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Wie ich einen Hügel hinabrollte und unten ein ganz anderer war Geschichte einer Verwandlung von Birch, Chris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2016
  • Verlag: OrellFüssli
eBook (ePUB)
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Wie ich einen Hügel hinabrollte und unten ein ganz anderer war

"Was würdest du tun, wenn du dein Leben noch einmal leben könntest?" Der 20-jährige Chris hat nach einem Unfall alles vergessen. Die alten Freunde sind plötzlich allesamt Vollidioten, in den alten Klamotten schämt er sich zu Tode, und als seine Mutter ihm sein Lieblingsessen serviert, bekommt er Brechreiz. Die Frage, wie das zu erklären ist, wird von einer noch wichtigeren Frage in den Hintergrund gedrängt: Wer ist er jetzt eigentlich? Und welches Leben soll er nun leben, um glücklich zu werden? Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte. Brillant und humorvoll erzählt. Chris Birch, 1984 in Bargoed, South Wales/UK, geboren, rollte mit 20 Jahren einen Grashügel hinunter und erlitt dabei einen Gehirnschlag. Dieser veränderte sein ganzes Leben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 19.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783280039182
    Verlag: OrellFüssli
    Größe: 1171 kBytes
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Wie ich einen Hügel hinabrollte und unten ein ganz anderer war

Ein Bund fürs Leben

Ich überflog den Kram in der Glasvitrine: Reihe um Reihe glänzende Silber- oder Goldringe, fein säuberlich auf marineblaue Kissen gebettet. Ich guckte ein zweites Mal drüber und konnte nur hoffen, dass ein Modell sofort herausstechen würde.

"Das hier sind Gold-, Silber- und Platinringe, und dort bei den Schmucksteinen wäre Diamant natürlich der Klassiker, Rubin oder Smaragd ein wenig außergewöhnlicher."

Die Hände der alten Dame lagen ruhig auf der Theke, doch man merkte schon, dass sie es kaum abwarten konnte, den Glasdeckel zu öffnen. Sie triefte regelrecht vor Schmuck: in den Haaren goldene Spangen, an jedem Handgelenk mehrere Uhren und Armbänder, und an allen zehn Fingern einen oder mehrere glitzernde Ringe. Sie sah aus wie so n Modeschmuckdisplay im Kaufhaus. Seit Paul und ich den Laden betreten hatten, war sie am Quasseln.

"Gehe ich recht in der Annahme, dass du einen Verlobungsring suchst, Chris?", sagte sie plötzlich und zog schelmisch eine Augenbraue hoch. Sie braucht bloß neues Gossip-Futter! Ich beschloss, nicht zu reagieren. Die Ladenbesitzerin war eine Freundin meiner Oma, es war also sehr wahrscheinlich, dass sie sofort zum Telefon rennen würde, kaum dass wir draußen waren. Ich hatte Mum nichts davon erzählt, dass ich meiner Freundin einen Antrag machen wollte, und ich wollte auf keinen Fall, dass zuerst das Gerücht die Runde machte, bevor ich es ihr persönlich sagte. Aber da es ja kein anderes Schmuckgeschäft in Bargoed gab, musste ich wohl oder übel dort hingehen.

Ich tue am besten so, als wäre der Ring für einen Freund von mir, dachte ich, doch im nächsten Moment platze Paul raus: "Korrekt, er möchte seiner Freundin einen Heiratsantrag machen. Was würden Sie denn vorschlagen?"

Die alte Dame setzte wieder den schelmischen Blick auf. "Tatsächlich? Wie aufregend!", säuselte sie.

Okay, das war's dann. Noch bevor ich die Haustür aufschließen würde, wüsste es die ganze Stadt.

"Was ich vorschlagen würde? Nun, das kommt ganz auf dein Budget an", sagte sie und sah mich an.

"Wie viel möchtest du für deine zukünftige Ehefrau ausgeben?"

Zukünftige Ehefrau? Wow, das klang mal richtig erwachsen.

Ich hatte Lauren kennengelernt, als ich siebzehn war und mit ihrer Freundin Lynsey ging. Die zwei kannten sich über eine örtliche Theatergruppe, wo sie beide mitmachten. Sie traten im Miners Institute in Blackwood auf oder tourten mit verschiedenen Stücken durch die nähere Umgebung. Irgendwann trafen wir uns mal nachmittags auf einen Drink und sie erzählte mir von dem Theaterstück, in dem sie gerade mitspielte. "Es geht um Drogenprävention. Wir gehen damit an die örtlichen Schulen, um den Kids zu zeigen, dass sie keine Drogen nehmen sollen", erklärte sie.

"Alles klar", nickte ich und nahm einen großen Schluck Bier.

"Die Rolle könnte beinahe für mich geschrieben sein, ich ..." Lynsey redete zwar, aber meine Aufmerksamkeit wurde von dem Fernsehbildschirm an der Wand hinter ihr gefesselt: Sie brachten die Wiederholung des Rugbyspiels vom Vortag. Mir war schon klar: Irgendwann fällt es auf, dass ich ihr nicht mehr zuhöre, aber ich konnte nichts dagegen machen ich musste in einer Tour auf den Fernseher starren. Dass ich mich absolut nicht für Schauspielerei interessierte, war auch nicht unbedingt hilfreich. Genau genommen hatte ich nicht den blassesten Schimmer, wie sie und die anderen Mitglieder der Gruppe überhaupt auf diese Idee kamen. Du stellst dich auf eine Bühne, vor einen Haufen wildfremder Leute und machst dich zum Affen. Das alles kam mir mehr als beschämend vor. Wie um alles in der Welt kann einem so was gefallen? Allein schon, mich auf eine Bühne zu stellen, dazu fehlte mir das Selbstvertrauen. Auch wenn ich bei meinen Freunden die Klappe aufriss, war ich tief drinnen doch eher schüchtern, beson

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