text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Eigenlogik der Städte Neue Wege für die Stadtforschung

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2008
  • Verlag: Campus Verlag
eBook (PDF)
29,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Eigenlogik der Städte

"Stadt" ist ein Thema von höchster Brisanz. Es gibt kein Problem, das nicht an und in den Städten imaginiert worden ist. Die aktuelle Perspektivenvielfalt der Stadtforschung aber verdeckt ihr einheitsstiftendes Fundament. Denn immer ist es die "Stadt", die für etwas anderes - Gesellschaft, Moderne, Kapitalismus - steht. Die Autoren nehmen dieses Dilemma einer Stadtforschung, die sich für die konkreten Konstellationen in einer Stadt nicht interessiert, zum Anlass, um nach der Eigenlogik der Städte zu fragen. Die Beiträge entwickeln Konzepte und Forschungsdesigns, mit denen die individuelle Gestalt der Städte erschlossen und ins Verhältnis gesetzt werden kann. Helmuth Berking und Martina Löw sind Professoren für Soziologie an der TU Darmstadt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 335
    Erscheinungsdatum: 06.10.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783593413181
    Verlag: Campus Verlag
    Größe: 3597 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Eigenlogik der Städte

Einleitung Helmuth Berking, Martina Löw Am 23./24. Juni 2007 fand in Darmstadt ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Rundgespräch zum Thema 'Die eigensinnige Wirklichkeit der Städte. Positionen zur Neuorientierung in der Stadtforschung' statt. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Stadtsoziologie, aber auch Kolleginnen und Kollegen aus den Fächern Politikwissenschaft, Europäische Ethnologie, Geografie, Geschichtswissenschaft, Sportwissenschaft, Philosophie und Ökonomie diskutierten gemeinsam über Möglichkeiten und Grenzen, über neue Perspektiven und alte Probleme in der Erforschung der 'Stadt'. Im Mittelpunkt des Disputes standen die Präsentation und die kritische Würdigung einer Forschungsperspektive, durch die 'die Stadt' und die Städte als eigensinnige Gegenstände konzeptualisiert und empirisch erschlossen werden sollen. Dieser Band dokumentiert die (erweiterten) Beiträge jener Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops, die in unterschiedlichsten analytischen Zugriffen diese Idee einer lokalspezifischen, eigensinnigen Wirklichkeit von Städten zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen machen und in einer solchen Herangehensweise einen theoretisch und methodisch innovativen Weg für die Stadtsoziologie und die Stadtforschung sehen. Die konzeptionelle Idee lässt sich zunächst als kritischer Einwand gegenüber der vorherrschenden Tradition der Stadtforschung so formulieren: Nicht länger und ausschließlich in den Städten forschen, sondern die Städte selbst erforschen, 'diese' im Unterschied zu 'jener' Stadt zum Gegenstand der Analyse machen. Vor dem Hintergrund der typischen Theorieannahmen erweist sich dieser Perspektivwechsel als keinesfalls trivial. Denn auf der einen Seite findet sich ein bereits mit der Chicago School beginnendes Theorieprogramm, 'Stadt' lediglich als Teilmenge beziehungsweise als Subkategorie von 'Gesellschaft' zu fassen. Die Stadt tritt gleichsam als Laboratorium für Gesellschaftsprozesse jedweder Art in den Aufmerksamkeitshorizont der Sozialwissenschaften. Diese subsumtionslogische Theoriefigur (Berking/Löw 2005), die 'die (Groß-)Stadt gemeinhin als ?Spiegel? oder ?Bühne? der Gesellschaft beziehungsweise als ?Laboratorium der (Post)Moderne?' (Frank 2007: 548) konstruiert, erreichte in der 'New Urban Sociology' ihre kohärenteste Form sowie ihren wirkungsmächtigsten Ausdruck. Auf der anderen Seite lässt sich eine gesteigerte Aufmerksamkeit für kleinräumige Vergesellschaftungsprozesse - im Stadtteil, im Quartier, im Milieu et cetera - konstatieren. Es geht um Lebensformen, um Lebensstile, um Migrations- und Armutsquartiere, kurz, um die spezifischen Orte spezifischer sozialer Gruppen in der Stadt. In beiden Fällen aber geht nicht nur das Spezifische der Vergesellschaftungsform Stadt, sondern auch die Besonderheit dieser Stadt als Gegenstand der Forschung verloren (vgl. Berking/Löw 2005; Löw 2008). Die durchgängige Substitution des Forschungsobjekts 'Stadt' durch 'Gesellschaft' lässt sich von der Annahme leiten, Strukturprobleme des Kapitalismus, Ungleichheitsrelationen und Ausbeutungsmuster könnten wie in einem Brennglas in der Stadt abgebildet werden. Es sind vor allem drei, vorrangig im Kontext der relativen wohlfahrtsstaatlichen Stabilität der deutschen Nachkriegsgesellschaft sowie mit Bezug auf die 'kapitalistische Stadt' entwickelte Argumente, die dafür angeführt werden, dass lokale Kontextbedingungen, Wissensbestände und Wirkungsgefüge für die stadtsoziologische Theoriebildung eher von sekundärer Bedeutung sind beziehungsweise nur als Filter wirken (vgl. z.B. Häußermann/Siebel 1978; Häußermann/Kemper 2005; Saunders 1987; Krämer-Badoni 1991): Die Urbanisierung der Gesellschaft nivelliere die Stadt-Land-Unterschiede und verbiete somit, Stadt als eigenständigen sozialen Tatbestand zu benennen; der administrativ festgelegte Raum Stadt sei keine soziologische Kategorie; Städte seien zu unterschiedlich, als dass Stadt selbst Gegensta

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen