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Beratung in psychosozialen Arbeitsfeldern Grundlagen - Prinzipien - Prozess von Stimmer, Franz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.06.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Beratung in psychosozialen Arbeitsfeldern

Beratung ist in der modernen Gesellschaft mit ihren Unsicherheiten ein Angebot, das in alle Lebensbereiche Eingang gefunden hat. Eine hohe Beratungsnachfrage hat ein wachsendes Beratungsangebot nach sich gezogen, das alle Lebensalter und alle Lebenslagen umfasst. In dem Lehrbuch wird eine übergreifende Systematik entwickelt, die der Orientierung in einem zunehmend unübersichtlichen Feld dient. Ebenso bunt wie die Anlässe ist die Vielfalt der Beratungsansätze. Grundlage des Buches bildet ein Beratungsmodell, in dem Theorien, Definitionen, begriffliche Abgrenzungen, Prozesse, Methoden sowie rechtliche Fragen differenziert systematisiert sind. Die verschiedenen Beratungsformen werden auf der Grundlage dieses Modells vorgestellt. Praxisbeispiele illustrieren die jeweiligen Beschreibungen.

Prof. Dr. Franz Stimmer lehrte an der Leuphana Universität Lüneburg mit dem Schwerpunkt Methodenlehre und Beratung. Prof. Dr. Harald Ansen lehrt an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg mit dem Schwerpunkt Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 402
    Erscheinungsdatum: 15.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170306790
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3955 kBytes
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Beratung in psychosozialen Arbeitsfeldern

3 GESELLSCHAFT UND BERATUNG

3.1 Moderne Gesellschaft

Wie kommt es, dass Menschen in die Lage geraten, sich in manchen Situationen nicht mehr selbst ausreichend helfen zu können? Neben individuellen körperlichen, kognitiven, psychischen und sozialen Problemen sind es – so die Annahme – die Struktur und die Dynamik moderner Industriegesellschaften, die durch ihr hohes Verunsicherungspotenzial quasi naturgegeben Beratungsbedürfnisse einzelner Menschen und Gruppen erzeugen, einen hohen Grad eines kollektiven Beratungsbedarfs bewirken und als Merkmal sozialstaatlicher Aufgaben Beratungspflichten bedingen.

Als beschreibende Kennzeichen moderner Gesellschaften werden häufig genannt: "Komplexität", "Individualismus", "Desintegration", "Technologisierung", "Bürokratisierung", "Globalisierung" u. a. Diese Merkmale charakterisieren zunächst nur prägende Eigenschaften moderner europäischer Gesellschaften, wie sie sich seit der Renaissance in einem langen Prozess herausgebildet haben. Sie sind aber auch Anlass, der Frage nachzugehen, welche Konsequenzen sich daraus – wechselwirkend zu diesem Prozess der Modernisierung – für die Gesellschaftsmitglieder ergeben und inwiefern sich aus dieser Entwicklung das Potenzial für Probleme ableiten lässt, für Konflikte, die dann wiederum subjektiv ein Bedürfnis nach Unterstützung und eben auch nach Beratung auslösen. Und es ist auch danach zu fragen, wer die Gewinner und wer die Verlierer dieser Entwicklung sind. Dies und der allgemeine Blick auf die Gesellschaft und ihre Organisationen haben Konsequenzen für das praktische Beratungshandeln und für die Entwicklung einer Beratungswissenschaft jenseits allgemeiner Proklamationen.

Grundsätzlich gilt es, bei der Diskussion von Kennzeichen moderner Gesellschaften Einschränkungen zu beachten. Selbst wenn nur über europäische Gesellschaften nachgedacht wird, sind grundlegende Entwicklungen sicherlich vergleichbar, die Unterschiede jedoch teilweise auch gravierend, z. B. in der Sozialpolitik, im Sozialrecht, im Gesundheitswesen, in der Zuwanderungspolitik. Das heißt dann auch, dass neben dem Allgemeinen das Spezifische zu beachten ist, für das Thema dieses Buches also die "typisch" moderne Gesellschaft und die spezifisch deutsche Variante zugleich. Es geht im Folgenden darum, ausgewählte gesellschaftliche Grundlagen dahingehend zu befragen, inwiefern sie Hinweise geben für ein steigendes subjektiv empfundenes Beratungsbedürfnis und damit auch für einen gesellschaftlich erhöhten Beratungsbedarf.

Zwischen "Gesellschaft und Individuum" besteht natürlich kein unilinearer Bezug in Form direkter deterministischer Verknüpfungen. Es geht vielmehr darum, Anhaltspunkte zu finden, wie gesellschaftliche Prozesse menschliches Denken, Fühlen und Handeln in der Weise beeinflussen, dass sich ein zunehmendes Bedürfnis nach Beratung daraus ableiten lässt. "Gesellschaft" wirkt nicht unreflektiert auf ihre Mitglieder ein (zu Wechselwirkungen vgl. Kap. 5.6.1). Historische Gesellschaftsprozesse beeinflussen die Persönlichkeitsbildung, die Lebensstile und die Lebensführung über die jeweiligen Lebenswelten mit ihren je unterschiedlichen Lebenschancen und Lebensrisiken (Lebenslagen) (Kap. 5.6.2); dies verbunden mit vielfältigen Lebensformen, in die Menschen eingebunden sind und in deren Rahmen sie ihre Identität bilden und in (post-)modernen Zeiten immer wieder aufs Neue "erfinden" müssen.

Beim Thema "Individuum und Gesellschaft&

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