text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

WIR Die Zivilgesellschaft von morgen. Mit einem Vorwort von Udo Di Fabio von Picken, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2018
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus
eBook (ePUB)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

WIR

"Mit zunehmender Geschwindigkeit läuft es auf den Kollaps der Gesellschaft zu." (Wolfgang Picken)
"Es stimmt etwas nicht" - das Gefühl teilen viele. Aus der Nähe betrachtet zeigt sich: Nicht und nicht genügend wahrgenommene Problemfelder bergen für die freie Gesellschaft immer schwerer zu löschende Brandherde und eine Kollapsneigung der Systeme. Paare und Familien, Kinder und Alte, Flüchtlinge und Eliten stehen im Fokus dieses Debattenbuches: WIR. Die Krisensymptome werden klar benannt, die Tabus, die im "Weiter so" verharren lassen, gebrochen. Gegen die Resignation atmet jedes Kapitel die Energie und die kreative Dynamik eines neuen Miteinanders. Vor Ort beweist sich: Die Zivilgesellschaft kann lokal und übergreifend ihre Probleme lösen. Wenn WIR wollen, zusammenfinden und handeln.
Der Einzelne ist machtlos, dem WIR gelingt die Zukunft schon heute
Klartext zum Zustand der Gesellschaft
Plädoyer für eine neue Zivilgesellschaft
Handeln ist möglich: miteinander. Damit Menschen mit Würde leben

Dr. Wolfgang Picken, geboren 1967, Dr. phil., Studium der Katholischen Theologie, Politik-, Sozialwissenschaften und Philosophie, Promotion in Politischen Wissenschaften. Zusatzausbildung in Sterbe- und Trauerbegleitung. Priester seit 1993. Seit 2013 leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Bad Godesberg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 22.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641234409
    Verlag: Gütersloher Verlagshaus
Weiterlesen weniger lesen

WIR

DIE ZIVILGESELLSCH AFT VON MORGEN!

Stimmt etwas nicht?

"Es stimmt etwas nicht."

So empfinden viele. Sicher: Wir leben seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit. Keine Generation vor uns hat das so erlebt. Durch eine gute wirtschaftliche Entwicklung wird der Wohlstand vieler gemehrt. Die Sozialsysteme fangen weitgehend Risiken und Benachteiligungen auf. Aber: Es verbreitet sich auch verstärkt der Eindruck, dass in dieser Gesellschaft etwas gründlich schiefläuft. Nicht wenige befürchten einen nahenden Kollaps der Systeme, gar eine Gefährdung unserer politischen und sozialen Ordnung. Indizien dafür sind schnell bei der Hand: Die soziale Schere klafft immer weiter auseinander. Die demografische Entwicklung beunruhigt und ist kaum mehr umkehrbar. Die solidarischen Sicherungssysteme für Krankheit und Alter versagen zusehends. Ähnliches kündigt sich im Bereich der Erziehung von Kindern und Jugendlichen an. Überall alarmierende Anzeichen einer Überforderung und keine Lösungen. Diese Indizien für eine Krise der modernen Gesellschaft sind den meisten nicht unbekannt. Aber vieles bleibt im Ungefähren. So gedeihen Unsicherheit und Zukunftsängste. Der Einzelne sieht sich selbstverständlich nicht in der Lage, an der Fülle und Schwere solcher Symptome, gar an ihren Ursachen etwas zu verändern. Auch die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, selbst die Eliten in der Gesellschaft, die meisten jedenfalls, weichen zurück. Man kennt keine Antworten auf die Kollaps-Symptome, weder in der Kranken- und Altenversorgung, noch auf die demografische Zuspitzung. Also redet man lieber nicht darüber. Man verharrt im vermeintlich Bewährten und betont in Wahlkämpfen beinahe trivial den Einsatz "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben". Es stimmt etwas nicht.

Sehr viele in unserer Gesellschaft haben das intuitiv verstanden. Nicht wenige vermuten, dass uns eine Korrektur nicht mehr rechtzeitig gelingen wird. Gestützt wird dieser Eindruck von scharfen, durchaus nachvollziehbaren und fundierten Analysen. Dass sich "das Gesellschaftssystem neu erfinden muss", hat der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio, in seinem Buch "Schwankender Westen" (Beck, 2015) angemahnt. Mit einem ähnlichen Titel, "Zerbricht der Westen?" (Beck, 2017), kommt der Historiker Heinrich August Winkler zu dem Ergebnis, dass die "gegenwärtige Krise in Europa und Amerika" von grundsätzlicher Natur ist. Der Club of Rome und sein deutscher Ko-Präsident Ernst Ulrich von Weizsäcker haben mit dem neuen Bericht "Wir sind dran" (Gütersloher Verlagshaus, 2017) detailliert nachgewiesen, dass die Lebensart der westlichen Gesellschaften nicht nachhaltig ist. Er führt eindringlich aus, "was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen". Legt man diese Analysen und Bewertungen zugrunde, kommt man zu dem Schluss, dass "das System", das uns und befreundeten Völkern Freiheit und Wohlstand gebracht hat, insgesamt ernsthaft in Frage steht. Es ist nicht mehr an einigen abgenutzten Betriebselementen zu reparieren oder partiell zu reformieren. Die Grundlagen unserer demokratischen und sozialen Ordnung westlicher Prägung schwinden. Es geht um die Substanz! Es stimmt vieles nicht.

Das ist auch mein sicherer Eindruck. Er ergibt sich aus langen Beobachtungen und intensiven Erfahrungen. Es ist nicht allein das Resultat eines politikwissenschaftlichen Blicks auf die Situation. Es ist die fortwährende Berührung mit der Lebenssituation von Menschen in allen möglichen Altersphasen und Problemlagen, die für mich unübersehbar macht: Es gibt große Risse im Fundament unserer Gesellschaft. Diese betreffen den privaten Bereich wie Ehen und Familien. Sie betreffen aber genauso die öffentlichen Systeme Erziehung, Bildung, Integration von Migranten, Gesundheitswesen und Altenpflege. Überall erlebt man ein erschreckendes Maß an Überforderung, sodass die Funktionalität vieler gesellschaftlicher Abläufe ernsthaft in

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen