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Vielfalt und Differenz in der Sozialen Arbeit Perspektiven auf Inklusion

  • Erscheinungsdatum: 20.11.2014
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Vielfalt und Differenz in der Sozialen Arbeit

Der Umgang mit Vielfalt und Differenz markiert in der Sozialen Arbeit eine zentrale Herausforderung. Das vorliegende Lehrbuch dient der Standortbestimmung und Weiterentwicklung der gegenwärtigen Diskussion in diesem Spannungsfeld. Nach einer grundlegenden Einführung in zentrale Fachbegriffe werden die Differenzkategorien Geschlecht, ethnische Herkunft, Behinderung, Alter und sexuelle Orientierung in ihren historischen und sozialpolitischen Kontext eingebettet sowie eine intersektionale Betrachtung von Differenzlinien vorgestellt. Im Anschluss werden Arbeitsfelder, Ansätze und Konzepte der Sozialen Arbeit diskutiert, die diese Differenzkategorien und entsprechende Erfahrungshintergründe in den Mittelpunkt gestellt haben, um gesellschaftliche Teilhabechancen zu verbessern. Die Autorinnen und Autoren diskutieren Reichweite, Begrenzungen und Kritikpunkte dieser Ansätze. Ein Augenmerk liegt auf der Frage, ob das in der Diskussion stehende Paradigma der Inklusion anknüpfungsfähig sein könnte und inwieweit es bisherige Zielgruppenfixierungen zu irritieren vermag.

Die Herausgeber und Herausgeberinnen lehren an der Fachhochschule Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 260
    Erscheinungsdatum: 20.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170268128
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3665 kBytes
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Vielfalt und Differenz in der Sozialen Arbeit

"WIR DISKRIMINIEREN NICHT - WIR STUDIEREN DOCH SOZIALE ARBEIT"

Heike Beck

Einleitung

Reflexionsprozesse sind in der Sozialen Arbeit im Allgemeinen und speziell im Umgang mit Vielfalt und Anderssein von besonderer Bedeutung. Die Soziale Arbeit verfolgt den Anspruch, nicht zu diskriminieren und Benachteiligungen von Menschen entgegenzuwirken. Dieser Anspruch spiegelt sich u. a. in den "Codes of Ethics" wider (vgl. International Federation of Social Workers IFSW, 2013) und entspricht dem Berufsethos in der Sozialen Arbeit. Zu den berufsethischen Prinzipien der Sozialen Arbeit zählt beispielsweise, negativer Diskriminierung entgegenzuwirken, Verschiedenheit anzuerkennen, für eine gerechte Verteilung der Mittel zu sorgen, ungerechte politische Entscheidungen und Praktiken zurückzuweisen und solidarisch zu arbeiten (vgl. DBSH 2009, 8). Gleichzeitig ist es genau dieser Anspruch, dieses professionelle Selbstverständnis von Sozialarbeiter_innen, das hinderlich für Reflexionsprozesse im Rahmen diversitätsbewusster Sozialer Arbeit sein kann. Mit dem "wie" und "warum" beschäftigt sich dieser Beitrag. Zunächst werden der Stellenwert von Selbstreflexion im Rahmen diversitätsbewusster Sozialer Arbeit und die Entstehung und Bedeutung von Stereotypen und Vorurteilen dargestellt. Anschließend werden "blinde Flecken" in der Auseinandersetzung mit Diversität beleuchtet und daran anknüpfend Empfehlungen unterbreitet, wie und welche Reflexionsprozesse im Spannungsfeld von Berufsethos und diversitätsbewusster Reflexion in der Sozialen Arbeit ermöglicht werden sollten.
1 Die Bedeutung von Reflexion in der Sozialen Arbeit

Soziale Arbeit ist vielfältig und komplex. Im Kontakt mit unterschiedlichen Zielgruppen sind soziale Fachkräfte mitunter komplizierten Interaktions- und Kommunikationsprozessen und Beziehungen ausgesetzt, die begleitet sein können von Irritationen, Unsicherheiten und widersprüchlichen Gefühlen (vgl. Spitzer 2011, 255). Deshalb erfordert die professionelle Praxis immer wieder "eine kritische Distanz zum beruflichen Alltag und die Reflexion und Überprüfung der eigenen Rolle und Verstrickung im Dickicht professioneller Beziehungen, institutioneller Erwartungen und sozialpolitischer Vorgaben [...]" (ebd., 256). Reflexion versetzt die professionell Handelnden in die Lage, Situationen zu bewerten und Erfolge und Misserfolge, Angemessenheit und Unangemessenheit zu evaluieren (vgl. Ebert 2008, 39).

Selbstreflexion

Betrachtung der eigenen Gedanken, Gefühle, Fantasien, Erfahrungen aus der Vergangenheit und Erwartungen an die Zukunft sowie des eigenen Handelns (vgl. Dauber 2006, 13). Durch Selbstreflexion versuchen wir zu verstehen, wer wir sind und warum wir wie handeln. Wie wir beispielsweise Kontakt zu Klient_innen aufnehmen oder Kontakt vermeiden. Wie wir das Gegenüber sehen (z. B. als Aus- oder Inländer_in) und wie dies unser Verhalten, Denken und Fühlen beeinflusst.

Der Erwerb von Kompetenzen ist integraler Bestandteil des Studiums der Sozialen Arbeit. Studierende sollen neben den sogenannten Sach- und Systemkompetenzen (z. B. Handlungs- und Erklärungswissen) auch Methodenkompetenzen, Sozialkompetenzen (z. B. Kommunikations- und Konfliktfähigkeit) sowie Selbstkompetenzen (= personale/reflexive Kompetenz) erwerben, um ihre professionelle Handlungsfähigkeit zu erweitern (vgl. Löcherbach u. a. 2009, 229 ff.).

(Selbst)reflexive Kompetenzen

umfassen u. a.

- die Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion und dem Einfühlen in die eigene Person und Geschlechtsrolle;

- das Erkennen eigenen Involviertseins in Handlungsprozesse, eigene Konflikt- und Handlungsmuster, Ambivalenzen und Abwehrformen;

- die Auseinanderset

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