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Demografischer Wandel in der Sozialwirtschaft - Herausforderungen, Ansatzpunkte, Lösungsstrategien

  • Erscheinungsdatum: 17.01.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Demografischer Wandel in der Sozialwirtschaft - Herausforderungen, Ansatzpunkte, Lösungsstrategien

Die Auswirkungen des demografischen Wandels machen sich in den Einrichtungen der Sozialwirtschaft bemerkbar. Hohe Arbeitsanforderungen und stark verdichtete Arbeit treffen auf Mitarbeitende, deren Durchschnittsalter kontinuierlich steigt. Damit sind an die Einrichtungen Anforderungen gestellt, denen sich Leitungs- und Führungskräfte, Mitarbeitende sowie deren Vertretungen stellen müssen. Verschiedene Artikel zeigen thematisch fokussiert auf, wie der demografische Wandel gestaltet werden kann. Der Sammelband bringt die Hintergrundinformationen zu den aktuellen und künftigen Herausforderungen, vermittelt Ansatzpunkte auf und weist Lösungsstrategien aus.

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann ist Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg. Dr. Kornelius Knapp ist Referent Personalentwicklung im Diakonischen Werk Württemberg.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 17.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170264069
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 9994 kBytes
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Demografischer Wandel in der Sozialwirtschaft - Herausforderungen, Ansatzpunkte, Lösungsstrategien

Altersbilder und ihre Bedeutung für die Sozialwirtschaft

Joachim Rückle

Im Jahr 1996 wollte der Gesetzgeber mit dem Altersteilzeitgesetz einen gleitenden Übergang in den Ruhestand ermöglichen. Im letzten Förderjahr 2009 entschieden sich 93,5 Prozent der Arbeitnehmer für das Blockmodell und damit für einen möglichst frühen Ausstieg aus dem Erwerbsleben (BMFSFJ 2010: 175). Dies ist ein klassisches Beispiel für die Wirksamkeit und die Genese von Altersbildern. Einerseits ließ sich der Gesetzgeber von einem defizitären Altersbild leiten, das von einem Nachlassen der Leistungsfähigkeit im Alter ausgeht. Gleichzeitig hat die große Mehrheit der Antragstellenden ein Altersbild vor Augen, das durch die politisch unterstützte Strategie der Frühverrentung überhaupt erst entstanden ist: das Bild des wohlverdienten Ruhestands. Der Ruhestand als große Chance, das Leben in Freiheit zu genießen.

Altersbilder werden geformt durch eine bestehende Praxis, sie werden genährt durch konkrete Anschauung. Altersbilder bleiben aber auch dann noch wirksam, wenn sich die sozialpolitischen Rahmenbedingungen längst verändert haben. Sie verhindern oder erschweren notwendige Entwicklungen, oder sie ermöglichen und begünstigen diese. Strategische Überlegungen zur Personalentwicklung in der Sozialwirtschaft sollten deshalb stets die Relevanz von Altersbildern und deren Gestaltbarkeit im Blick haben.

Der sechste und derzeit aktuelle Altenbericht der Sachverständigenkommission aus dem Jahr 2010 beschreibt sehr ausführlich die Relevanz von Altersbildern für verschiedene Bereiche der Gesellschaft. Dies geschieht in der Hoffnung, dass eine Reflexion der Altersbilder deren notwendige Weiterentwicklung voranbringt.

Im Folgenden wird deshalb nach der Relevanz und der Gestaltbarkeit von Altersbildern im Blick auf die Beschäftigung älterer Mitarbeitender in der Diakonie gefragt. Dazu seien zunächst einige wesentliche Befunde des 6. Altenberichts vorgestellt. Anschließend wird am Beispiel der Altenpflege die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung von Altersbildern beleuchtet. Diese Weiterentwicklung bedarf auch der ethischen Reflexion. Deshalb wird die Relevanz einer spezifisch diakonisch-theologischen Auseinandersetzung mit Altersbildern gezeigt, um abschließend Konsequenzen für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu skizzieren.
1. Altersbilder und Arbeitswelt: Ergebnisse aus dem 6. Altenbericht

Das 6. Kapitel des 6. Altenberichts ist überschrieben mit: "Arbeitswelt und Personalstrategien von Unternehmen: Welche Altersbilder wirken?" (BMFSFJ 2010: 167-230)

Die Autoren, Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln und Gerhard Naegele vom Institut für Gerontologie der Technischen Universität in Dortmund, betonen die große Bedeutung der sozialpolitischen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Altersbilder. Sie unterscheiden dabei zwischen vier Phasen:

In der frühen Phase, ab 1957, habe das Bild von den "schutzbedürftigen älteren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen" dominiert (ebd.: 180). In der zweiten Phase, ab Mitte der 1970er-Jahre, stand das Bild von den "leistungsgeminderten" und "nicht mehr gebrauchten älteren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen" im Vordergrund (ebd.: 181). In der dritten Phase, seit Mitte der 1980er-Jahre, wurde die Politik der Frühverrentung fortgeführt und galt als adäquates Mittel, um Arbeitslosigkeit abzubauen und die Erwerbschancen junger Menschen zu erhöhen (ebd.: 182). Seit Mitte der 1990er-Jahre lässt sich nach Einschätzung der Autoren ein Paradigmenwechsel beobachten: Seither geht es darum, die Lebensarbeitszeit zu verlängern. Hintergrund dafür ist der demografische Wandel mit dem sich andeutenden Fachkräftemangel und dem Druck auf das Sozialversicherungssystem. Verbunden ist dieser Paradigmenwechsel mit entsprechenden beschäftigungspolitischen Vorgaben der EU und dem neuen

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