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Geo-Imperialismus Die Zerstörung der Welt von Effenberger, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2016
  • Verlag: Kopp Verlag
eBook (ePUB)
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Geo-Imperialismus

Die geheimen Ziele der US-Geostrategen und warum sie für die Welt so gefährlich sind

Der Begriff "Geopolitik" führte im Deutschland der Nachkriegszeit über lange Jahre hinweg ein Schattendasein. Erst in den 1980er-Jahren begann eine zögerliche akademische Auseinandersetzung mit dem Thema; sie erschöpfte sich aber vor allem in der Frage, ob es sich bei der Geopolitik um eine Schein- oder eine Pseudowissenschaft handle. Geopolitische Analysen gehören immer noch zu den tabuisierten Bereichen im politischen Denken der Bundesrepublik. Dabei ist klar: Ohne geopolitisches Wissen kann kein umfassendes und wirklichkeitsgetreues Weltbild vermittelt werden, zahlreiche, die Länder- oder Kontinentalgrenzen überschreitende Vorgänge in Politik, Militär, Wirtschaft und Gesellschaft bleiben rätselhaft.

Und das alles, obwohl die westliche Allianz in den vergangenen Jahren auf dem Balkan, in Afghanistan, im Irak und in Libyen Krieg führte, massiv die NATO-Osterweiterung vorantrieb und sogar Georgien unterstützte, das als NATO-Anwärter 2008 einen Krieg gegen Russland vom Zaun brach. All das geschah nicht zufällig, vielmehr waren diese Kriege, die souveräne Nationen zerstörten und unzählige unschuldige Opfer forderten, fester Bestandteil amerikanischer Geopolitik.

Für Zbigniew Brzezinski, die "Graue Eminenz" unter geo- und militärpolitischen Beratern von US-Präsidenten, geht es in der Geopolitik nicht mehr um regionale, sondern um globale Dimensionen - hier steht er geopolitisch in der Tradition Halford Mackinders und Nicholas J. Spykmans. In seinem Buch Die einzige Weltmacht begründete Brzezinski die von den USA einzuschlagende geopolitische Strategie: den eurasischen Kontinent unter ihrer Kontrolle zu halten und rivalisierende Bestrebungen, die die Vormachtstellung der USA gefährden könnten, zu ersticken.

Das jüngste US-Strategiepapier TRADOC 525-3-1 ist überschrieben mit "Win in a Complex World, 2020-2040". Darin geht es um nichts weniger als die amerikanische "Full Spectrum Dominance" zu Land, zu Wasser und in der Luft. Als wichtigste Gegner werden in dem Papier die (eurasischen) Konkurrenzmächte China und Russland genannt. Auch Deutschland spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Dieses Buch vermittelt das nötige Hintergrundwissen zu den aktuellen geopolitischen Vorgängen und durchbricht damit die massenmediale Desinformation und Verschleierung. Es trägt dazu bei, unverkrampfter mit dem Thema "Geopolitik" umzugehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 29.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864453274
    Verlag: Kopp Verlag
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Geo-Imperialismus

Einleitende Gedanken zum Buch

Der Begriff "Geopolitik" führt in der Bundesrepublik Deutschland ein Schattendasein. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde er 1993 fünf Mal und 2011 15 Mal verwendet. 1 Dabei führte die westliche Allianz zwischen 1993 und 2011 auf dem Balkan, in Afghanistan, im Irak und in Libyen Krieg, und in Syrien wurden die Weichen für einen Bürgerkrieg gestellt. Dazu kamen und kommen die ständige Erweiterung der NATO in Richtung Osten und ein Georgien, das als NATO-Anwärter 2008 sogar einen Krieg gegen Russland vom Zaun brach.

All diese Kriege sind Bestandteil amerikanischer Geopolitik. Von besonderer Bedeutung ist hier der 19. März 1999. Nur fünf Tage vor dem Beginn der Bombardierung Jugoslawiens verabschiedete das US-Repräsentantenhaus das sogenannte "Seidenstraßen-Strategiegesetz". 2 Mit diesem Gesetz definierten die USA ihre umfassenden wirtschaftlichen und strategischen Interessen in einem breiten Korridor entlang der historischen Seidenstraße, einer riesigen Region, die bis vor einigen Jahren zur wirtschaftlichen und geopolitischen Sphäre Moskaus gehörte und sich vom Mittelmeer bis nach Zentralasien erstreckt.

Dazu hielt der Bericht des US-Kongresses fest:

"... der Zusammenbruch der Sowjetunion hat ein neues Machtspiel in Gang gesetzt ... Die fünf ehemaligen Sowjetrepubliken, aus denen Zentralasien besteht - Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan -, sind begierig darauf, Beziehungen zu den USA aufzubauen. Kasachstan und Turkmenistan besitzen große Öl- und Gasreserven rund um das Kaspische Meer, die sie dringend ausbeuten wollen. Usbekistan hat Öl- und Gasvorkommen ..." 3

Auf den Zusammenbruch der Sowjetunion reagierten die USA mit einer dynamischen imperialen Geopolitik, die das entstandene Machtvakuum rasch füllte. Einer Politik, die virtuos die Zusammenhänge zwischen Geografie und Raum für ihre strategischen Visionen - wie zum Beispiel die im Seidenstraßen-Strategiegesetz festgelegten Ziele - außenpolitisch nutzt.

Seit der Ära von Lyndon B. Johnson (1963-1969) berät Zbigniew Brzezinski (geb. 1928), die "Graue Eminenz" unter geo- und militärpolitischen Beratern, US-Präsidenten. Auch heute gilt er als der führende außenpolitische Berater Obamas, für dessen Präsidentschaft er das Buch Second Chance geschrieben hat.

Für Brzezinski geht es in der Geopolitik nicht mehr um regionale, sondern um globale Dimensionen, wobei seiner Meinung nach auch heute eine Dominanz auf dem gesamten eurasischen Kontinent die Voraussetzung für globale Vormachtstellung ist - hier steht er geopolitisch in der Tradition Halford Mackinders und Nicholas J. Spykmans.

In seinem Buch The Grand Chessboard (1997, in deutscher Übersetzung: Die einzige Weltmacht ) begründet Brzezinski die von den USA als letzte Weltmacht einzuschlagende geopolitische Strategie: den eurasischen Kontinent unter ihrer Kontrolle zu halten und rivalisierende Bestrebungen, die die Machtstellung der USA gefährden könnten, zu ersticken:

"Die Vereinigten Staaten, also eine außereurasische Macht, genießen nun internationalen Vorrang; ihre Truppen sind an drei Randgebieten des eurasischen Kontinents präsent, von wo aus sie einen massiven Einfluss auf die im eurasischen Hinterland ansässigen Staaten ausüben. Aber das weltweit wichtigste Spielfeld - Eurasien - ist der Ort, auf dem Amerika irgendwann ein potenzieller Nebenbuhler um die Weltmacht erwachsen könnte." 4

Brzezinskis Buch wurde in Deutschland von namhaften Vertretern aus Politik, Medien und Wissenschaft durchaus kritisch rezensiert.

So schrieb der deutsche Altbundeskanzler Helmut Schmidt in seiner Rezension vom 31. Oktober 1997 in Die Zeit , dass schon der Titel "ein höchst provokantes amerikanisches Selbstbewusstsein" überdeutlich mache. Dagegen würde Brzezinski die hochbedeutsamen Religionen,

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