ersten Bestseller Gewalt ist eine Lösung (riva, 2010) schrieb er über sein acht jähriges Doppelleben als Fußballhooligan und Polizist. In Inside Polizei berichtete er über Vorfälle aus seinem eigenen Berufsleben als Polizist sowie aus dem aktuellen Alltag zahlreicher Polizisten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 05.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864132278
    Verlag: riva Verlag
    Größe: 1591 kBytes
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Wie die Hells Angels Deutschlands Unterwelt eroberten

2. Kapitel

Die internationale Expansion der Bruderschaft

Die Beatles und die Hells Angels

Ausgerechnet den Beatles wird ein großer Anteil an der Entstehung des ersten Hells-Angels-Charters in Europa zugeschrieben. Durch reißerische Presseberichterstattung und von Hollywood-Filmen inspiriert, eiferten viele junge Männer in europäischen Metropolen den Höllenengeln nach und wünschten sich, ein offizieller Hells Angel zu werden. Doch zwischen San Francisco und London liegen über 8000 Kilometer.

George Harrison lud 1969 Mitglieder des Hells Angels Motorcycle Club San Francisco nach London ein und ermöglichte so den ersten direkten transatlantischen Kontakt. Zwei Londoner Aspiranten auf eine Anwärterschaft besuchten daraufhin die kalifornischen Charter und erhielten am 30. Juli 1969 die Erlaubnis, die beiden Charter East London und South London zu gründen, welche 1973 zu einem Charter zusammengeführt wurden. Die Londoner Angels traten als Sicherheitskräfte bei britischen Underground-Festivals auf.

Auf dem europäischen Festland donnerten die Harleys mit dem Deathhead zuerst durch die Straßen von Zürich. Maßgeblichen Anteil daran hatte Martin »Tino« Schippert, eine schillernde Szenefigur der Schweizer 68er-Bewegung und gleichzeitig Bandenchef im Züricher Kriminellenmilieu. Seine Gangkarriere begann mit der Gründung einer Halbstarken-Bande, der »Rächer Basel«, bis er schließlich Anführer der »Rächer« in Zürich wurde, die sich später »Revengers« nannten und ihren Namen nach einiger Zeit in »Lone-Stars« abänderten. Die Gruppe strebte den amerikanischen Höllenengeln nach und nähte ohne Absprache den Schriftzug der Hells Angels zusätzlich zu ihrem eigentlichen Namen auf ihre Kutten. Als Cisco Valderrama, einer der führenden Männer des Charters Oakland, dies erfuhr, intervenierte er angesichts dieser Markenrechtsverletzung. Daraufhin entsandten die Schweizer eine Abordnung in die USA und absolvierten eine Zeit als Prospects, um sich als würdig zu erweisen, den Totenkopf mit Flügeln offiziell zu tragen. Dies bescheinigten ihnen die Amerikaner am 20. Dezember 1970. Zürich wurde somit offizielles Charter des Hells Angels MC und Tino Schippert wurde sein erster Präsident.

Tino verkehrte mit dem Schweizer Autor und Publizisten Sergius Golowin ebenso wie mit dem Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, der in den »Wilden auf den Motorrädern« die Sehnsucht nach dem Unbürgerlichen ausgedrückt sah.

Die Behörden warfen Tino im Lauf seines Werdeganges vor, in Drogen-, Waffen- und Diamantenhandel sowie in illegale Goldgeschäfte verwickelt gewesen zu sein. Nach staatsanwaltlichen Ermittlungen setzte er sich in den Nahen Osten ab, wurde inhaftiert, ausgeliefert und floh erneut. Zu dieser Zeit brach er mit den Hells Angels und verstarb im Alter von nur 35 Jahren unter ungeklärten Umständen in dem abgelegenen südamerikanischen Dorf Tutilimundi bei bolivianischen Indios.

Der geflügelte Totenkopf erreicht Deutschland

Ende der 50er- und Anfang der 60er-Jahre entstand in Deutschland in Anlehnung an britische und US-amerikanische Vorbilder eine neue Jugendsubkultur mit verschiedensten Ausprägungen: Teds, Mods, Hippies und etwas später Punks und Rocker. Schlägereien untereinander und mit Unbeteiligten, Vandalismus und Rabaukentum verunsicherten Politik und Öffentlichkeit, die diese Phänomene als »Halbstarken-Krawalle« brandmarkten. Fast jede Jugendbewegung verschwand über kurz oder lang wieder, doch die Rocker überdauerten und bewiesen, dass sie keine bloße Modeerscheinung waren.

Viele Rocker schlossen sich in den ersten Motorcycle Clubs zusammen, die sich überall in Deutschland gründeten. Bei vielen Clubs der ersten Stunde waren auch in Deutschland stationierte US-Soldaten aktiv, andere gaben sich möglichst martialisch klingende amerikanische Namen. So zum Beispiel einige Jungs in Hamburg, die unter dem Color »Bloody Devils« die Region u

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