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Mediation und Konfliktmanagement in der Sozialen Arbeit von Marx, Ansgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.11.2015
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Mediation und Konfliktmanagement in der Sozialen Arbeit

In allen klassischen Arbeitsfeldern der Sozialarbeit treten Konflikte auf. Ein Sozialarbeiter muss sich ihnen stellen. Denn häufig übernimmt er wegen seiner Position eine Vermittlerrolle, etwa zwischen seinem Klienten und einer Institution oder beim Interessensausgleich in familiären Auseinandersetzungen. Dabei ist es immer sinnvoll, Methoden konstruktiver Gesprächsführung und Konfliktbearbeitung handhaben zu können. Das Buch liefert zunächst Grundlagenwissen zur Entstehung und zur Dynamik von Konflikten in sozialen Arbeitsfeldern. Es stellt anschließend die wichtigsten Kommunikationsmethoden und Konfliktbearbeitungsinstrumente vor, wobei der Schwerpunkt auf der Mediation liegt, die im Methodenkoffer Sozialer Arbeit derzeit zu den modernsten und anerkanntesten Verfahren zählt. Dr. jur. Ansgar Marx ist Professor für Zivilrecht, Familienrecht und Mediation an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Braunschweig/Wolfenbüttel. Er leitet das iko-Institut für Konfliktlösungen (www.iko-info.de) und bildet dort Mediatoren aus.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 246
    Erscheinungsdatum: 25.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170260337
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3413 kBytes
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Mediation und Konfliktmanagement in der Sozialen Arbeit

2 GRUNDLAGEN KONSTRUKTIVER GESPRÄCHSFÜHRUNG

Was Sie in diesem Kapitel lernen können

Konstruktive Gesprächsführung gehört zu den Schlüsselkompetenzen der Praxis sozialer Arbeit und will erlernt werden. Konflikte sind unvermeidbar und treten in unterschiedlicher Intensität und Ausprägung in Gesprächen immer wieder auf. Die Fähigkeit, kooperativ und wertschätzend zu kommunizieren und gleichzeitig für die eigenen Interessen einzustehen, wird nicht nur von Führungskräften, sondern ebenso von Mitarbeitern im Team sowie in der Einzelfallhilfe gefragt. Gleichzeitig bilden die Grundlagen konstruktiver Gesprächsführung das Fundament eines erfolgreichen Konfliktmanagements sowie der Mediationsmethode. Gesprächsführungskompetenz beinhaltet daher zwangsläufig Konfliktbearbeitungskompetenz.

Das Herstellen eines förderlichen Gesprächsklimas setzt ein großes Maß an Selbstbeobachtung voraus. Verhaltensweisen, wie der Ausdruck von Toleranz gegenüber anderen Sichtweisen, genaues Zuhören und Empathie, Wahrnehmung eigener Gedanken und Gefühle sind hilfreiche Komponenten. Um ergebnisorientiert kommunizieren zu können, wird zusätzlich Kompetenz im Strukturieren und Leiten von Gesprächen gefordert.

Elementare Kommunikationsmethoden wurden von bekannten Wissenschaftlern wie Schulz von Thun, Rogers oder Thomas Gordon entwickelt. Damit werden wir Sie in diesem Kapitel vertraut machen:

- Die Komponenten klientenzentrierter Gesprächsführung nach Rogers

- Die vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun

- Aktives Zuhören nach Thomas Gordon

- Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg

- Lösungs- und Ressourcenfokussierung nach de Shazer

- Kommunikations- und Fragetechniken
2.1 Die klientenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers

Die nichtdirektive oder klientenzentrierte Gesprächsführung ist ein Beratungskonzept des amerikanischen Psychotherapeuten Carl R. Rogers. Rogers zählt mit dem von ihm entwickelten Persönlichkeitsmodell zu den Begründern der Humanistischen Psychologie. Diese betont die Einzigartigkeit jedes Menschen sowie das innere Bedürfnis nach konstruktiver Veränderung und Selbstverwirklichung (Weinberger 2004, 23). Aus einer Fülle von Wahlmöglichkeiten kann und muss jeder selbstverantwortlich das jeweils Passende wählen. Menschlichkeit und Lebenssinn werden im täglichen Handeln verwirklicht. Angestrebt werden innere Freiheit und Selbstbewusstsein (Gührs/Nowak 1991, 22 f.). Vertreter der Humanistischen Psychologie haben ein grundsätzliches Vertrauen in die positiven selbstregulierenden Kräfte des Menschen. Persönliche Erfahrungen werden als Erkenntnisquelle angesehen (Köllner 1996, 29 f.).

Eine Besonderheit des nichtdirektiven Ansatzes ist es, von Ratschlägen, Ermahnungen, Erklärungen und Interpretationen abzusehen (Weinberger 2004, 22). Der Berater nutzt Methoden wie das Erkennen und Interpretieren der verbal und nonverbal ausgedrückten Gefühle. Dies soll den Klienten unterstützen, sich seiner Einstellungen und Gefühle bewusster zu werden und auf diese Weise an Einsicht und Selbstverständnis zu gewinnen. Der Klient wird auf diese Weise ermutigt, über seine Probleme zu sprechen (Rogers 1995, 115 ff.). Das Gespräch soll dem Klienten gehören und ihm Gelegenheit zum freien Sprechen bieten (ebd., 118 f.). Hier steht der Klient als unabhängiges Individuum mit seinen Fähigkeiten im Mittelpunkt, welche er im geschützten Rahmen besser verstehen lernt. Durch die Gespräche ändern sich letztendlich Einstellung und Verhalten (Weinberger 2004, 22). Der Beratende unterstützt als Klärungs- und Entscheidungshelfer, zeigt Einfühlung und Verstehen (Miller 2000, 124). Hierzu wiederholt oder klärt er Äußerungen des

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