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Einführung in die lösungsorientierte Soziale Arbeit von Eger, Frank (eBook)

  • Verlag: Carl-Auer Verlag
eBook (ePUB)
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Einführung in die lösungsorientierte Soziale Arbeit

Mit dem Merkmal der Lösungsorientierung stellt sich Soziale Arbeit in Gegensatz zu all jenen Verfahren, die davon ausgehen, dass eine Veränderung in Richtung gewünschter Ziele stets eine Problemanalyse - Stichwort Problemtrance - erfordert. Lösungsorientierung in der Sozialen Arbeit bedeutet, die vorgetragenen Probleme, Konflikte, Störungen nicht vertieft zu explorieren, sondern möglichst rasch auf die vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen zu fokussieren und alle Möglichkeiten ihrer aktiven Nutzung auszuschöpfen, um so möglichst direkt zu einer Lösungsperspektive zu kommen. Die Frage nach dem Warum wird ersetzt durch die Frage 'Was ist statt des Problems da?' und legt den Fokus auf die Entwicklungs- und Veränderungspotenziale. Das Konzept der Lösungsorientierung stützt sich auf drei Merkmale, die in dieser Einführung näher betrachtet werden: Ziele, Ressourcen und Lösung. Über diese grundlegende Neuausrichtung hinaus beschreibt und vertieft der Autor die passenden Methoden, um den Lösungsmodus anzuregen. Den Abschluss dieser Einführung bilden Beispiele aus der Praxis und eine Auseinandersetzung mit der Kritik am Konzept der lösungsorientierten Arbeit. Frank Eger, Prof. Dr. phil., Dipl.-Päd., Dipl.-Soz.-Arb.; Professor für Kinder- und Jugendhilfe an der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel. Arbeitsschwerpunkte: Jugendämter, Lösungsorientierte Kinder- und Jugendhilfe, Qualitative Verfahren in der Sozialen Arbeit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783849780425
    Verlag: Carl-Auer Verlag
    Größe: 426 kBytes
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Einführung in die lösungsorientierte Soziale Arbeit

3 Lösungsorientierte Soziale Arbeit als Anreger des Lösungsmodus

3.1 Lösungsorientierte Soziale Arbeit und die Überzeugung, Aufgaben eher mit dem Blick auf Ressourcen und Ziele als auf Probleme bewältigen zu können

Professionelle Soziale Arbeit hat eine auf personale und soziale Systeme bezogene Funktion. Zentral wird mit lösungsorientierter Sozialer Arbeit die Funktion gewährleistet, mit personalen und sozialen Systemen (mit einer Gruppe, einer Organisation, der Gesellschaft) eine lösungsorientierte Haltung zu erzeugen, um Ressourcen und Ziele zu erschließen und damit Herausforderungen in der Entwicklung meistern zu können.

Als wissenschaftsbasierte Profession hat Soziale Arbeit die Aufgabe, ihr Wissen über Ressourcen, Ziele und lösungsorientierte Haltungen für öffentliche Entscheidungsträger zugänglich zu machen und damit als Teil sozialpolitischer Entscheidungsprozesse tätig zu werden. Lösungsorientierte Soziale Arbeit hat somit mehr zu leisten als de Shazers Beratungsansatz: Lösungsorientierte Soziale Arbeit hat über eine Bild-Code-Veränderung (Konstruktion ressourcen- und zielorientierter Bilder mittels Sprache) im personalen Rahmen hinaus eine Verbesserung tatsächlicher Lebensverhältnisse zu fördern. Das Konzept lösungsorientierter Sozialer Arbeit unterstützt die Neupositionierung Sozialer Arbeit insofern, als es nach Hosemann (2012, S. 45)

"nicht nur um eine Frage der Ressourcenverteilung geht, sondern tief greifender um den Versuch der Beeinflussung des Verhältnisses von Individuum-Staat-Gesellschaft mit der Tendenz, neue Formen der Regulierung des sozialen Verhaltens und der sozialen Verantwortung zu erreichen."

Soziale Arbeit bietet eine autonome Ebene, auf der sich Sozialarbeiter und Klienten als Teilnehmer demokratischer Prozesse und sozialräumlicher Strukturen begegnen und Handlungsoptionen realisieren können. Insofern unterstützt lösungsorientierte Soziale Arbeit das zivilgesellschaftliche Projekt.

3.2 Soziale Arbeit entwirft Lösungen mit

Bereits Limbacher und Willig (1998, S. 131) vertraten die Ansicht, dass sich das Interesse der Systemtheorie auf die Frage verlagert hat, wie Mitglieder sozialer Systeme Wirklichkeit konstruieren bzw. rekonstruieren und wie problemerzeugende und problemstabilisierende Wirklichkeitskonstruktionen in lösungsfördernde überführt werden können. Konstruktivistische Positionen werden im Kontext der systemischen Sozialen Arbeit in den vergangenen Jahren unter Bezugnahme auf das Konzept der Autopoiesis gestützt, das seit Anfang der 1970er-Jahre von Maturana und Varela (vgl. 1987) entwickelt wurde. Dem radikalen Konstruktivismus entsprechend, wird die Annahme vertreten, dass Wirklichkeit in der Wahrnehmung "erschaffen" wird und dass Bilder der Wirklichkeit Erzeugnisse unseres Gehirns sind, die über eine wahre Wirklichkeit außerhalb unserer selbst nichts auszusagen vermögen. Daraus folgt, dass wir über die Welt nichts wissen können, außer dass bestimmte unserer Handlungen für uns nützlich sind und sich in der Welt bewähren. Wirklichkeitskonstruktion ist der zentrale Begriff, in dem sich sowohl die Subjektivität der Wahrnehmung als auch die Relativierung bewusstseinsunabhängiger Realität ausdrückt (vgl. Hollstein-Brinkmann 2000, S. 50 f.; siehe auch Kraus 2013).

Wahrnehmung ist insofern subjektiv-aktive Informationsherstellung. Schmidt (2000, S. 241 ff.) ersetzt deshalb den Begriff der Wahrnehmung durch den der Wahrgebung. Infolge dieser "Wahrgebung" werden von unterschiedlichen Systemen Unterschiede konstruiert, die dann unter spezifischen Konstellationen zu Konfrontationen führen, welche letztlich Konfrontationen unterschiedlicher Realitätskonstruktionen sind. Jeder sieht dieselbe Sache doch wieder anders, und jeder beharrt auf seinen Realitätsannahmen, als ob sein Bild von der Welt die wirkliche Wirklichkeit repräsentieren würde. Grundlegend für die

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