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Gesellschaftliches Engagement von Benachteiligten fördern - Band 1 Konzeptionelle Grundlagen für die Offene Kinder- und Jugendarbeit von Sturzenhecker, Benedikt (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2015
  • Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
eBook (PDF)
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Gesellschaftliches Engagement von Benachteiligten fördern - Band 1

Offene Kinder- und Jugendarbeit erreicht besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche. Diese lehnen, wie man aus der Jugendforschung weiß, etablierte Politikformen ab, sind jedoch bereit, Probleme zu benennen und sich zu engagieren. Der erste Band 'Gesellschaftliches Engagement von Benachteiligten fördern' belegt, dass das Handeln von Kindern und Jugendlichen immer 'gesellschaftlich' ist. Diese Erkenntnis gilt es als Fachkraft anzuerkennen und aufzugreifen. Das entspricht auch dem gesetzlichen und konzeptionellen Auftrag der Jugendarbeit: Benachteiligte Jugendliche erfahren gezielt Unterstützung. Sie lernen, ihr demokratisch-gesellschaftliches Engagement in Stadtteil, Kommune und Gesellschaft wahrzunehmen und umzusetzen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 178
    Erscheinungsdatum: 06.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867937061
    Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
    Größe: 3807 kBytes
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Gesellschaftliches Engagement von Benachteiligten fördern - Band 1

Die Jugendlichen und die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Projekt GEBe

Moritz Schwerthelm

Um dem theoretischen Hauptteil dieses Bandes einen praktischen Rahmen zu geben, widmet sich dieser Beitrag der realen und praktischen Umsetzung des Projekts GEBe.

Dabei wird gezeigt, welche Jugendlichen sich an dem Projekt beteiligt haben und durch welche Handlungsweisen sie sich auszeichnen. So wie im Projekt wird dazu auf die Beobachtungen der Fachkräfte zurückgegriffen. Um den Leserinnen und Lesern einen Eindruck von den Wahrnehmungen der Fachkräfte zu vermitteln und um darzustellen, mit welchen Jugendlichen die Pädagoginnen und Pädagogen in GEBe gearbeitet haben, also wessen gesellschaftliches Engagement sie fördern wollten, folgen hier kurze exemplarische Porträts von beteiligten Jugendcliquen. Diese sollen verdeutlichen, dass die beteiligten Jugendlichen typische Handlungsweisen zeigen, wie sie viele Fachkräfte der Offenen Kinderund Jugendarbeit beobachten können.

Die Herausforderung für die Fachkräfte in GEBe bestand darin, diese alltäglichen Handlungen zu beobachten und zu interpretieren und im Handeln der Jugendlichen mögliche Bildungsthemen und Potenziale gesellschaftlichen Engagements zu erkennen. Alle Angaben zu den Jugendlichen wurden von diesen selbst bestätigt.

Darüber hinaus werden im Folgenden die beteiligten Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kurz vorgestellt. Dabei wird darauf eingegangen, welche Erwartungen die Fachkräfte an das Projekt GEBe hatten, welche Projekte in den Einrichtungen wie entstanden sind und welche wichtigen Erfahrungen die Fachkräfte bei der Umsetzung der Projektideen gesammelt haben.

Die beteiligten Jugendlichen im Projekt

Im Projekt GEBe beteiligte sich eine Kerngruppe von rund 70 Jugendlichen. Deren Alter variierte zwischen zehn und 21 Jahren. Das Geschlechterverhältnis war ausgewogen. Viele der Jugendlichen hatten Schwierigkeiten in der Schule und die Älteren oft keinen Schulabschluss und keinen Ausbildungsplatz. Die Fachkräfte vermuteten, dass die Eltern ihrer Besucherinnen und Besucher häufig überfordert sind, wobei einige der Jugendlichen bereits selbst Eltern waren. Alle diese Jugendlichen machten sich durch Handlungsweisen bemerkbar, die in den meisten Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit beobachtet werden können: Sie trugen Hip-Hop-Kleidung, konsumierten legale und illegale Drogen, und im Jugendhaus hörten sie Musik, surften mit ihren Handys in sozialen Netzwerken, spielten ab und zu Tischtennis, Fußball, Billard oder Basketball, beschimpften sich gegenseitig und "chillten" zusammen im offenen Bereich. Wenn sie nicht im Jugendhaus waren, hielten sie sich draußen auf, etwa an einem nahe gelegenen Supermarkt, in einer Einkaufsstraße oder in den Wohnungen der Eltern. Fragt man die Fachkräfte nach typischen Sprüchen der Jugendlichen, nennen sie Beispiele wie "Das ist doch alles schwul hier", "Nö, das mach' ich nicht", "Kacke!" oder "Ihr habt wohl 'n Vogel!".

Zu Konflikten unter den Jugendlichen und/oder mit den Fachkräften kam es beispielsweise durch Beziehungsstreite, Auseinandersetzungen zwischen Kindern und Jugendlichen, den Umgang der Jugendlichen mit dem Mobiliar der Einrichtung sowie den Sprachgebrauch und den Alkoholkonsum der Jugendlichen. Die Fachkräfte merkten an, dass, wenn sie die Besucherinnen und Besucher direkt nach ihren Ideen und Wünschen fragen, also "ihnen das Mikro unter die Nase halten", wie eine Fachkraft es ausdrückte, nur sehr selten produktive Vorschläge kommen. Angebote der Fachkräfte würden auch kaum wahrgenommen und genutzt. Insgesamt wirkten die Jugendlichen eher "unengagiert", "uninteressiert" und "passiv". Die Beziehungen zwischen Fachkräften und Jugendlichen wurden aber von allen Beteiligten positiv beschrieben, auch wenn sie von Person zu Person unterschiedlich gestaltet waren.

So kamen einige Jugendliche nur auf die Fachkräfte zu, wen

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