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Zwei Schwestern, ein Leben Über Liebe, Trauer und das, was im Leben wirklich zählt von Lesser, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2018
  • Verlag: btb
eBook (ePUB)
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Zwei Schwestern, ein Leben

Eine faszinierende und mutige Erinnerung: die Geschichte zweier Schwestern, die die Tiefe ihrer Liebe durch eine Knochenmark-Transplantation erfahren. Als Elizabeth sieht, dass sie die perfekte Spenderin für Maggie ist, stellt sich ihr die Frage nach ehrlicher und authentischer Liebe noch einmal neu. In der Hoffnung, Maggie die beste Chance für eine erfolgreiche Transplantation zu geben, graben die Schwestern tief in das Mark ihrer Beziehung, um den Weg zu bedingungsloser Akzeptanz zu finden. Sie überlassen die Knochenmark-Transplantation den Ärzten, und nehmen sich dem an, was die kleine Schwester 'Seelenmark-Transplantation' nennt. Maggies Körper ist letztlich zu schwach, um die Krankheit zu bekämpfen. Als sich die beiden auf das Unvermeidliche vorbereiten, kommen sie sich so nahe wie nie, die gemeinsamen Blutzellen werden zum Symbol der Bindung, die sie für immer teilen werden.

Elizabeth Lesser ist New-York-Times-Bestsellerautorin und Mitbegründerin des Omega-Instituts, international anerkannt für seine Workshops und Konferenzen, die sich auf ganzheitliche Gesundheit, Psychologie, Spiritualität, Kreativität und sozialen Wandel konzentrieren. Vor ihrer Arbeit bei Omega war sie eine Hebamme und Geburtspädagogin. Sie wohnt mit ihrer Familie im Hudson Valley.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 09.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201302
    Verlag: btb
    Originaltitel: Marrow. A story of love, loss and what matters most
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Zwei Schwestern, ein Leben

EINLEITUNG

Dieses Buch erzählt von einer Liebesgeschichte. Vor allem von der Liebe zwischen zwei Schwestern, aber auch von der Güte, die man sich selbst gegenüber an den Tag legen muss, um einen anderen Menschen aufrichtig zu lieben. Sich selbst lieben, den anderen lieben: zwei Stränge im Geflecht der Liebe. Ich habe diese beiden Stränge in vielen Beziehungen zu einem festen Band verflochten, mal mehr, mal weniger gekonnt. Ich habe es in beide Richtungen vermasselt, indem ich manchmal zu ichbezogen war und manchmal die Märtyrerin spielen wollte. Ich kannte meinen eigenen Wert nicht, und ich wusste den wahren Wert meines Gegenübers nicht zu schätzen. Jemanden auf eine gesunde Art und Weise zu lieben, heißt, die richtige Balance zu finden. Es ist eine Lebensaufgabe. Es ist eine Kunst. Und genau darum geht es in diesem Buch.

Meine Schwester hatte schon einmal Krebs, sie hatte ihn besiegt. Als der Krebs nach sieben Jahren in Remission zurückkehrte, als man uns sagte, dass dieses Mal eine Knochenmarktransplantation ihre einzige Überlebenschance sei, als sich nach den Tests herausstellte, dass mein Knochenmark perfekt mit ihrem Knochenmark übereinstimmt, als wir uns darauf vorbereiteten, körperlich und seelisch, zu geben und zu empfangen, als mir meine Spende entnommen wurde, als sie meine Stammzellen erhielt, die zu ihren Blutzellen wurden, während unserer gemeinsamen Reise durch das Dickicht aus Verzweiflung und Hoffnung, während des besten Jahres ihres gesamten Lebens, wie sie es selbst nannte, als der Krebs zurückkehrte, als sie das Ende vor Augen hatte, als sie starb - während also all das passierte, nahm ich die Stränge meiner selbst in die Hand und flocht sie mit denen meiner Schwester zu einem Band, und endlich machte ich alles richtig. Obwohl "alles richtig machen" viel disziplinierter und endgültiger klingt, als es die Liebe je sein könnte. Wenn es um Liebe geht, gibt es keinen Zehn-Punkte-Plan, "wie man es richtig macht". Keine mathematische Formel, wann man verletzlich und wann man stark sein soll, wann man abwarten und wann man weitermachen, wann einlenken und wann ein unbarmherziger Krieger sein soll. Liebe ist chaotisch, Liebe ist ein Tanz, Liebe ist ein Wunder. Die Liebe ist außerdem stärker als der Tod, aber ich bin selbst noch dabei, das zu lernen.

An dieser Stelle muss ich hinzufügen, dass es noch einen weiteren Strang gab, den meine unglaublich starke Schwester mitbrachte, um das Band der Liebe zu vervollständigen, und durch den sie mich inspirierte, es ihr gleichzutun. Es ist der verborgene Strang, derjenige, den der Philosoph Friedrich Nietzsche "Amor fati" nannte - Liebe zum Schicksal. Nietzsche beschrieb Amor fati als die Fähigkeit, unser Schicksal nicht einfach nur als gegeben hinzunehmen, sondern es zu lieben. Das ist ziemlich viel verlangt. Denn Mensch sein heißt, mit der Art von Schicksal zu leben, das wundersame wie schreckliche Dinge willkürlich verteilt. Niemand kommt ohne ein gewisses Maß an Verwirrung und Angst, Schmerz und Verlust durchs Leben. Was soll man daran lieben? Trotzdem, wenn man Ja sagt zu Amor fati, wenn man sich darin übt, die Fülle des eigenen Schicksals zu lieben, wenn man den dritten Strang des Liebesbands in die Hand nimmt, dann wird man Fäden aus Vertrauen, Dankbarkeit und Lebenssinn durch das eigene Leben weben. Manch einer wird die Auffassung, das eigene Schicksal zu lieben, als Kapitulation oder Naivität zurückweisen; ich sage, dass es der Weg zur Weisheit ist und der Schlüssel zur Liebe.

Wenn ich über Liebe rede, dann meine ich damit nicht romantische Gefühle. Romantik ist gut. Ich mag sie sehr. Sie ist feurig und macht Spaß. Aber sie macht lediglich einen kleinen Teil der Liebesgeschichte aus. Es ist ein Fehler, den weiten Ozean der Liebe auf eine kleine romantische Flamme zu reduzieren und anschließend alle Energie darauf zu verwenden, diese Flamme davor zu bewahren herunterzubrennen. Durch dieses Verhalten machen wir ku

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